KSC-Präsident Ingo Wellenreuther hat sich im Gespräch mit ka-news zum Wildparkstadion und einem möglichen Neubau geäußert.
KSC-Präsident Ingo Wellenreuther hat sich im Gespräch mit ka-news zum Wildparkstadion und einem möglichen Neubau geäußert.
Bild: marvinguengoer.de
Stadionfrage ist festgefahren: KSC hofft auf Gespräche nach OB-Wahl
Karlsruhe
16.10.2012 17:22
Nach der SPD-Anfrage und der Antwort der Stadt zum Thema Wildparkstadion hat sich nun KSC-Präsident Ingo Wellenreuther im Gespräch mit ka-news zum Thema Stadion geäußert. Die Stadt beklagte zuvor die Haltung des Karlsruher SC - allein der Verein sei nun beim Thema Stadion am Zug. Die Situation scheint festgefahren. Wellenreuther hofft nun auf eine "sachliche und unaufgeregte Diskussion" nach der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 2. Dezember.

"Der Verein ist weiterhin der Auffassung, dass der Standort im Wildpark nicht geeignet ist", erklärte KSC-Präsident Wellenreuther im Gespräch mit ka-news. Die Grundsatzentscheidung, ob Profifußball in der Fächerstadt erwünscht ist oder nicht, müsste gefällt werden - ohne ein modernes Stadion sei dieser gefährdet. "Wir haben den Eindruck, dass Profifußball hier gewünscht wird, dann muss sich auch die Stadt bewegen", so Wellenreuther weiter, der einige Aussagen in der städtischen Antwort nicht nachvollziehen kann.

Wellenreuther hofft auf Gespräche nach der OB-Wahl

"Vieles wird durch die OB-Wahl überlagert" bemängelt der Präsident, denn viele Jahre habe die SPD auch alles blockiert. "Wir brauchen aber Lösungen und so können wir nach der Wahl hoffentlich zusammen sachgerecht diskutieren." Die sportliche Situation sei derzeit vorrangig, eine solche Diskussion um das Stadion schade der Stadt und auch dem KSC als Verein, ist sich der CDU-Politiker sicher. Der Feststellung der Stadt, dass sich Wellenreuther seit Amtsantritt bei der Stadt nicht gemeldet habe, kann er zwar nicht widersprechen, doch auch von Seiten der Stadt sei ein Brief mit Detailfragen zum Standort Wildpark nicht beantwortet worden.

Hinzu kommt das bekannt eisige Verhältnis zwischen Wellenreuther und dem Oberbürgermeister und Parteikollegen Heinz Fenrich: "Wir wollten nun vor dem OB-Wechsel keinen großen Streit mehr vom Zaun brechen." Deshalb hofft Wellenreuther nun auf konstruktive Gespräche nach dem Amtswechsel im Karlsruher Rathaus. Der Verein werde auch weiterhin sachliche Hinweise zum Stadion geben, wie er es in den letzten Jahren getan habe - hier vermisste der Verein von Seiten der Stadt zuletzt die Kooperation. Der Stadt als Eigentümerin des Stadions könnte der Verein nur beratend zur Seite stehen.

Exemplarisch kritisiert Wellenreuther die Aussagen der Stadt zum privaten Investor "newport", der an der Autobahn eine neue Arena bauen wollte. "Das Rathaus hat damals den Spieß umgedreht und gesagt: 'newport will nicht mehr!' Aber das stimmte nicht, die Sache lag für die Firma nur eine Zeit auf Eis", erläutert Wellenreuther. Wegen der beginnenden Wirtschaftskrise hätte sich die Firma nicht mehr sicher sein können, ob die Stadt die versprochenen 50 Millionen Euro zahlen würde - zudem standen Neuwahlen beim KSC an. Zuvor hatte "newport" die Infrastrukturkosten an der Autobahn auf 50 Millionen Euro geschätzt. Ein Stadion für 87 Millionen und Parkhäuser für 30 Millionen Euro wären hinzugekommen - eigentlich unabhängig von der Stadt. OB Fenrich beharrte im Oktober 2010 auf den Wildpark - alles andere müsse der KSC selbst durchziehen.

"Daraufhin ist die Stadt blass geworden, weil niemand dachte, dass ein Investor das Stadion bauen würde", so der KSC-Präsident. Deshalb habe die Stadt die Kosten für die Infrastruktur auf 150 Millionen Euro taxiert. "Hier wurde nie geklärt, wer Recht hat. Es steht Wort gegen Wort." Nach zwei Monaten Stillstand wertete die Stadt "newports" Zurückhaltung dann als Ausstieg. "Seitdem ist nichts mehr passiert", moniert Wellenreuther. Zwar erkennt er an, dass das Gutachten des Büros Speer und Partner den Wildpark als geeignet ansieht, der Auftraggeber des Gutachtens müsse aber im Hinterkopf behalten werden - in diesem Fall ist das die Stadt Karlsruhe.

"Wir werden draußen im Wildpark nie eine gute Lösung finden mit nur einer Anfahrt", so Wellenreuther gegenüber ka-news weiter. Auch die Sicherheitsbedenken sind für ihn nicht ausgeräumt: "Wir können nicht einfach eine Zufahrt und Busparkplätze in den Wald bauen - zumal wir hier von einem Schutzgebiet reden." Eine Zukunft sieht er weiterhin nur an der Autobahn. "Außerdem hätten wir für den Wildpark mit dem KIT einen geeigneten Nachmieter in der Hinterhand. Das ist wichtig, damit sich das KIT weiterhin positiv entwickeln kann." Diese Tatsache und die immer höher werdenden Kosten am Standort Wildpark veranlassten den Gemeinderat, nach alternativen Standorten für eine neue Arena zu suchen - doch bis heute wurde der altehrwürdige Wildpark nur geflickschustert, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Am Dienstagabend wurde das Thema KSC-Stadion lautstark im Karlsruher Gemeinderat eineinhalb Stunden lang diskutiert. Mehr dazu im Laufe des Tages bei ka-news.

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