Bauarbeiten Enztalbahn
Maßarbeit: Die Arbeiten entlang der Enztalbahn schreiten gut voran. Projektleiter Frank Weißmann (m.) von der AVG-Bahnmeisterei Forbach überprüft mit dem Zollstock die richtige Lage der neu eingepassten Schienen am Bahnhof in Neuenbürg.
Bild: AVG
200 Meter Gleise pro Stunde: AVG legt bei der Sanierung der Enztalbahn beachtliches Tempo vor
Pforzheim
09.08.2018 19:03
Noch bis zum 10. September dauern die Instandsetzungsarbeiten auf der Enztalbahn zwischen Pforzheim und Bad Wildbad an. Hierbei setzt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) auch einen 400 Meter langen Spezialzug für die Auswechslung der Eisenbahnschwellen ein. Außerdem werden auf der Stadtbahnstrecke zahlreiche Brückenbauwerke saniert.

400 Meter lang und 600 Tonnen schwer ist der Koloss aus Stahl, der als Spezialzug im Auftrag der AVG in diesen Tagen zur Instandsetzung eines Teilstücks der Stadtbahnstrecke zwischen Pforzheim und Bad Wildbad eingesetzt wird. Das geht aus einer Pressemeldung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft hervor. Das Schienenfahrzeug, das laut AVG in ganz Europa zum Einsatz kommt, wechselt die Schwellen dabei in einem automatisierten Fließbandverfahren.

Bauarbeiten Enztalbahn
Zur Erneuerung von Gleisschwellen bei Brötzingen setzt die AVG einen Gleisumbauzug ein. Bild: AVG

19 Personen als Besatzung für den Hightech-Zug

"Bei seiner Fahrt frisst der Zug vorne das komplette Gleisbett samt Schwellen und Schienen und spuckt hinten das neue wieder aus", erklärt Frank Weißmann, Leiter der AVG-Bahnmeisterei Forbach. Auch wenn sie viele Arbeitsgänge auf einmal erledigt: 19 Personen als Besatzung sind laut Weißmann notwendig, um den komplexen Betrieb der Anlage zu unterstützen und zu überwachen.

"Die meisten der hier verbauten Stahlschwellen stammen noch aus dem Jahr 1933 und haben ihre Lebensdauer inzwischen überschritten. Die neuen Betonschwellen halten dann die nächsten 50 bis 60 Jahre", so Weißmann. Der Bauingenieur trägt die Gesamtverantwortung für die Sommerbaumaßnahme der AVG auf der Enztalbahn.

Spezialzug kostet 40.000 Euro pro Tag

Die Hochleistungsmaschine stammt aus dem Fuhrpark eines schwäbischen Bauunternehmens. Ihr Einsatz koste Weißmann zufolge rund 40.000 Euro am Tag. Ungefähr 200 Meter pro Stunde lege der Gleisumbauzug bei seiner Arbeit zurück.

Bauarbeiten Enztalbahn
Projektleiter Frank Weißmann (r.) bespricht mit den Werkmeistern der Bahnmeisterei Forbach, Emanuel Asal (m.) und Jasmin Gerzic (l.), die Instandsetzung der Bahnbrücken am Bahnhof Neuenbürg. Bild: AVG

Das heißt: In knapp zwei Tagen kann der Schwellentausch auf dem rund 2,5 Kilometer langen Teilstück südwestlich der Goldstadt damit fertig sein. "Ohne diese Spezialmaschine würden wir mehrere Wochen für die Erneuerung dieses Gleisstückes brauchen. Auch der Personalaufwand wäre um ein Vielfaches höher", beschreibt der Projektleiter die Vorzüge des Gleisumbauzuges.

"Wir liegen gut im Zeitplan"

Der Wechsel der Gleisschwellen auf diesem Teilstück der Linie S6 im Brötzinger Tal ist aber nur eine von insgesamt 20 Einzelbaumaßnahmen, die auf der Stadtbahnstrecke zwischen Pforzheim und Bad Wildbad bis zum 10. September durchgeführt werden. Neben Brückenarbeiten finden der Pressemeldung zufolge auch Arbeiten am Gleiskörper, Felswand- und Vegetationsarbeiten statt. Rund 150 Personen der AVG und der beauftragten Baufirmen seien auf den verschiedenen Baustellen im Einsatz.

Bauarbeiten Enztalbahn
Maßarbeit: Die Arbeiten entlang der Enztalbahn schreiten gut voran. Projektleiter Frank Weißmann (m.) von der AVG-Bahnmeisterei Forbach überprüft mit dem Zollstock die richtige Lage der neu eingepassten Schienen am Bahnhof in Neuenbürg. Bild: AVG

So auch am Bahnhof Neuenbürg, wo die AVG zwei Brücken instand setzt. An der Westlichen Karl-Friedrich-Straße in Brötzingen soll ebenfalls eine Bahnbrücke saniert werden. Arbeiten ganz anderer Art führt die AVG wiederum in Birkenfeld durch: Hier sichert das Verkehrsunternehmen an einer 200 Meter langen Felswand die Stadtbahnstrecke gegen Steinschlag ab.

Bis die 25 Kilometer lange Strecke zwischen Pforzheim und Bad Wildbad wieder für den Stadtbahnverkehr freigegeben wird, betreibt die AVG für ihre Fahrgäste mit Bussen einen Schienenersatzverkehr. "Wir wissen, dass wir unseren Fahrgästen mit der Sperrung derzeit einiges zumuten. Aber letztlich dienen diese Maßnahmen dazu, die Qualität des Bahnbetriebs dauerhaft zu sichern. Wir sind sehr zufrieden mit dem Baufortschritt und liegen gut im Zeitplan", sagt Weißmann abschließend.

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