Die Frontseite des Kreativwirtschaftszentrums mit den Rundbögen im Erdgeschossbereich.
Bild: Melanie Hofheinz
Für 7 Millionen Euro: Neues Zentrum für Kreative im Alten Schlachthof
Karlsruhe
11.10.2017 10:50
Seit der offiziellen Stilllegung des Schlachthofes vor knapp elf Jahren befindet sich das Areal an der Durlacher Allee im Wandel. Neustes Projekt ist der Neubau eines sieben Millionen Euro teuren "Kreativwirtschaftszentrums". Jetzt wurden die Pläne vorgestellt.
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Seit 2006 verwandelt sich das sieben Hektar große Schlachthofareal in Karlsruhe in ein Zentrum für die Kultur - und Kreativwirtschaft. Neben der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäudekomplexen und den Schlachthallen wird der Gebäudebestand auch durch Neubauten ergänzt. Das neuste Projekt ist ein "Kreativwirtschaftszentrum". 

Blick vom Messplatz aus: Das Existenzgründerzentrum "Perfekt Futur" liegt hinter dem "Festigungs- und Wachstumszentrum" und dem "Kreativwirtschaftszentrum". Bild: Melanie Hofheinz

"Raumbedarf gerecht werden"

Das Nutzungskonzept des Areals ist in drei Bausteine unterteilt, die den jeweiligen Entwicklungsstatus der Start Ups angepasst sind: Neu gegründete Unternehmen kommen in das Existenzgründerzentrum "Perfekt Futur", das sich in der ehemaligen Schweinemarkthalle befindet. Bereits gewachsene Start Ups werden im "Festigungs- und Wachstumszentrum", das aktuell gebaut wird und 2018 fertiggestellt werden soll, unterkommen. Noch größere Start-Ups sollen im geplanten "Kreativwirtschaftszentrum" angesiedelt werden.


Kreativwirtschaftszentrum Alter Schlachthof


Die beiden Neubauten werden im östlichen Teil des Alten Schlachthofs, im sogenannten Viehhof zu finden sein, grenzen direkt an den Messplatz und haben eine identische Kubatur. "Die Gebäude sollen zukünftig sowohl einen vergrößerten Raumbedarf der Firmen gerecht werden die schon seit Jahren auf dem Areal zu Hause sind, als auch Unternehmen beherbergen die sich auf dem Alten Schlachthof neu niederlassen möchten", erklärt die Stadt Karlsruhe.

Die Frontseite des Kreativwirtschaftszentrums mit den Rundbögen im Erdgeschossbereich. Bild: Melanie Hofheinz

Ein Blick auf das neue Kreativzentrum 

Für den Neubau des Kreativwirtschaftszentrums hat die Karlsruher Fächer GmbH & Co. Stadtentwicklungs-KG (KFE) als Bauherrin im Frühjahr 2017 einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der Siegerentwurf wurde am gestrigen Mittwochnachmittag von Bürgermeister Michael Obert vorgestellt: Die Steimle Architekten GmbH aus Stuttgart hat laut Jury das beste Architekten-Konzept für den geplanten Neubau entworfen.

Demnach soll der Neubau schlicht und modern aussehen und durch ein kraftvolles, robustes Volumen und  helle Betonelemente, die den Baukörper gliedern werden, geprägt sein. "Eine industrielle Betonfassade mit  zeitlosen Materialien werden für einen loftartigen Charakter sorgen", erklärt Architekt Thomas Steimle seinen Entwurf.

Die Rückseite des Kreativwirtschaftszentrums vom Messplatz aus betrachtet. Bild: Melanie Hofheinz

200 bis 250 Arbeitsplätze im neuen Zentrum

"Durch die skelettartige Außenfassade werden vielfältige Einblicke in die Ideenschmiede und das Geschehen hinter der Fassade freigegeben und eine offene Architektursprache vermittelt, die den Gedanken eines Kreativwirtschaftszentrums entsprechen", informiert Steimle weiter. Zehn bis 13 Unternehmen, beziehungsweise 200 bis 250 Menschen, sollen nach der Fertigstellung, die für Oktober 2020 geplant ist, auf der 39.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche des Kreativwirtschaftszentrums einen Arbeitsplatz finden.

Diese Arbeitsplätze können in dem Neubau sehr variabel gestaltet werden. So erklärt Steimle: "Die Hauptflächen bestehen aus flexibel nutzbaren Bürobereichen, die als offene, maximal große, zusammenhängende, lichtdurchflutete Campusflächen kreatives und teambildendes Arbeiten ermöglichen. Es sind äußert flexible Unterteilungen von ein bis vier Büroeinheiten pro Geschoss möglich."

Bild: Melanie Hofheinz

"Der Unterschied zu anderen Entwürfen liegt insbesondere in den Rundbögen des Erdgeschossbereichs. Die Jury hält diesen Entwurf für städtebaulich herausragend", erklärt Obert. Die Bögen, deren Formensprache an die Eingänge der alten Schlachthofgebäude angelehnt sind, akzentuieren die Erdgeschosszone mit dem tief eingeschnittenen Eingang und Studionutzungen, so die Beschreibung des Siegerentwurfs.

Die Ausstellung mit allen eingereichten Arbeiten sowie der Juryentscheidung kann bis 20. Oktober zu den Öffnungszeiten des "Perfekt Futur" (montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr) angeschaut werden. 

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