Digitalisierung
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Deutsches Internet-Institut: Karlsruhe bekommt Absage vom Bund
Karlsruhe
23.05.2017 07:30
Was bedeutet der digitale Wandel für unsere Gesellschaft, für die Politik oder die Wirtschaft? Die Antworten auf diese und viele andere Fragen soll ein eigenes Deutsches Internet-Institut liefern. Am heutigen Dienstag soll nun die Entscheidung für den passenden Standort fallen. Und auch in Karlsruhe macht man sich Hoffnung auf den Zuschlag.
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Aus einem "breiten Antragsfeld", wie es das Ministerium beschreibt, hat eine international besetzte Jury in einer ersten Auswahlrunde fünf potentielle Standorte für die engere Auswahl festgelegt - mit dabei: das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Karlsruher Universität wurde daraufhin zur Ausgestaltung eines Konzepts für das Deutsche Internet-Institut aufgefordert. 

In der Fächerstadt fühlt man sich der Aufgabe gewachsen. "Den digitalen Wandel zu gestalten, ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit", meint KIT-Präsident Holger Hanselka. Intelligente Stromnetze, Industrie 4.0 und autonomes Fahren seien bereits zentrale Forschungsthemen des KIT. Mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse verfüge man darüber hinaus über eine international sichtbare Einrichtung, welche durch geistes- und sozialwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Forschung optimal ergänzt werde, so der KIT-Präsident. 

Fünf Bewerber kämpfen um das Internet-Institut

Ob die Jury das ebenso beurteilt, wird sich am heutigen Dienstag zeigen. Neben dem KIT sind auch die Bayrische Akademie der Wissenschaften, die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität in Hannover, die Ruhr-Universität Bochum und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Rennen. Im Laufe des Tages soll bekanntgegeben werden, für welches der fünf Konzepte sich das Ministerium entschieden hat. 

Sollte Karlsruhe den Zuschlag erhalten, würde das Ministerium für den Aufbau des Deutschen Internet-Instituts in den ersten fünf Jahren 50 Millionen Euro bereitstellen. Am neuen Internet-Institut würden dann Forscher verschiedener Fachrichtungen - aus den Gesellschafts-, Geistes-, Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft sowie aus der Informatik gemeinsam forschen. 

Politiker kritisieren mangelnden Rückhalt 

Unterstützung für den Standort Karlsruhe gibt es auch vonseiten der Politik. "Wir müssen alles dransetzen, dass Karlsruhe hier zum Zuge kommt", erklärt Parsa Marvi, Fraktionschef der Karlsruher SPD. Das KIT sei "quasi prädestiniert mit seinem bereits bestehenden Potential" den digitalen Wandel voranzutreiben. Vonseiten der baden-württembergischen Landesregierung hätte sich die Karlsruher SPD daher im Vorfeld mehr Unterstützung gewünscht. 

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther unterstützt die Bewerbung der Fächerstadt für das Internet-Institut. Für Wellenreuther liegt eine Ansiedlung in Karlsruhe auf der Hand. Er hatte sich daher laut eigenen Angaben Ende März bei Bildungsministerin Johanna Wanka für Karlsruhe stark gemacht. 

Aktualisierung, 12.20 Uhr:

Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung mitteilt, ist die Entscheidung gefallen. Das KIT hat den Zuschlag für den Aufbau eines neuen Internet-Instituts nicht erhalten. Stattdessen wird das Institut in Berlin von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet, wie das Ministerium in einer Pressemeldung erklärt. 

Das Konsortium aus Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Universität Potsdam, Fraunhofer-FOKUS und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung als Koordinator habe sich in einem zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt.

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