Das La Cage von außen.
Das La Cage von außen.
Bild: Sherif
Beispiel der Kult-Bar "La Cage" zeigt: Gastronomen in Karlsruhe haben trotz Lockerungen weiter große Probleme
Karlsruhe
20.05.2021 11:13
Robert DeNiro, Angelina Jolie und Jennifer Lopez sind nicht nur in Hollywood feste Größen, nein auch in der Karlsruher Innenstadt sind (zumindest ihre Namen) ein fester Bestandteil des Lebens. In der Kult-Sportsbar "La Cage" sind viele Speisen und Getränke nach Prominenten benannt. Doch die Fans von prominentem Speis, Trank, Billard und Bundesliga in ihrer Lieblingskneipe müssen sich aber weiter gedulden. Trotz der geplanten Lockerungen und Öffnungen am Samstag in Karlsruhe: Das "La Cage" bleibt weiter zu. Warum? Das erklärt Geschäftsführer Djahangir Sherif.

Endlich: Nach sieben Monaten Zwangspause dürfen Gastronomen ab kommenden Samstag wieder ihre Türen für "richtigen Besuch" öffnen. Die Zeiten von "Essen to-go" vom Lieblingsrestaurant scheinen ein Ende zu haben. Ganz so einfach ist die aktuelle Situation für Gastwirte aber nicht. Beispielsweise bleibt die Karlsruher Kult-Sportsbar "La Cage" vorerst weiter geschlossen. 

"La Cage" bleibt vorerst zu

"Leute die denken: 'Jetzt öffnen wir, jetzt ist alles gut' wissen nicht, wie die Gastronomie funktioniert", sagt Djahangir Sherif, einer der Geschäftsführer im "La Cage" im Gespräch mit ka-news.de. Die Probleme für die Gastronomen sind und bleiben vielschichtig, wie er erklärt.

Djahangir Sherif ist Geschäftsführer des "La Cage" in Karlsruhe.
Djahangir Sherif ist Geschäftsführer des "La Cage" in Karlsruhe. Bild: Sherif

Am Beispiel des "La Cage" wäre da vor allem die bleibende Einschränkung, die Türen ab 21 Uhr wieder schließen zu müssen. Laut Corona-Verordnung ist eine Bewirtung vor Ort nur zwischen 6 Uhr und 21 Uhr gestattet. Für die Sportsbar ein großes Problem. "Wir sind ein Abendgeschäft. Unsere Hauptverkehrszeiten sind zwischen 20 Uhr und bis weit nach Mitternacht."

Bedeutet: "Für uns lohnt es sich erst zu öffnen, wenn wir zumindest bis 1 Uhr bewirten dürfen. Deshalb lassen wir auch erst mal zu", erklärt Sherif. Würde das "La Cage" jetzt zu den erlaubten Zeiten öffnen, würden die Finanzen nur noch weiter in den Keller gehen, befürchtet er und meint: "So was möchte ich nicht riskieren. Außerdem wurden manche Hilfen noch immer nicht ausbezahlt."

Viele Probleme für Gastronomen 

Hinzu kommt: Da in den Bundesligen die meisten Entscheidungen schon gefallen seien und auch das letzte Spiel des Karlsruher SC keine allzu große sportliche Bedeutung habe, bleiben wahrscheinlich auch zum letzten Spieltag die Türen zu. "Wir überlegen noch, ob es sich lohnt, für die Bundesliga und den KSC aufzumachen. Ich kann es mir aber nicht vorstellen", so der Geschäftsführer. 

Seit nun 38 Jahren ist das "La Cage" fester Bestandteil der Karlsruher Innenstadt.
Seit nun 38 Jahren ist das "La Cage" fester Bestandteil der Karlsruher Innenstadt. Bild: Sherif

Das nächste Problem, mit dem sich Sherif konfrontiert sieht: Personalmangel. "Wir haben Personalprobleme, vor allem die Aushilfen haben sich in der langen Zeit etwas anderes gesucht, wo sie arbeiten können. Das Personal wieder so aufzustocken, wie wir es brauchen, wird eine große Herausforderung."

Auch das Essen stellt die Entscheider in der Karlsruher Blumenstraße vor Probleme. "Getränke sind keine Probleme, aber in der Küche gibt es natürlich verderbliche Ware und wenn wir die nicht verkaufen können, weil unsere Hauptgeschäftszeit fehlt, geht es für uns noch mehr ins Minus. Einfach eine schlechte Situation", bilanziert Sherif. 

Probleme ja, doch der Optimismus bleibt

Und: Aufgrund der weiter geltenden gesellschaftlichen Einschränkungen und der Impfstrategie wird die Zielgruppe des "La Cage" nach Aussage von Sherif deutlich kleiner. "Unsere Kundschaft ist meist zwischen 18 und 40 Jahren alt, die hatten nur wenig Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. Wir können nur Geimpfte, Genesene und die bedienen, die einen negativen Test haben", sagt Sherif. Spontane Laufkundschaft würde für die Kult-Bar deswegen entfallen. Der "La Cage"-Chef stellt aber klar: "Es war richtig, die älteren Menschen zuerst zu impfen."

Wahrscheinlich bleibt auch am letzten Bundesliga-Spieltag das "La Cage" geschlossen.
Wahrscheinlich bleibt auch am letzten Bundesliga-Spieltag das "La Cage" geschlossen. Bild: Sherif

Doch trotz der vielschichtigen Probleme, die sich Sherif und seinem Team in den Weg stellen, der Optimismus bleibt und eine Insolvenz der nun 38 Jahre alten Bar sei kein Thema.

In der sieben Monate langen Zwangspause war die Perspektivlosigkeit für den Vater zweier Söhne das schlimmste, wie er berichtet: "Wir wurden immer alle vier Wochen vertröstet und das Licht am Ende des Tunnels hat einfach lange gefehlt. Doch wir bleiben optimistisch", meint Sherif. 

"Umsatzsteuer sollte bei sieben Prozent bleiben"

Für die Zukunft wünscht er sich einen weiteren Fortschritt in Sachen Impfung: "Ich hoffe das die nächsten zwei bis drei Monate noch mehr Leute geimpft werden und der digitale Impfpass kommt." Außerdem sollte die Umsatzsteuersenkung für Speisen und Getränke auf sieben Prozent deutlich verlängert werden.

Bild: Sherif

Diese sei die letzten Monate zwar bei sieben Prozent gelegen, doch "da hatten wir den Laden ja zu. Was bringt uns eine niedrige Umsatzsteuer, wenn wir keinen Umsatz machen", fragt sich Sherif. 

"Vieles ist gestundet worden und um das in Zukunft bezahlen zu können, sollte die Umsatzsteuer die nächsten drei bis vier Jahre bei sieben Prozent bleiben, um den Gastronomen die Möglichkeit zu geben ihre Schulden zu bezahlen. "Am besten wäre natürlich eine Steuersenkung für immer", scherzt Sherif dann noch zum Abschluss des Gespräches. 

 

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