In der Krise kreativ: Mariannes Flammkuchen im Supermarkt
In der Krise kreativ: Mariannes Flammkuchen im Supermarkt
Bild: Mariannes Flammkuchen
Mit Biss und Kreativität gegen die Corona-Krise: Konzept von "Mariannes Flammkuchen" ist ein voller Erfolg
Karlsruhe
22.02.2021 06:00
Der Corona-Lockdown zwingt viele Unternehmen in die Knie. Auch die Gastronomie leidet seit Monaten unter erheblichen Umsatzeinbrüchen. Ausstehende Finanzspritzen der Politik erschweren die Situation zusätzlich und stellt viele Gastrobetriebe vor eine ungewisse Zukunft. Viele Wirte sind deshalb zum Improvisieren gezwungen, um neue Absatzwege zu erschließen. So auch die Gastro-Kette “Mariannes Flammkuchen“ aus Karlsruhe, die mittlerweile den Einzelhandel als Vertriebsweg nutzt. Ka-news hat mit dem Geschäftsführer Christian Pudlo über diese außergewöhnliche Idee gesprochen.

Ein Karlsruher Gastro-Betrieb hat die Notlage durch den Corona-Lockdown für ein neues Geschäftsmodell genutzt. Die Restaurant-Kette “Mariannes Flammkuchen“ mit drei Niederlassungen in Karlsruhe, Linkenheim und im pfälzischen Herxheim ist durch ausbleibende Kundschaft und dutzende Mitarbeiter in Kurzarbeit auf neue Vertriebswege umgestiegen und kann dadurch eine Vielzahl der Angestellten weiterhin beschäftigen.

"Klinken putzen" beim Einzelhandel – mit Erfolg

In Dettenheim bei Karlsruhe hat die Restaurant-Kette eine Backstube eingerichtet, in der die Flammkuchen nun für den Einzelhandel produziert werden. Zu Beginn des zweiten Lockdowns im November letzten Jahres war das Ausmaß und die Folgen so noch nicht abzusehen:

"Als Anfang November 2020 unsere drei Restaurants schließen mussten, sind wir alle noch davon ausgegangen, dass wir zum 1. Dezember wieder arbeiten werden“, erklärt Geschäftsführer Christian Pudlo. "Nachdem aber klar war, dass das Weihnachtsgeschäft ausfallen würde, mussten wir uns nach Alternativen umschauen“, berichtet Pudlo von den Anfängen der Idee.

Geschäftsführer von Mariannes Flammkuchen: Christian Pudlo
Geschäftsführer von Mariannes Flammkuchen: Christian Pudlo Bild: Hanni Denborn

Nach und nach klapperte er die Edeka-Märkte der Region ab und stellte sein Konzept vor. „Es hatte was von Klinken putzen“, berichtet Pudlo gegenüber ka-news. “Der Name unserer Restaurant-Kette hat auf jeden Fall eine große Rolle gespielt“, berichtet er von den Gesprächen mit den Märkten. “Vom Prototypen bis zum Flammkuchen, wie er nun im Kühlfach der Märkte erhältlich ist, lagen einige Entwicklungsschritte.“

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Flammkuchen in allen Edeka-Märkten in der Region Karlsruhe und der Südpfalz erhältlich. "Wir haben bewusst Edeka als Vertriebspartner ausgewählt, da diese regionale Produkte in ihrem Sortiment einbinden", erklärt Pudlo.

Auch überregionale Flammkuchen-Bestellungen

Insgesamt drei Flammkuchen-Sorten werden nun im Einzelhandel vertrieben, neben der klassischen Variante auch eine vegetarische, griechisch belegt und eine Süßvariante mit Obst. Inzwischen wurden bereits über 10.000 Flammkuchen von "Mariannes" ausgeliefert. Inzwischen haben Pudlo und seine Belegschaft auch schon überregional die Flammkuchen verkauft.

Mittlerweile werden die Flammkuchen auch überregional ausgeliefert.
Mittlerweile werden die Flammkuchen auch überregional ausgeliefert. Bild: Mariannes Flammkuchen

"Nach München, Berlin und sogar Norderney", seien die Flammkuchen-Pakete bereits geliefert worden. Bei den Abnehmern handelt es sich um Kunden, die bereits in einem der Restaurants waren und das neue Konzept unterstützen wollen. "Das Feedback ist durchweg positiv, wir bekommen viele Bilder geschickt. Der Versand in gekühlten Paketen innerhalb eines Tages funktioniert gut“, erklärt Pudlo zufrieden. Auch das Feedback der Märkte fällt laut Pudlo positiv aus.

Ein Konzept in schwierigen Zeiten mit Potential für die Zukunft

“Die Idee ist es, diese Strategie auch nach Corona fortzuführen", berichtet der Geschäftsführer von Mariannes Flammkuchen im ka-news-Interview. "Wir generieren mit dem Einzelhandelsverkauf zwar nicht den gleichen Umsatz wie im Restaurant. Doch wir haben dank dieser Option die Möglichkeit soweit kostendeckend zu arbeiten und ich kann meine Mitarbeiter halten." Diese sind nun bei der Vorproduktion in der Backstube eingebunden."

Bild: Mariannes Flammkuchen

Es ist uns gelungen fast alle unsere rund 60 Mitarbeiter wieder voll zu beschäftigen. Auch unsere Teilzeitkräfte haben so die Möglichkeit wieder zu arbeiten“" berichtet Pudlo freudig. Diese seien vorher komplett durch das Raster für Kurzarbeitergeld gefallen. Bis man wieder Gäste im Restaurant empfangen dürfe, damit rechnet man bei "Mariannes" erst weit nach Ostern.

"Mittlerweile gehen wir von Ende April, Mitte Mai 2021 aus, dass wir in unseren Betrieben wieder Gäste empfangen dürfen", erklärt Pudlo. Bis dahin bleibt die Restaurant-Kette anderweitig kreativ. Derzeit sei man in Gesprächen mit regionalen Spargelbauern bezüglich eines Spezial-Spargel-Flammkuchen, wenn im März die Spargel-Saison im Südwesten startet. 

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