Bild: Peter Eich
Neues Wildparkstadion: Gemeinderat stimmt ersten Auftragsvergaben zu
Karlsruhe
17.07.2018 16:27
In der letzten Sitzung vor der Sommerpause musste der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag gleich mehrere Entscheidungen treffen, wie der weitere Ablauf beim Bau des neuen Wildparkstadions aussehen soll. Neben einer Änderung im Bauablauf, stimmte der Gemeinderat auch über die Vergabe des temporären Spielbetriebes und der Kampfmittelentsorgung ab. Positive Neuigkeiten gibt es beim Kostenfaktor Erdwall-Entsorgung, die wird wohl deutlich günstiger als zunächst angenommen.

Am Nachmittag kam der Gemeinderat zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause im Rathaus zusammen. Großes Thema auf der Agenda waren auch die künftigen Schritte beim Bau des neuen Wildparkstadions. Der Gemeinderat war dazu aufgerufen, neben einer Neueinstufung des Geschäftsordnungvertrages, auch über die Vergabe der Kampfmittelbeseitigung und dem temporären Spielbetrieb abzustimmen.    

Mit 27 Stimmen sprach sich eine Mehrheit der 44 anwesenden Stadträte für den Vorschlag der Stadtverwaltung aus, dass im Vorfeld des Stadionneubaus umfangreiche Rückbau- und Kampfmittelerkundungsmaßnahmen vorgenommen werden, um so dem Generalunternehmer des Bauprojekts ein kampfmittelfreies Baufeld zu übergeben.

Wallentsorgung günstiger als bisher kalkuliert 

Darunter fällt auch die Entsorgung der Erdwälle, deren Kosten jetzt wohl günstiger werden. Denn das Angebot des zuständigen Unternehmens, das die Kampfmittelerkundung und die Entsorgung der Erdwälle übernehmen wird, liegt nur bei knapp 4,8 Millionen Euro und damit deutlich unter den bisher kalkulierten Kosten von über 8 Millionen.  

(Symbolbild) Bild: Paul Needham

Die Stadträte von CDU, SPD, FDP und "Für Karlsruhe"  loben, dass die Budgetkosten niedriger sind als erwartet. CDU-Stadtrat ... Hofmann sprach von einer "erfreulichen Mitteilung" und empfand es als Genugtuung gegenüber den Kritikern, dass das ursprünglich eingepante Budget nicht benötigt werde.  

"Wir stehen zum KSC und zum Stadion. Daher befürworten wir alle Dinge und stimmen den Beschlüssen zu", spricht sich Thomas Hock von der FDP für die Beschlüsse der Stadt aus. Auch Parsa Marvi von der SPD äußerte sich im Gemeinderat positiv. Es sei schön, dass man mit Beginn der Sommerpause das Finale in Sachen Stadionentscheidung habe. "Wir freuen uns auf die Realisierung und hoffen auf weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein", so Marvi im Namen seiner Fraktion.   

"Es war klug von der Verwaltung, so zu handeln", findet Friedemann Kalmbach von "Für Karlsruhe". Man könne sich  freuen, dass wir deutlich weniger Budget brauchen als veranschlagt, findet er.  "Wir freuen uns, dass es mal ein positives Signal gibt."

"Angebot entspricht genau dem, was ausgeschrieben wurde!" 

Kritischer fielen die Stimmen von Grüne, Linke, und Kult-Fraktion aus. Stadtrat Lüppo Cramer von der Kult-Fraktion kritisierte, dass es für das günstigere Angebot auch weniger Leistung gebe. Dies wies Oberbürgermeister Mentrup aber als falsch zurück. "Das Angebot entspricht genau dem, was ausgeschrieben wurde.", entgegnet Mentrup der Kritik von Cramer.   

Erik Wohlfeil von der Kult-Fraktion sprach beim Bau des Stadions weiterhin von einem großen Risiko. "Der Bau wird nicht billiger, sondern nur weniger zusätzlich teurer", mahnt Wohlfeil. Seine Fraktion lehnte die Vergaben deshalb auch entsprechend ab.  



Paul Schmidt von der AfD äußerte Kritik an der Stadt, dass Anfragen nicht beantwortet wurden und warf der Stadt mangelnde Transparenz gegenüber der Bürger vor. "Es bleiben offene Fragen. Ich finde es nicht ausreichend wenn nur Stadträte tiefer in die Materie eingebunden sind als die Bürger. " Er hoffe, dass  Informationen künftig besser an die Öffentlichkeit gelangen

Niko Fostiropoulos von der Links-Partei sprach davon, dass beim Neubau des Wildparks "100 Prozent Steuermittel verwendet werden, die einem Gewerbemittel dienen." Zudem kritisierte der Stadtrat, die vergleichsweise geringe Nutzung an lediglich 17 bis 20 Spieltagen. "Es muss abgewartet werden, ob Kosten für die Wallentsorgung tatsächlich niedriger ausfallen, wenn es zur Ertüchtigung des Geländes kommt." Fest stehe hingegen, dass die für den Bau veranschlagten Mittel in anderen Bereichen fehlen werden.

Die Erdwälle unter den Tribünen werden untersucht. Bild: (Archiv)

Mehrheitliche Zustimmung für temporären Spielbetrieb  

Der Gemeinderat hat in seiner Plenarsitzung außerdem mehrheitlich zugestimmt, dass im Rahmen der Vorabmaßnahmen zum Stadionneubau, die Firma Nüssli GmbH den Zuschlag für den temporären Spielbetrieb und den Bau der notwendigen Provisorien bekommen wird.

Das Unternehmen ist ein weltweit tätiger Anbieter für temporäre Bauten im Sport- und Kulturbereich. So zeichnete sich das Unternehmen unter anderem für Tribünen beim Formel1-GP von Mexiko, der Beachvolleyball-WM sowie die Red Bull Crashed Ice-Arena verantwortlich.



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