Festnahme
(Symbolbild)
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Mann zerrt Freundin ins Auto und flüchtet: Jugendliche starten beherzte Rettungsaktion
Pforzheim
09.07.2018 19:45
Eine Entführung mit einer filmreifen Flucht spielte sich am Samstagnachmittag in der Pforzheimer Innenstadt ab.

Ein 22-jähriger Mann aus Vaihingen soll gegen 15 Uhr die Arbeitsstelle seiner Lebensgefährtin in der Pforzheimer Innenstadt aufgesucht haben, da diese offenbar Trennungsabsichten äußerte. Wie die Polizei schreibt, soll er die junge Frau mit Gewalt über das hintere Treppenhaus am Arm aus dem Laden nach draußen gezogen haben, um mit ihr zu sprechen.

Die junge Frau schrie um Hilfe und trotz heftiger Gegenwehr konnte sie sich nicht befreien. Am Hinterausgang des Ladengeschäftes angelangt, habe er sie in sein dort stehendes Auto gestoßen. Sieben Jugendliche, die auf die Situation aufmerksam wurden, eilten daraufhin der Frau zu Hilfe, um sie aus dem Auto zu befreien.

Entführer flüchtet filmreif

Daraufhin stieg der Mann aus, versuchte die jugendliche Gruppe zu verjagen und kletterte über die auf der Beifahrerseite sitzende und sichtlich verängstigte Frau wieder auf den Fahrersitz. Obwohl sich die Jugendlichen hartnäckig um das Fahrzeug verteilt hatten, um der Frau zu helfen, fuhr der 22-Jährige wie in einem Hollywood-Film mit offenen Autotüren rückwärts und flüchtete über die Zerrennerstraße in östliche Richtung.

Dabei wurde ein 14-Jähriger leicht an der Hüfte touchiert. Er wurde, wie drei seiner Freunde im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, die sich bei ihrer gut gemeinten Rettungsaktion die Knie aufschlugen, leicht verletzt. An der sofort eingeleiteten Fahndung nach dem Fahrzeug waren mehrere Polizeistreifen beteiligt.

Gegen 15.30 Uhr zeigten die Fahndungsmaßnahmen Erfolg: Der junge Mann konnte auf der B 10 kurz vor Enzberg angehalten und vorläufig festgenommen werden. Er befand sich wohl in einer psychischen Ausnahmesituation, heißt es von Seiten der Polizei. Seine Freundin kam mit blauen Flecken und Prellungen in eine Klinik. Mit dem Ziel einer räumlichen Trennung und einer entsprechenden Gefährderansprache durch die Polizei kam der junge Mann zunächst bei einem Bekannten unter.

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