Bild: AS&P
Hauptausschuss: Stadionbau im Wildpark wird favorisiert
Karlsruhe
31.03.2009 17:16
In der Sitzung des gemeinderätlichen Hauptausschusses vom Dienstagnachmittag wurde von den Fraktionen diskutiert, welches Angebot die Stadt dem KSC in Sachen Stadionneubau vorlegen soll.

Nachdem das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner ein Gutachten für einen optimierten Stadionneubau am traditionellen Standort im Wildpark mit einem Investitionsvolumen von rund 107 Millionen Euro vorgelegt hatte, hatte sich Oberbürgermeister Heinz Fenrich gemeinsam mit der Wirtschaft an einen "Runden Tisch" gesetzt, um nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen.


Stadionneubau-Entwürfe am Wildpark 2009


Dieses Konzept wurde dem Hauptausschuss präsentiert. Nach dem Ausschuss muss dann der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung über den Vorschlag abstimmen.

Einigt sich der Gemeinderat auf eine Lösung, wird das Angebot dem KSC vorgelegt, der erst vergangene Woche gemeinsam mit dem Hamburger Immobilienunternehmen Newport seine Pläne für ein neues Stadion am "Gleisdreieck" vorgestellt hatte (siehe auch: "'Arena Karlsruhe' für den KSC - Sieht so die Zukunft aus?").

SPD: "Mietgobergrenze für den KSC muss entfallen"

In der Hauptausschusssitzung haben sich nun die Fraktionen zu den Neubau-Plänen der Stadt geäußert. Die SPD-Fraktion spricht sich weiterhin für den Neubau eines modernen Fußballstadions im Wildpark aus. Die von Speer & Partner vorgelegten Neubau-Pläne machen für die SPD mehr Sinn als der bisher diskutierte und favorisierte Stadionumbau.


Entwürfe KSC-Arena Karlsruhe

<p><strong>Übersichtsplan:</strong></p>
<p>Rot: Trainingsplätze im Wildpark<br />
Blau: Stadionbaukörper am Gleisdreieck<br />
Grün: Mittelfristig Sportpark "Untere Hub"<br /></p> Luftbild Standort Gleisdreieck

Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger: "Es wäre unklug und unwirtschaftlich, die alte Haupttribüne stehen zu lassen und sie in einigen Jahren sanieren zu müssen. Ein Neubau aus einem Guss, auch wenn er jetzt mehr kostet, macht einfach mehr Sinn.“ Klar sei aber, dass durch die bessere Einnahmesituation des KSC bei Realisierung eines komplett neuen Stadions eine Mietobergrenze, wie sie der Verein wünscht, entfallen müsse.

Korrigiert werden müsse aber die Sitzplatzkapazität an: "Wir wollen ein neues Stadion, allerdings nicht mit 42.000, sondern mit 35.000 Sitzplätzen. Wenn von den 35. 000 Sitzplätzen 5.000 in Stehplätze umgewandelt werden, bietet das neue Stadion Platz für rund 40.000 Zuschauer. Das reicht für die 1. Liga und erst recht für die 2. Liga.“ Dies würde auch die Investitionskosten auf rund 90 Millionen Euro reduzieren, so Baitinger.

Grüne: "Weiterhin für die kleine Lösung im Wildpark"

Für die SPD ist die derzeit "von interessierten Kreisen gepuschte Lösung" eines Stadionneubaus am Gleisdreieck keine ernsthafte Option. Hierbei gäbe es zu viele offene Fragen und zudem sei die erforderliche Ausfallbürgschaft der Stadt in Anbetracht des großen Risikos für die Stadt unvorstellbar.

"Wir treten weiterhin für eine kleine Lösung am Standort Wildpark ein", so Bettina Lisbach, Fraktionssprecherin der Grünen Gemeinderatsfraktion. Den städtischen Zuschuss wollen die Grünen bei 25 Millionen deckeln. Bei einer finanziell aufwändigeren Um- oder Neubauvariante, fordern die Grünen vom KSC, die hierfür erforderlichen Sponsorengelder einzuwerben.

CDU: "Weiterhin Beratungs- und Klärungsbedarf"

Für die CDU-Fraktion ist eine abschließende Aussage zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich: "Für uns besteht weiterer Beratungs- und Klärungsbedarf, auch fraktionsintern", so Gabriele Luczak-Schwarz, Vorsitzende der CDU-Fraktion auf ka-news-Anfrage.

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