Eingebettet in den Hardtwald steht das Wildparkstadion.
Eingebettet in den Hardtwald steht das Wildparkstadion.
Bild: Bildstelle der Stadt Karlsruhe
KSC-Stadion: Streit um Wildpark erreicht OB-Wahlkampf
Karlsruhe
13.09.2012 02:21
Die Debatte um das marode KSC-Stadion hat den Karlsruher OB-Wahlkampf erreicht. OB-Kandidat Friedemann Kalmbach von Gemeinsam für Karlsruhe (GfK) hat sich mit einem Vorschlag zum Wildparkstadion in Position gebracht: Er fordert einen neues Stadion am alten Standort. Seine Konkurrenten im Wahlkampf sehen das durchaus anders.

Da der KSC jetzt in der 3. Liga spielt, würden viele die Frage nach der Zukunft des Stadions verschieben wollen, so Kalmbach - nach eigenen Angaben KSC-Fan seit Kindertagen. Der OB-Kandidat aber ist der Überzeugung, dass die Frage unabhängig von der aktuellen Ligazugehörigkeit aufgrund des teilweise maroden Zustands des Stadions rasch geklärt werden müsse und der Umbau zügig in Angriff genommen werden sollte.

Kalmbach sagt 'Ja' zum Standort Wildpark

"Als OB wird es mein Ziel sein, den Wildpark als Standort zu belassen und in ein modernes Stadion umzubauen. Denn der Wildpark ist ein Ort, mit dem sich die Karlsruher identifizieren, ein Ort der Tradition. Mein Vorschlag ist deutlich billiger zu realisieren als ein kompletter Neubau", so Kalmbach. Eine notdürftige Sanierung, um gerade so den Spielbetrieb zu erhalten, lehnt er ab. Denn das sei Geldverschwendung und würde das Problem nur um einige Jahre verschieben.



Aus der Sicht Kalmbachs ist ein Neubau an der Autobahn nicht zu realisieren. "Sicher wären bei einem Stadion an der Autobahn mehr Werbegelder einzuholen", räumt er ein. "Doch sind Werbeeinnahmen zwar ein wichtiger, aber nur ein Faktor von vielen. Und keinesfalls bringt Werbung so viel ein, dass die Mehrkosten für einen Neubau getragen werden können." Kalmbach ist sich sicher: Ein überzeugend spielender KSC ist die Basis für die finanzielle Gesundheit des Vereins. Ein Wildparkstadion an alter Stätte, teilweise neu gebaut und für die Zukunft ausbaufähig, biete finanziell und sicherheitstechnisch einen guten Rahmen, um in Karlsruhe erfolgreichen Profi-Fußball zu etablieren.

SPD-Kandidat Mentrup will Sanierung

Auch Frank Mentrup, OB-Kandidat von SPD, Grünen und Karlsruher Liste (KAL), bevorzugt ein "mehrstufiges Sanierungskonzept" für das Wildparkstadion. "Ich kenne keinen alternativen Standort für ein neues Stadion, der realistischerweise umsetzbar ist, ich kann mir keinen Investor vorstellen, der hier wesentliche Risiken von Bau und Betrieb übernehmen würde", so Mentrup.

"So attraktiv ein neues Stadion in Hinblick auf bessere Anbindung, optimalere Sicherheit und wirtschaftliche Nutzung auch sein mag, das Wildparkstadion ist in seiner Atmosphäre gerade auch wegen seiner Lage einzigartig und diese Stärken sollten betont werden." Es müsse schnell entschieden werden, denn der derzeitige Zustand des Stadions - nicht nur der der sanitären Anlagen - sei unzumutbar für heimische wie auswärtige Fans und "peinlich für die gastgebende Stadt Karlsruhe".

Wellenreuther für Neubau an Autobahn

Ingo Wellenreuther, OB-Kandidat der CDU und KSC-Präsident, spricht sich indes klar für einen Neubau aus: "Die Stadt muss sich entscheiden, ob sie Profifußball mit seiner überregionalen Ausstrahlung in Karlsruhe behalten möchte und damit Karlsruhe attraktiver macht. Ich meine eindeutig 'Ja', weil davon die ganze Stadt und die Bürger profitieren werden, und dann führt kein Weg an einem neuen Stadion vorbei." Es sei aber utopisch zu glauben, dass der KSC als Verein ein solch neues Stadion bauen könnte. Ein neues Stadion müsste daher in städtischer Verantwortung, am besten in Zusammenarbeit mit einem Investor verwirklicht werden.

"Ich trete seit Jahren für einen Stadionneubau in Autobahnnähe ein, denn der Standort Wildpark hat zwar eine lange Tradition, aber gravierende Nachteile: die schlechte verkehrliche Erreichbarkeit mit Auto und ÖPNV, die Lage in einem Landschaftsschutzgebiet, keine ausreichenden Parkmöglichkeiten, die schwierige Zu- und Abfahrt zum Stadion, die Begrenzung der Zuschauerkapazität, sehr stark eingeschränkte Werbewirksamkeit und Vermarktungsmöglichkeiten sowie Sicherheitsprobleme durch schwierige Trennung der Fangruppen", so Wellenreuther.

Wenzel möchte Multifunktionsarena

Auch Jürgen Wenzel, Stadtrat und OB-Kandidat der Freien Wähler (FW) sieht den jetzigen Standort problematisch: "So sehr ich am Wildparkstadion hänge, so halte ich den Standort dennoch für verkehrstechnisch äußerst ungünstig. Es fehlt die Anbindung sowohl des Straßenbahn-, wie auch des Bundesbahnverkehrs. Der Pkw-Verkehr quält sich durch die Innenstadt, blockiert die Oststadt und fördert das Parken an ungeeigneten Stellen."Auch sollte die Option einer möglichen Erweiterung des KIT in Richtung Sportanlagen 'Wildpark' nicht aus den Augen verloren werden.

"Ich bin der Auffassung, was Karlsruhe fehlt, ist eine Veranstaltungsarena die neben Fußball auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen geeignet ist. Im Vergleich zu Mannheim mit seiner SAP-Arena ist Karlsruhe hier im Hintertreffen", so Wenzel. Zwei Standorte hatte er für eine solche Veranstaltungsarena bereits vorgeschlagen: den Freihaltestreifen der Nordtangente zwischen Technologiepark und SSC-Waldstadt mit direktem Anschluss an die Autobahnzufahrt Karlsruhe-Nord und das Busareal am Ostring als städtebaulicher Akzent und Krönung des Ostaueparks.

Mehr zur Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Mehr zum Thema:
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
83 Kommentare