Deutscher Zukunftspreis
Ingenieure haben eine leichte und kleine Handprothese für Kinder und Jugendliche entwickelt, bei der einzelne Finger aktiv bewegt werden können. Foto: Ansgar Pudenz/Deutscher Zukunftspreis
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Deutscher Zukunftspreis: Karlsruher Startup mit Handprothese in Finalrunde
Karlsruhe
06.12.2017 06:00
Mit mehr Gefühl für künstliche Hände hat es ein Karlsruher Startup bis in die Finalrunde des Deutschen Zukunftspreises geschafft.
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Prothesen helfen Menschen bei Verlust von Extremitäten wieder, sich im Alltag zu recht zu finden und an der Gesellschaft teilzuhaben. Die Funktionen der Hand in einer Prothese lebensnah nachzubilden gehört dabei zu den größten technischen Herausforderungen. Der Karlsruher Firma Vincent Systems, gegründet von einem ehemaligen KIT-Mitarbeiter, ist es gelungen eine intelligente Lösung dieser Herausforderung zu finden und gehörte daher zu den drei großen Finalisten des Deutschen Zukunftspreises.

KIT-Präsident Professor Holger Hanselka freut es nach eigener Aussage besonders, dass hier das Know-how von Mitarbeitern des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei der Inklusion von Menschen mit einem Handicap helfe und gratuliert Vincent Systems zu dem Erfolg.

"Leichteste und beweglichste Handprothese der Welt"

Jedes Jahr erhalten weltweit rund 10.000 Menschen eine elektronisch gesteuerte Prothese. Manchen Nutzergruppen blieb ein solcher Handersatz verwehrt, da die verfügbaren Hightech-Prothesen zu schwer oder zu groß waren. Der Firma Vincent Systems ist es gelungen, ein Baukastensystem für künstliche Handprothesen mit Tastsinn für nahezu alle Altersstufen und Verletzungsniveaus zu entwickeln.

"Unsere Entwicklung ist die leichteste und beweglichste Handprothese der Welt", erklärt der Gründer und Geschäftsführer von Vincent Systems, Dr. Stefan Schulz. Bis 2009 war er Forschungsgruppenleiter am KIT für Angewandte Informatik. Sie könne im Gegensatz zu den aktuellen Standardlösungen jeden Finger einzeln aktiv bewegen, so Schulz. Die modulare Technologie ermögliche auch Hilfe für Menschen, denen nur einzelne Finger, oder Teile der Hand fehlen.

Der Deutsche Zukunftspreis, der mit 250.000 Euro dotiert ist, ehrt seit 21 Jahren technische, Ingenieurs- und naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten führen. Die Entscheidung, welches der nominierten Teams den Deutschen Zukunftspreis 2017 erhält, fiel vergangene Woche im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Für Stefan Schulz und sein Team reichte es leider nicht zum Sieg. Den holte sich ein Wissenschafts-Team aus Hannover, das einen Roboterassistenten entwickelt hat. 

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