Luftbild mit Visualisierung
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Bild: Newport
"Nachvollziehbare Zahlen" von "Luftnummer Newport"
Karlsruhe
21.04.2009 12:15
"Nachvollziehbare Zahlen" für den Stadionneubau am "Gleisdreieck" soll die Firma Newport mit Unterstützung der Fachbehörden vorlegen. Parallel dazu muss die Stadtverwaltung die nötigen Kosten für die Maßnahmen am Standort Wildpark bewerten. Diese beiden Ergebnisse sollen dann gegenübergestellt werden, um die Auswirkungen beider Projekte für den Stadthaushalt deutlich zu machen.

Es war denkbar knapp: 25 Stimmen der Gemeinderatsmitglieder waren für den Vorschlag, das Newport-Modell weiterhin als Option für die Stadion-Zukunft beizubehalten, 23 stimmten dagegen. Der interfraktionelle Antrag von CDU, FDP und KAL löste eine teilweise hitzig geführte Debatte aus: Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) wollte das "interessante Konzept von Newport näher beleuchten". Manchmal müsse man eben "zwei Schritte zurück machen, um einen Schritt voran machen zu können," so Luczak-Schwarz.

"Nicht die billigste, sondern die zukunftsträchtigste Lösung"

Laut Rita Fromm (FDP) würde man "mit der kleineren Lösung Wildpark mehr kaputt machen als man gewinnen kann." Zudem könne man nicht vom Investor verlangen, bis ins kleinste Detail zu arbeiten, ohne zu wissen, ob der Standort überhaupt in Frage komme. Eberhard Fischer (KAL) bestätigte Fromm darin, dass nur "auf Basis von Fakten entschieden werden darf", denn bei beiden Standorten seien Fragen zu den Kosten offen. "Nicht die billigste, sondern die zukunftsträchtigste ist die beste Lösung," fügte Fischer an.

Dem gegenüber stellten die SPD- und Grünen-Fraktion ihre Sicht der Dinge dar: Heinrich Maul (SPD) kritisierte zunächst das "Chaos der Anträge" und das offensichtlich "tiefgreifende Zerwürfnis" zwischen dem Oberbürgermeister und der CDU-Fraktion in der Stadionfrage. Er halte die Firma Newport solange für nicht fähig, eine nötige Zwischenfinanzierung bis zu Beginn des Spielbetriebs aufzubringen, bis der Gegenbeweis erbracht sei. Ebenso skeptisch äußerte sich Andreas Ruthardt (Grüne) zu dem "riskanten Investorenmodell". Er fragte: "Wie oft soll denn noch geprüft werden?" Die Zahlen aller möglichen Standorte seien zumindest soweit durchgerechnet worden, dass eine politische Entscheidung getroffen werden könne. Doch laut Ruthard würden sich die Newport-Unterstützer nur nicht trauen, vor den anstehenden Wahl eine möglicherweise unpopuläre Entscheidung zu treffen.

"Keine weiteren Abenteuer - privat heißt auch privat finanziert"

Ingo Wellenreuther (CDU) wollte die Ängste und Sorgen, mit denen gespielt werden würde, nicht akzeptieren. Es gäbe keine Rockveranstaltungen und das Stadion würde nicht wie behauptet 70 Meter, sondern nur 35 Meter hoch gebaut werden. Doch er räumte auch ein: "Wenn am Ende des Tages herauskommt, dass die Stadtverwaltung recht hatte und die Zahlen von Newport falsch sind, dann sind wir natürlich bereit, das zu akzeptieren."

Hans Pfalzgraf (SPD) erinnerte daran, dass ein Stadionbau am "Gleisdreieck" den Freizeitpark Durlach aufgrund der räumlichen Situation verdrängen würde. Seine Parteigenossin Doris Baitinger forderte "keine weiteren Abenteuer", denn ein "privater Investor sollte auch eine private Finanzierung" bedeuten.

KSC-Präsident Raase: "Die Zahlen sind ausschlaggebend"

Zuletzt warnte Oberbürgermeister Fenrich vor den Konsequenzen, welche das Newport-Modell mit sich bringe: Alle Gutachten sprächen deutlich für eine Wildpark-Lösung, 180 Gärten an der Mastweide und 155 Gärten an der Durlacher Allee zu verplanen sei ein "vermeidbarer Flächenverbrauch" und das Tiefbauamt habe bezüglich der Erschließungskosten in Sachen Infrastruktur über 150 Millionen Euro an Kosten errechnet. Die "Luftnummer" Newport hätte bisher nur "flache Tiefe in seinen Aussagen" durchblicken lassen.

Trotz der geschlossenen Ablehnung des Antrags seitens der SPD- und Grünen-Fraktion kamen die nötigen 25 Ja-Stimmen für eine knappe Mehrheit zusammen - weiterhin heißen die Optionen für den Karlsruher SC Gleisdreieck oder Wildpark.

KSC-Präsident Hubert Raase meinte hierzu direkt im Anschluss: "Eine der beiden Lösungen wird in jedem Fall zum Tragen kommen. Der ausschlaggebende Punkt sind die Zahlen, die der Karslruher SC zu tragen hat. Darauf basierend werden wir dann entscheiden."


Entwürfe KSC-Arena Karlsruhe

<p><strong>Übersichtsplan:</strong></p>
<p>Rot: Trainingsplätze im Wildpark<br />
Blau: Stadionbaukörper am Gleisdreieck<br />
Grün: Mittelfristig Sportpark "Untere Hub"<br /></p> Luftbild Standort Gleisdreieck

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