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Bild: Paul Needham
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Gutachten ergibt: Im Karlsruher Einzelhandel muss etwas getan werden
Karlsruhe
07.05.2018 17:30
Die Karlsruher Innenstadt muss sich in Bezug auf den Einzelhandel weiterentwickeln. Das ergibt ein aktuelles Gutachten. Was sich dahinter genau versteckt und welche Auswirkungen nun auf die Fächerstadt warten, hat Oberbürgermeister Frank Mentrup am Montag bei einem Pressegespräch erklärt.

In Karlsruhe ist der Haupteinkaufsort die Kaiserstraße, das Schloss ist der beliebteste Ort in der Innenstadt und der Europaplatz wirkt auf Personen eher weniger attraktiv. Das sind die Ergebnisse eines Gutachtens zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030.

Es wurde von der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegeben, um Perspektiven der City während und vor allem auch nach Abschluss der Bauarbeiten der Kombilösung aufzuzeigen. Sie sollen im besten Fall dann die Erhaltung und Weiterentwicklung der Attraktivität der Innenstadt voranbringen.

Herausforderungen muss entgegengewirkt werden

OB Mentrup präsentiert am Montag gemeinsam mit Christian Hörmann von "CIMA Beratung + Management GmbH", die seit Oktober 2017 das Gutachten durchführte, aber nicht nur die auf den Standort bezogenen Ergebnisse: Laut Gutachten ist die Handelszentralität als Indikator für den Kaufkraftzufluss von außerhalb der Karlsruher Stadtgrenzen innerhalb der letzten zehn Jahre von 127,7 (2007) auf 120,9 (2017) gesunken.

Das bedeutet konkret: "Neben der Bauarbeiten der Kombilösung muss sich der Karlsruher Einzelhandel auch dem aktuellen Wettbewerb stellen", erklärt Hörmann und weist damit auf Entwicklungen wie dem Online-Handel hin. Tatsache sei, dass sich auch ohne Baustellen etwas in der Karlsruher Innenstadt tun muss - ansonsten könnte der Wert in den kommenden Jahren wohl weiter sinken.

Verschiedene Arbeitsgebiete werden angegangen

Wie Hörmann weiter gegenüber der Presse erläutert, beinhaltet die Analyse auch Ergebnisse zu Einkaufslagen, Fußgängerfrequenzen, Plätzen und anderen städtebaulichen Strukturen. Dadurch sei auch die Vernetzung der einzelnen Teilgebiete in der Innenstadt ein Arbeitsfeld.

Hier müsse man sich beispielsweise die Frage stellen, wie beliebte Orte wie das Schloss und dessen Umfeld mit der Innenstadt verknüpft werden können, um die Attraktivität Karlsruhes als Einzelhandelsstandort zu steigern. Aber auch Fragen, wie Orte, wie der Europaplatz, wieder mehr Bedeutung bekommen und Anziehungskraft für mögliche Kunden ausstrahlen können, müssen in Zukunft beantwortet werden.

Was ist der nächste Schritt?

Um dies anzugehen, geben Mentrup und Hörmann die nächsten Schritte vor: Ausgehend von den gewonnen Erkenntnissen werden im Rahmen eines intensiven Partizipationsprozesses im Zeitraum von Mai bis November 2018 Maßnahmen zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher Innenstadt erarbeitet.

Dabei soll vor allem auch die Öffentlichkeit mitsprechen können: In einer ersten Veranstaltung Anfang Juni werden beispielsweise in Fokusgruppen einzelne Themen und Teilbereiche näher beleuchtet. Parallel bestehe schon jetzt die Möglichkeit, eigene Ideen über das Bürgerbeteiligungsportal der Stadt Karlsruhe einzubringen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Prozesses ist laut Hörmann dann im Zeitraum von Mai bis Juni 2019 geplant.

ka-news-Hintergrund:

Das Gutachten ist Teil des "IQ-Korridorthemas Zukunft Innenstadt". Die Verwaltung der Stadt Karlsruhe hat sich mit den sogenannten IQ-Projekten zum Ziel gesetzt, bei komple­xen ­de­zer­nats­über­grei­fen­den Projekten durch frühzei­ti­ge Quer­ver­net­zung und Kommu­ni­ka­tion die Entschei­dungs- und Pro­zess­qua­li­tät zu verbessern. Das Projekt baut auf sechs Korri­dort­he­men auf und bildet das Grund­ge­rüst der IQ-Arbeits­weise.

Die Korri­dort­he­men und IQ-Leitpro­jekte wurden 2016/2017 entwickelt und sind auf die Doppel­haus­halte bis 2020 ­aus­ge­rich­tet. Für 2020 ist daher, ergänzend zum fortlau­fen­den ­Mo­ni­to­ring der Korri­dort­he­men und ihrer IQ-Leitpro­jekte, eine ­Be­stands­auf­nahme mit Blick auf den IQ-Gesamt­pro­zess und die IQ-Arbeits­weise vorgesehen.

Weitere Informationen rund um die IQ-Projekte und -Korridorthemen gibt es unter www.karlsruhe.de/iq.de

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