Am FZI Forschungszentrum Informatik startete im September das Forschungsprojekt AuRorA zum Einsatz von Servicerobotern in Pflege und Alltagsbewältigung.
Bild: FZI
Projekt aus Karlsruhe: Wird Oma bald mit Robotern kochen?
Karlsruhe
22.10.2017 07:00
Seit September forschen Wissenschaftler des FZI Forschungszentrums Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Einsatz von Robotern in Alltagssituationen. Diese sollen ältere und auf Hilfe angewiesene Menschen zukünftig unterstützen.
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Können Roboter tatsächlich den Alltag erleichtern? Die Antwort darauf soll das Projekt "AuRorA" des FZI Forschungszentrums Informatik liefern. Das Forscherteam entwickelt Ansätze, bei denen Roboter und Mensch effizient und natürlich miteinander interagieren. Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit liegt darin,  älteren Menschen durch die Unterstützung von Robotern zu helfen.

"Im Zuge der demographischen Entwicklung nimmt die Zahl pflegebedürftiger Personen stetig zu. Ziel des Projektes 'AuRorA' ist es daher einerseits dazu beizutragen, dass betroffene Personen möglichst lange selbstständig im gewohnten Umfeld leben können. Andererseits soll der steigende Arbeitsaufwand des Personals in Pflegeeinrichtungen auffangen werden", erklärt das FZI.

Roboter soll im Alltag unterstützen 

Mit Abschluss des Projektes im August 2020 sollen interaktive Roboter in der Lage sein, Menschen intuitiv zu helfen: "Die Roboter werden sich auf den Menschen einstellen und von sich aus den Kontakt zu ihm aufnehmen können und ihre Unterstützung anbieten. Ziel ist es, dass jede Person in der Lage sein soll, den Robotern neue Fähigkeiten beizubringen und diese zu programmieren", sagt Arne Rönnau, Abteilungsleiter der interaktive Diagnose- und Servicesysteme am FZI und Betreuer des Projekt "AuRorA". 

Konkret bedeutet das, dass ein Roboter dann beispielsweise in der Lage sein wird den Menschen beim Kochen zu unterstützen: "Er soll erkennen können, welcher nächste Arbeitsschritt folgen wird und dann etwa das passende Kochutensil reichen. Neben physischer Unterstützung sind daher auch kognitive Fähigkeiten und soziale Interaktion zur Bewältigung des Alltags erforderlich", so das FZI.

Wichtig dafür ist, dass die Roboter nicht nur zu Eigenschaften wie Kraft, Präzision und Schnelligkeit in der Lage sind sondern auch intelligent handeln können: "Sie müssen sich an ihr menschliches Gegenüber anpassen und feinfühlig reagieren", erklärt das FZI weiter.

Wie wird getestet?

Da die Roboter nicht nur für das private häusliche Umfeld sondern auch für Pflegeeinrichtungen entwickelt werden, werden die Assistenzfunktionen in zwei verschiedenen Umgebungen getestet und weiterentwickelt. Das FZI informiert, dass die Anwendungstests in einem sogenannten "Smart Home" stattfinden. Das ist ein intelligenter Haushalt, in dem verschiedene Geräte aufeinander abgestimmt miteinander und mit dem Bewohner interagieren. Zusätzlich werden die Assistenzfunktionen in einem Pflegehotel erprobt.

Das Budget des Projektes beträgt 1,79 Millionen Euro, die Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung liegt dabei bei 1,37 Millionen Euro. Das FZI ist darüber hinaus noch an dem Projekt ROBINA beteiligt: "In diesem unterstützen und helfen Roboter ALS-Patienten", erklärt Rönnau. "Weiterhin arbeitet das FZI auch in eigenen, internen Projekten daran, Serviceroboter für Anwendungen im öffentlichen Bereich und im Home-Bereich in enger Kooperation mit dem Menschen einzusetzen", so Rönnau weiter. Ein gutes Beispiel dafür sei der Roboter HoLLiE.  

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