Bild: privat/pixabay.com
Karlsruher Gastronomen im Zwiespalt: Wenn die freiwillige 2G-Regel kommt - wen lassen sie künftig in ihre Lokale?
Karlsruhe
06.10.2021 16:53
Zur Monatsmitte will das Land Baden-Württemberg erneut die Corona-Verordnung ändern: Eine freiwillige 2G-Regelung in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche soll kommen. Gastronomen können dann entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dafür auf die Corona-Hygieneregeln verzichten. Betriebsschädigend oder Erleichterung für Gäste und Mitarbeiter - wie stehen Karlsruher Gastronomen zu dieser Zwickmühle?

2G oder 3G - das ist hier die Frage. So manchen Gastronomen stellt die geplante Anpassung der Corona-Verordnung vor eine schwierige Entscheidung: Ist es in Ordnung, wenn ich in meinen Betrieb nur noch Geimpfte und Genesene einlasse? Zwar sollen die Gastronomen individuell darüber entscheiden dürfen, ob sie getesteten Personen Zutritt gewähren, wirklich einfacher macht es die Angelegenheit jedoch nicht.

Das Problem: Bislang sickerten noch keine weiteren Informationen durch, mit welchen zusätzlichen Punkten die 2G Regelung umgesetzt oder die 3G-Regel in der Verordnung beibehalten werden sollen. So ist zum Beispiel nirgends klar vermerkt, ob mit 2G auch die Mehrheit der Kinder nicht mehr ins Lokal dürfte oder inwieweit die 2G-Regelung auch für die Mitarbeiter gelten würde.

Stövchen-Inhaber will sich noch nicht festlegen

Daran stört sich auch Markus Muth, Inhaber des "Stövchens" in der Karlsruher Waldstraße. Er ist sich noch unsicher, welche Option er in Zukunft für seinen Betrieb wählen soll und möchte sich auf Nachfrage der ka-news.de-Redaktion auf keine der beiden festlegen.

Markus Muth, Besitzer des Stövchen in Karlsruhe.
Bild: privat

"Ich weiß ja dann nicht, ob die Test- und Maskenpflicht weiterhin für meine Mitarbeiter gilt. Den Impfstatus der Mitarbeiter dürfen wir ja auch nicht abfragen", so der Stövchen-Chef. "Der Vorteil an 3G ist zwar, dass jeder mit Nachweis rein kann, aber niemand weiß, ob dann auch das Stufenmodell dasselbe bleibt oder ob in der Verordnung vielleicht nachgeschärft wird. Es gibt da zu viele Unklarheiten."

"Die Einschränkungen sind gering"

Etwas konkreter klingt es aus dem Restaurant "Sonnenbad", welches sich im Besitz von Avraam Christos Papadopoulos befindet. Nach Angaben seines Bruders, Aristidis Papadopoulos, sei der Betrieb noch "unsicher", tendiere jedoch eher zur Beibehaltung der 3G-Regelung. 

"In Baden-Württemberg hätten wir dann den Vorteil, dass wir uns selbst aussuchen dürfen, ob wir 2G oder 3G möchten. Die Reglementierung ist hier nicht so streng. Aber die Einschränkungen sind hier wirklich sehr gering. Da würde außer der Maskenpflicht und der Abstandsregel nichts großartig wegfallen", sagt er gegenüber ka-news.de.

Aristidis Papadopoulos vom Restaurant Sonnenbad in Karlsruhe. Bild: privat/Aristidis Papadopoulos

Eine Ausnahme sehe er allerdings darin, wenn die 3G-Regeln im Zuge der neuen Corona-Maßnahme verschärft werden würden. "Wir müssten da abwarten, welche Bedingungen an die 3Gs geknüpft sind."

"Bei Veranstaltern macht 2G mehr Sinn"

Zur 3G-Regelung tendiert auch Marius Uchmanowicz, Inhaber des "Café Extrablatts", das, wie das "Stövchen", ebenfalls in der Waldstraße liegt. "Ich denke, dass wir bei der 3G Regelung bleiben werden", erwidert er auf Nachfrage der ka-news.de-Redaktion. Zum Einen, da es unfair gegenüber den Ungeimpften sei und zum Anderen, da es für seinen Betrieb keinen Unterschied mache.

Marius Uchmanowicz, Inhaber vom "Extrablatt" Bild: Marius Uchmanowicz

"Bei den Veranstaltern oder in einem Stadion macht es durchaus Sinn, wenn die 2G Regeln kommt, damit die ihre Plätze vollmachen können. Wir dürfen ja jeden reinlassen, solange ein Nachweis vorliegt. Es ist ja nicht mehr so dramatisch wie im vergangenen Jahr. Deshalb ist es nicht nötig, dass wir mit der 2G-Regelung die Ungeimpften vor den Kopf stoßen."

Mehr zum Thema:
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
4 Kommentare