Bild: Thomas Ostermann
Die östliche Kaiserstraße im Wandel: Ziehen hier bald Start-ups, Büros und Supermärkte ein?
Karlsruhe
14.07.2020 06:00
Ob Dönerimbiss, Asiafood oder preiswerte Bäcker: Take-Away-Geschäfte haben die östliche Kaiserstraße erobert. Rings umher ziehen immer günstigere Einzelhandelsgeschäfte ein. Doch damit soll künftig Schluss sein. Wie der Osten der Kaiserstraße wieder aufgewertet werden soll und was für Läden die Besucher hier künftig erwarten - in der neuen ka-news.de-Serie "Karlsruhe im Wandel" nehmen wir jeden Dienstag einen anderen Bereich unter die Lupe.

Die Kaiserstraße, Shoppingmeile in Karlsruhe, könnte unterschiedlicher kaum sein: Während im Westen Modehausketten, Juweliere und mitunter hochpreisige Cafés die Passanten anlocken, tummeln sich im Osten der Straße Billigläden und urige Bars.

In schon wenigen Jahren soll die Karlsruher Innenstadt zu einer echten Flaniermeile werden. Dann werden die Schienen der Straßen- und Stadtbahnen unter die Erde in den neuen Karlsruher Bahntunnel verlegt und die Passanten können nach Herzenslust bummeln. Mit der Umgestaltung der Fußgängerzone soll sich auch das Niveau des Einzelhandels anheben.

Baumreihe und Bahntunnel: So soll die Kaiserstraße in Zukunft aussehen. Bild: Mettler Landschaftsarchitektur

Sorgenkind ist dabei die östliche Kaiserstraße. Vergnügungsstätten und Discounter sind der Stadt Karlsruhe mit Blick auf die Zukunft ein Dorn im Auge. Während das komplette Gebiet für über 90 Millionen Euro saniert werden soll, sind für den Bereich der Kaiserstraße einige separate Maßnahmen geplant.

Günstig und International - ist das die Zukunft?

"Günstig und international" - so stellt sich der Straßenabschnitt heute dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie, das sogenannte CIMA-Gutachten, dass die Stärken und Schwächen der Karlsruher Stadtteile untersucht.

 

Die Tabelle zeigt: Deutlich mehr negative Aspekte hat die östliche Kaiserstraße derzeit zu verbuchen. Doch die Stärken des Areals zeigen, dass Potential für eine Entwicklung vorhanden ist. Um dies auszuschöpfen, stehen dem Bereich in den nächsten Jahren folgende Maßnahmen bevor:

1. Wie die Erdgeschosszonen aufgewertet werden

Um dem fortschreitenden Verfall des Gebietes entgegenzusteuern, hat sich die Stadt das Vorkaufsrecht gesichert. Das bedeutet: Sollte eine der Flächen den Besitzer wechseln, hat die Stadt ein Wörtchen mitzureden und darf entscheiden, wer die Immobilie erwerben darf. Voraussetzung für dieses Vorkaufsrecht ist, dass die geplante Sanierung des Gebietes der Allgemeinheit zu Gute kommt.

Shopping in Karlsruhe. (Symbolbild) Bild: Thomas Riedel

Welche Geschäfte möchte die Stadt Karlsruhe in der östlichen Kaiserstraße "einziehen" lassen? Als Anker und Anziehungspunkt für Besucher sollen City-Supermärkte und ein Drogeriemarkt ihre Türen öffnen. Die gastronomischen Angebote sollen mehr Qualität erhalten. Ergänzt werden könnte dies durch Fitness- und Wellnessangebote und Kulturtreffs.

2. Obere Stockwerke: Wer "über" der Kaiserstraße einzieht

Auch für die Obergeschosse der Häuser hat die Stadt bereits grobe Vorstellungen. Währende im ersten Stock vorwiegend Büros oder Gesundheitsdienstleister einen Platz finden sollen, ist der zweite Stock für die Wohnnutzung vorgesehen. Ein genaues Konzept für die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten steht noch aus.

3. Ein Ort der Gründer: Start-ups in der Kaiserstraße?

Direkt an die Kaiserstraße schließt der große Campus der Universität, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an. Doch davon ist derzeit wenig zu spüren, denn der Bereich ist städtebaulich von der Innenstadt "abgekapselt". Im Zuge der Neugestaltung des Kronenplatzes, an dem eine neue Stadtbibliothek entstehen könnte, soll auch die Wissenschaft in der Kaiserstraße mehr Präsenz erhalten.

Der Karlsruher Kronenplatz soll umgestaltet werden. Bild: Wessinger

Daneben soll auch Raum für die Zielgruppe der Gründer geschaffen werden. Denkbar wäre beispielsweise, einige der Start-ups, die derzeit auf dem Areal des Alten Schlachthofes untergebracht sind, in die östliche Kaiserstraße umzusiedeln.

All diese Maßnahmen zielen darauf ab, Karlsruhe für die Zukunft zu rüsten. Die Stadt soll zum Besuchermagneten werden, Menschen aus der gesamten Region anziehen und vor allem mit einem starken Einzelhandel punkten. Um diesem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen, werden an allen Ecken und Enden der Fächerstadt in den kommenden Jahren über 100 Maßnahmen umgesetzt.

ka-news.de-Serie "Karlsruhe im Wandel"

Karlsruhe soll attraktiver werden. Damit das gelingt, hat die Stadt den "Aktionsplan City" ins Leben gerufen. Dort sind über 100 Maßnahmen gebündelt, die Karlsruhes Innenstadt in den kommenden Jahren verändern werden. ka-news.de nimmt in der Serie "Karlsruhe im Wandel" die einzelnen Bereiche unter die Lupe.

Teil 1: Karlsruhe soll sich verändern: Europaplatz wird heller - Fahrradständer geplant

Teil 2: Neue Karlsruher "Shoppingmeile": Wie die Billigläden an der Kaiserstraße vertrieben werden sollen

Teil 3: Von der "Schmuddelecke" zum Wohlfühlort: Wie der Karlsruher Osten sich verändern soll

Teil 4: Problemzone Karlstraße: Weniger Verkehr, mehr Platz für Shopping?

Teil 5: Das sind die (un-)beliebtesten Plätze in Karlsruhe

Teil 6: Schluss mit verschlossenen Türen: Diese Karlsruher Plätze sollen lebendiger werden
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