Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss
Die Flowtex-Gruppe aus Ettlingen hatte in den Neunzigerjahren mehr als 3000 nicht existente Spezialbohrmaschinen für den Tunnelbau verkauft, von denen jede einzelne 1,5 Millionen Mark kostete.
Bild: Uli Deck
Abschluss nach 18 Jahren: Gläubiger von Flowtex bekommen mehrere Millionen zurück
Ettlingen
08.11.2018 15:39
Fast zwei Jahrzehnte nach Aufdeckung des größten Milliardenbetrugs der deutschen Nachkriegsgeschichte bekommen die Gläubiger des Bohrmaschinenhändlers Flowtex einen kleinen Teil ihres Geldes zurück.

Rund ein Jahr nach Beginn der Berufungsverhandlungen bestätigte ein Schweizer Gericht in einem der größten Wirtschaftsstraffälle im Wesentlichen die Schuldsprüche des Bezirksgerichts Frauenfeld, verschärfte aber teilweise die Strafen. Die Angeklagten erhalten die beschlagnahmten Vermögenswerte nicht zurück.

Damit kann nun ein jahrelanges Verfahren beendet werden. "Insgesamt werden aktuell noch einmal knapp 30 Millionen Euro ausgeschüttet", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Eberhard Braun der Deutschen Presse-Agentur.

Nach der Ausschüttung kann das Amtsgericht Karlsruhe das im April 2000 eröffnete Insolvenzverfahren abschließen. Eine erste Vorabzahlung von 35 Millionen hatte es 2005 gegeben. Insgesamt bekommen die Gläubiger damit laut Insolvenzverwalter gut 5 Prozent ihrer anerkannten Forderungen von 1,2 Milliarden Euro zurück.

Die Flowtex-Gruppe aus der badischen Kleinstadt Ettlingen hatte in den 90er Jahren über 3.000 nicht existente Spezialbohrmaschinen für den Tunnelbau verkauft. Das Landgericht Mannheim bezifferte den Gesamtschaden in den Strafprozessen gegen Firmenboss Manfred Schmider ("Big Manni") und dessen Kollegen auf über zwei Milliarden Euro.

 

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