App EnCourage EnCourage App KIT-Studenten
Cole Bailey, René Brandel, Tobias Röddiger und Dominik Doerner(v.l.n.r.), allesamt Informatik-Studenten am KIT, entwickelten gemeinsam die Notfall-App "EnCourage".
Bild: enCourage Labs UG
Schluss mit Belästigungen: Karlsruher Studenten entwickeln Notfall-App
Karlsruhe
11.10.2015 06:00
"Einmal wurde eine Freundin von mir nachts von ein paar Männern belästigt. Sie schrieb mir eine SMS, aber da ich viel zu weit weg war, konnte ich nicht viel machen" - diese Erfahrung des Karlsruher Informatik-Studenten Tobias Röddiger hat ihn auf eine Idee gebracht: Gemeinsam mit drei Kommilitonen entwickelte er die App "EnCourage", die seiner Freundin hätte helfen können.

Die Idee kam im Oktober 2014. "Ich saß mit meinen Studienkollegen Cole Bailey, Dominik Doerner und René Brandel in einem Restaurant in Karlsruhe, als wir beschlossen, die Problematik in Angriff zu nehmen. Jetzt sind wir neben unserem Studium schon fast ein Jahr an der Entwicklung von EnCourage", berichtet Tobias Röddiger.

Hilferuf per Notfall-Knopf

Nutzer der App, die sich in einer ähnlichen Situation wie Tobias' Freundin befinden, können per Knopfdruck alle Personen in ihrer unmittelbarer Umgebung benachrichtigen, die "EnCourage" ebenfalls installiert haben. Wollen Freunde oder Familie ebenfalls über den Alarm informiert werden, müssen sie ihr Gerät mit dem des Betroffenen verknüpfen.

"Der Notfallknopf ist ein sogenannter 'Dead Man’s Switch', der erst dann auslöst, wenn er losgelassen wird, auch wenn einem das Handy aus der Hand geschlagen wird. Es ist möglich, sowohl vor als auch nach dem Melden zusätzliche Informationen anzugeben und diese jederzeit zu ändern", erklärt Röddiger. Wer sich auf den Weg macht, um zu helfen, muss ebenfalls nur einen Knopf betätigen - dann erhalten derjenige, der den Alarm gesendet hat, sowie alle Alarmierten die Info, dass jemand unterwegs ist, und ob dieser eine Erste-Hilfe-Ausbildung hat. 

"Reaktionen waren sehr positiv"

Momentan läuft die Testphase, bei der laut Tobias Röddiger bislang über 1.000 Personen mitgemacht haben (hier  kann man sich als Tester bewerben). "Die Reaktionen waren bis jetzt sehr positiv. Teilweise haben sich Leute bedankt, dass es die App gibt", erzählt der Informatikstudent stolz. Das war noch nicht der einzige Erfolg: Die vier KIT-Studenten haben den deutschen Vorentscheid des internationalen Technikwettbewerbs "ImagineCup 2015" von Microsoft in der Kategorie "World Citizenship" gewonnen und durften am weltweiten Finale in Seattle teilnehmen.

Zudem haben schon zahlreiche überregionale Medien über die Karlsruher und ihre Erfindung berichtet, unter anderem RTL und "Die Welt". Anfang 2016 soll "EnCourage" für iOS und Android auf den Markt kommen. Röddigers Ziel: "Eine sichere Gesellschaft für uns alle ermöglichen."

 

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