Das KSC-Stadion ist heute erneut im Gemeinderat.
Das KSC-Stadion ist heute erneut im Gemeinderat.
Bild: Collage/Eich/ka-news
Lässt die Stadt die KSC-Fans im Regen stehen? Gemeinderat entscheidet über Dächer für provisorische Tribünen - "Ohne Dach keine 2. Liga"
Karlsruhe
25.02.2019 18:18
Jahrelang standen die Fans des KSC oder auch die Gäste-Fans in der Nord- und Südkurve unter freiem Himmel. Wenn nun durch den Umbau die provisorischen Tribünen kommen, könnten die ein Dach bekommen. Darüber entscheidet nun der Gemeinderat, ob er über 1 Millionen Euro locker macht, damit der Karlsruher SC die Statuten der DFL einhalten kann.

Die Vorabmaßnahmen für den Neubau des Stadions laufen seit Monaten auf Hochtouren: Neue Flutlichtmasten wurden aufgestellt und die Erdwälle samt der Sitzplätze der Nordkurve abgetragen. Hier sollen ab Anfang  provisorische Tribünen stehen, damit auch während des Umbaus zahlreiche Fans ihren Platz finden. Aber: ohne Dach! Bisher zumindest. Denn ob die Fans auf den Tribünen aus Stahlrohren im Regen stehen, entscheidet am Dienstag der Karlsruher Gemeinderat. Immerhin geht es um 1,4 Millionen Euro, die für die beiden Dächer investiert werden müssten. 


Stand der Bauarbeiten im KSC-Stadion

Blick über das Stadion auf die aktuelle Nordkurve Bauarbeiten an der Nordkurve Bauarbeiten an der Nordkurve Bauarbeiten an der Nordkurve

Und die Dächer scheinen notwendig, nicht nur, damit die Fans nicht im Regen stehen. "Die Dächer sind nicht nur für den Komfort, sondern auch für die Sicherheit. Etwa wenn Schnee liegen sollte, damit nicht alles zugeschneit ist und den Fans etwas passiert", erklärt Florian Kornprobst, Pressesprecher des KSC gegenüber ka-news. Doch es geht um noch viel mehr: Die Lizenz für die kommende Saison! 

Ohne Dach keine 2. Liga?

Eine überdachte Tribüne ist laut Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Voraussetzung für eine Lizenzierung. Um die bangt der Karlsruher SC also gerade, denn die Abgabefrist für die Lizenzerteilung endet am 1. März. "Wenn einige Bestandteile der Anforderungen nicht erfüllt werden können, dann wird die Lizenz nur unter Auflagen genehmigt, etwa dass ein Dach schnellstmöglich angefertigt werden muss", erklärt Christopher Holschier, Pressesprecher der DFL, im Gespräch mit ka-news. "Wir wissen aber, dass gerade bauliche Änderungen nicht von heute auf morgen passieren!" 

Das KSC-Stadion ist heute erneut im Gemeinderat. Bild: Collage/Eich/ka-news

Mit einer Ausnahmegenehmigung musste der KSC in den letzten Jahren leben - bekannterweise haben die Nord- und die Südkurve kein Dach über den (Sitz-)Plätzen. "Die musste jedes Jahr neu beantragt werden, denn in der zweiten Liga ist es eben Vorschrift", erklärt der KSC-Pressesprecher weiter. Daher appelliert der Verein an den Gemeinderat, erhöht den Druck auf die städtischen Politiker. 

KSC erhöht den Druck auf die Stadträte

"Aus unserer Sicht ist eine Entscheidung für das Dach alternativlos, denn sie ist Voraussetzung für die Lizenterteilung der zweiten Liga", so Geschäftsführer des Karlsruher SC, Michael Becker, in einer Pressemeldung des Vereins. Auch er verweist auf die Ausnahmegenehmigung, jedoch könnte es im April, wenn die DFL die Lizenzen erteilt, zu spät sein für den Bau eines Dachs auf den beiden Tribünen. "Es besteht also das Risiko: Kein Dach, kein Zweitligafußball in Karlsruhe - trotz eventueller sportlicher Qualifikation", so Becker weiter und erhöht damit den Druck auf die Stadträte. 

Beim Eigenbetrieb "Fußballstadion im Wildpark" (EIBS) hingegen spricht man von einer "risikobehafteten Phase": "Wir wissen nicht, wohin die Reise mit dem Verein geht. Wir haben die Tribünen eingeplant, die Dächer sind allerdings optional, aber noch nicht beauftragt", sagt Werner Merkel, Betriebsleiter des des EIBS. 

Sind die Dächer wirtschaftlich? 

1,4 Millionen Euro sollen die Dächer also kosten, die schon im Budget für den Neubau enthalten sind. Ob eben dieser Betrag nun locker gemacht wird, darüber entscheidet am Dienstagnachmittag der Gemeinderat. Unter Punkt 13 geht es um den "Abruf der Mietoption Tribünendächer der provisorischen Tribünen Nord und Süd". Wie genau diese Mietoptionen allerdings aussehen werden, ist ka-news noch nicht bekannt, da die entsprechenden Unterlagen aus dem Gemeinderat trotz Nachfrage bei der Stadt Karlsruhe noch nicht vorlagen (Stand 25. Februar, 17 Uhr).

Dabei werden die Karlsruher Stadträte sicherlich die Wirtschaftlichkeit im Sinn haben: "Die Tribüne in der Nordkurve ist ab April im Einsatz und wird etwa 24 Monate stehen, die in der Südkurve nur etwa elf Monate", so Merkel im Gespräch mit ka-news. "Wir haben dem Gemeinderat alle Szenarien zur Verfügung gestellt, das ist die Grundlage auf der sie entscheiden können!"

Werner Merkel, Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs "Fußballstadion im Wildpark". Bild: Tim Carmele

Egal wie die Stadträte am 26. Februar abstimmen werden, beim EIBS ist man vorbereitet: "Wir sind so aufgestellt, dass wir in alle Richtungen agieren können", weiß Werner Merkel. Ab April finden dann etwas mehr als 5.000 Fans auf der provisorischen Tribüne in der Nordkurve ihren Platz, bevor es dann der Südtribüne an den Kragen geht. 

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