Geld für Wohnungsbau
In der Stadt ist Wohnraum rar, da will gut überlegt sein, wo man noch bauen kann.
Bild: pixabay@MichaelGaida
Mehr Wohnraum in freien Zwischenräumen? Wo Nachverdichtung möglich und sinnvoll ist
Karlsruhe
02.06.2018 15:00
Bis zum Jahr 2030 fehlen in der Fächerstadt etwa 20.000 Wohneinheiten, denn Karlsruhe ist ein beliebter Wohnort, der stetig wächst. Doch wo soll und kann - gerade in der Innenstadt - noch gebaut werden? Das Zauberwort heißt "Nachverdichtung". Jeder mögliche Bauplatz soll bestmöglich genutzt werden.

Karlsruhe braucht neue Wohnflächen, und das am besten möglichst schonend, wenn es um die Flächenressourcen der Stadt geht. Doch wo kann dann noch neuer Wohnraum entstehen? Nachverdichtung und Innenentwicklung könnten Abhilfe schaffen. Nun hat die SPD-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates in der Mai-Sitzung einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt. Darin fordern die Stadträte, dass die Stadt einen Leitfaden erarbeitet, der die Innenentwicklung und Nachverdichtung reguliert und in die richtigen Bahnen lenkt.

2017: Zwischen der Frühlingsstraße und der Ludwig-Erhard-Allee entstehen neue Gebäude. (Archivbild) Bild: Peter Eich

"Dieser Leitfaden soll zur Stärkung von Transparenz und Optimierung von Planungsprozessen dienen", so die SPD in ihrem Antrag weiter. Der Grund: So sollen frühzeitig Ängste, Misstrauen und Sorgen der Bürger abgebaut werden. "Er soll auch dazu beitragen, Widerstände zu überwinden", schreibt die SPD weiter in ihrer Begründung zum Antrag.

"Das Thema anzugehen, ist aus Sicht der Stadtverwaltung in jedem Fall wichtig zu forcieren", so die Stadt in ihrer Antwort an die SPD-Fraktion. Derzeit seien aber keine Kapazitäten für einen solchen Leitfaden vorgesehen. 

Neues Projekt um Wohnflächen besser zu erkennen

Jedoch verweist die Stadt Karlsruhe auf ein geplantes Projekt: den Wohnpotenzialatlas (KaWoPA). "Mit Hilfe eines externen Gutachtens sollen bis 2019 mögliche Innenentwicklungspotenziale im gesamten Stadtgebiet gesichtet werden und deren Aktivierbarkeit bewertet werden", schreibt die Stadtverwaltung weiter. Im Fokus liegen dabei vor allem Garagenhöfe, aber auch Flächen, die im Vorfeld von der Stadt im Innenbereich gesichtet worden sind. 

Garagen könnten aufgestockt werden. Bild: Corina Bohner

Zudem soll laut Stellungnahme der Stadt auch ein 3-D-Modell der Fächerstadt zum Einsatz kommen: "So sollen gezielt Aufstockungsmöglichkeiten aufgezeigt werden!" Bis Ende des Jahres sollen diese Potenzialflächen vorliegen und bis zum Frühjahr 2019 bewertet werden. "Diese Ergebnisse sollen bis Mitte des nächsten Jahres dann im 'Karlsruher Wohnpotenzialflächenatlas mit Aktivierungsleitfaden' zusammengefasst werden", so die Stadtverwaltung weiter.

Südliche Flugplatzsiedlung: Zwischen den Häusern ist viel Platz - auch für neue Wohnbauten? Bild: Tim Carmele

Bürger sollen informiert werden

Dennoch ist die Stadt unsicher, inwieweit der Antrag der SPD, einen Leitfaden für die Innenentwicklung die Akzeptanz der Bürger fördern könnte. Daher wurde der Antrag an den Gemeinderat zurück in den Planungsausschuss verwiesen, das haben die Stadträte in der Mai-Sitzung abgestimmt. 

Doch die Stadt Karlsruhe will und muss nachverdichten. Daher möchten die Verantwortlichen eine Broschüre auf den Markt bringen: "Um die im Flächennutzungsplan angedachten Dichten für die Wohnbauflächen zu veranschaulichen, wird der Nachbarschaftsverband eine Broschüre mit 'best practice'-Beispielen unterschiedlicher Wohndichten veröffentlichen", so die Stadt abschließend in ihrer Stellungnahme. So sollen den Anwohnern Ängste und Sorgen genommen werden. 

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