(Symbolbild)
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Bild: Paul Needham
Nach Abstieg des KSC: Diskussion über Wildpark-Stadion neu entbrannt
Karlsruhe
02.05.2017 15:12
Seit vergangenem Samstag ist es offiziell: Der Karlsruher SC wird in die 3. Liga absteigen. Als Konsequenz aus dem katastrophalen Saisonergebnis fordert die Grünen-Gemeinderatsfraktion, die Planungen für den Neubau des Wildpark-Stadions anzupassen. Und mit diesem Vorschlag sind die Grünen nicht allein.

Mit der Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern war der Abstieg für den Karlsruher SC vorzeitig besiegelt. Mit 1:3 unterlagen die Hausherren im Wildpark. Während die Verantwortlichen beim KSC die Weichen für die 3. Liga stellen, bahnt sich eine neue Diskussion über den Neubau des Wildparkstadions an. Mit einem Antrag will die Grüne-Gemeinderatsfraktion erreichen, dass der Zeitplan für den Neubau angepasst wird. 

Stadt soll nicht auf den Kosten für den Neubau sitzen bleiben

Im ersten Bauabschnitt sollen nur die Baumaßnahmen umgesetzt werden, die für einen Spielbetrieb in der 3. Liga erforderlich sind, so die Forderung der Karlsruher Grünen. "In den Wirtschaftlichkeitsberechnungen zum Neubau des Stadions ist nicht vorgesehen, dass der KSC längere Zeit in der 3. Liga verbleibt", so Ekkehard Hodapp, sportpolitischer Sprecher der Fraktion.

Voraussagen könne die sportliche Zukunft des KSC zum jetzigen Zeitpunkt aber niemand. "Bei drastisch reduzierten Einnahmen aus den Fernsehrechten, Einbußen bei den Sponsorengeldern und geringeren Zuschauerzahlen werden dem Verein jedoch die finanziellen und damit die spielerischen Mittel fehlen, um bald wieder aufzusteigen. In diesem Fall würde die Stadt auf den Kosten für den Neubau sitzen bleiben. Deshalb muss der Gemeinderat jetzt darauf reagieren, bevor die Baufirmen beauftragt werden."

"Eine komplette Aussetzung des Neubaus ist keine Option"

"Die Gegentribüne ist erneuerungsbedürftig und liegt weit vom Spielfeld entfernt. Deshalb sollte dieser Bauabschnitt unabhängig von der Klassenzugehörigkeit als Erstes angegangen werden. Den geplante Abriss und Neubau der Haupttribüne wollen wir dagegen verschieben, bis die sportliche Situation des Vereins dies sinnvoll und möglich macht", konkretisiert der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Johannes Honné, die Vorschläge.

Auch die vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen rund um das Stadion sind nach Ansicht der Grünen auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen. Geplant seien diese für Hochrisiko-Spiele in der Bundesliga und nicht für Begegnungen in der 3. Liga. Hodapp und Honné betonen in der Pressemitteilung, dass dieses Vorgehen zu keinerlei Zeitverzögerung führen würde, wenn der KSC schnell wieder aufsteige. Es könnte aber ein wirtschaftliches Desaster verhindern, sollte der Verein doch länger in der 3. Liga verbleiben.

"Eine komplette Aussetzung des Neubaus halten wir für keine Option. Wir wollen, dass der Verein eine solide Grundlage für den Spielbetrieb hat. Es kann jedoch nicht im gesamtstädtischen Interesse sein, die Augen vor den absehbaren finanziellen Folgen eines längeren Verbleibs in der 3. Liga zu verschließen", so Hodapp und Honné.

Nachverhandlungen und Bürgerentscheid gefordert

Mit diesem Vorschlag stehen die Karlsruher Grünen nicht alleine. Bereits vor dem Abstieg des KSC am vergangenen Wochenende hatten die Kult-Fraktion und die Karlsruher Linken-Stadträte das Thema wieder auf den Tisch gebracht. Die Kult-Fraktion stellt den Neubau des KSC-Stadions nicht infrage, wie Stadtrat Lüppo Cramer im Gespräch mit ka-news betonte. Allerdings sei es notwendig, einzelne Punkte des Stadionvertrags nochmal zu überdenken. 

Den Karlsruher Linken geht das nicht weit genug. Die Karlsruher Linken-Stadträte forderten im Falle eines Abstiegs des KSC in die 3. Liga einen Planungsstopp für den Neubau des Fußballstadions und einen Bürgerentscheid über das Gesamtprojekt. Dieser Fall ist nun eingetreten. Wann der Gemeinderat sich mit dem Thema Wildparkstadion erneut auseinandersetzen wird, steht derzeit noch nicht fest. 

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