Heute wurden die Verträge mit den Bauunternehmer für das neue KSC-Stadion unterschrieben.
Bild: Thomas Riedel
"Fußball-Tempel", "Hexenkessel", "Kathedrale des Sports" - das sagen die Bau-Beteiligten zum neuen KSC-Stadion
Karlsruhe
19.11.2018 18:54
Das neue Fußballstadion für den Karlsruher SC nimmt konkrete Formen an: Am Montag wurde im Rathaus der Bauvertrag zwischen Vertrag mit dem zuständigen Bauunternehmen und der Stadt Karlsruhe unterzeichnet. Errichten wird den "Hexenkessel", wie das neue Stadion in einer Pressemitteilung der Stadt genannt wird, der Stadien- und Sportstättenbauer "BAM Sports GmbH".

Die Unterschriften sind trocken und das Projekt "Neues Fußballstadion" einen wichtigen Schritt weiter. Seit Montag ist die Öffentlichkeit über das Aussehen des künftigen Stadions informiert. Der Entwurf stammt aus der Feder des Architekturbüros "agn": Das neue Stadion soll ab Frühjahr 2022 Platz für 34.000 Zuschauer bieten. Errichtet wird es vom Stadien- und Sportstättenbauer "BAM Sports GmbH". Es ist ein erfahrenes Bauunternehmen, das bereits die Fußball-Stadien in Dresden, Regensburg, Augsburg oder die Mainzer Opel-Arena baute.

Bild: Hans-Joachim Of

"Es ist das 24. Sportprojekt, und es gibt ein oder zwei Dinge, die wir beispielsweise aus Mainz importieren, weil sie gut sind, andere Dinge wiederum nicht", sagt BAM-Geschäftsführer Axel Eichholtz gegenüber ka-news. Auch internationale Arenen in Saudi-Arabien, Südafrika, England und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden durch die "BAM Sports GmbH" in der Vergangenheit realisiert.

Oberbürgermeister Frank Mentrup und BAM-Geschäftsführer Axel Eichholtz (v.l.n.r.) Bild: Thomas Riedel

"Das ist ein Mix aus vielen Stadien und Erkenntnissen aus Abläufen", so Eichholtz, "Wir sind Mitglied der deutschen Vereinigung deutscher Stadionbetreiber, weil wir selbst ein Stadion betreiben. Da nehmen wir auch sehr viel über aktuelle Trends und Vermarktung mit. Das ist bei den Fans nicht ganz so populär, gehört manchmal aber trotzdem dazu. Und daraus versuchen wir ein harmonisches Stadion zu entwickeln."

Viel Bauerfahrung - "beruhigendes Gefühl"

Für Oberbürgermeister Frank Mentrup ist die lange Erfahrung von BAM ein "beruhigendes Gefühl". Den Bau der SAP-Arena, ebenfalls ein BAM-Projekt, hat Mentrup "live mitverfolgt". "Da weiß man, dass man in sicheren Händen ist und bei Menschen, die etwas verstehen – und bei Menschen, die auch üblicherweise den Kostenrahmen einhalten."

Oberbürgermeister Frank Mentrup. Bild: Ingo Rothermund

Auch beim KSC findet der neue Entwurf Anklang: Man freue sich sehr, so der Karlsruher Sportclub in einer entsprechenden Pressemeldung, dass der Entwurf des agn-Design Teams gewählt wurde und durch BAM Sports umgesetzt werde. So heißt es :"Die BAM Sports GmbH baut Kulttempel, Kathedralen des Sports und Hexenkessel. Ein weiterer kommt jetzt dazu: Das neue Fußballstadion im Karlsruher Wildpark."

Einzug gehalten haben Fanwünsche - welche bereits in die Funktionale Leistungsbeschreibung, der Grundlage der Ausschreibung, aufgenommen - wie das enge Stadion und das Heranrücken der Tribünen an den Spielfeldrand, so der KSC in seiner Mitteilung an die Presse.

Der KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Bild: Uli Deck/Archiv

"Bei der weiteren Planung des neuen Stadions werden wir uns in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadt Karlsruhe und der Firma BAM dafür einsetzen, dass die Ideen und Vorschläge der Fans und des Vereins berücksichtigt werden, um für alle Besucher ein optimales Stadionerlebnis im Wildpark zu ermöglichen", so KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

Wieso dieses architektonische Konzept?

Das Wildparkstadion soll ab 2022 "der neue Fußball-Tempel" werden, so formuliert es BAM in der eigenen Pressemeldung. Und weiter: "Mit seiner zeitlosen Architektur soll das neue Stadion Tradition und Moderne verbinden. Scheinbar mühelos gelingt dem Entwurf ein Spagat zwischen regionaler Identität und internationalem Erscheinungsbild."

So soll das neue KSC-Stadion aussehen - Blick von der Theodor-Heuss-Allee (Animation). Bild: BAM Sports GmbH/agn

Das architektonische Konzept "Alles unter einem Dach" des Planungsteams "agn" hat überzeugt: Eine umlaufende Fassade aus drei Grundelementen soll die Kernoptik des Stadions bilden. "Gleich einem Fußball-Tempel erhebt sich das weiße Gebäude über dem grünen Wall im Wildpark Karlsruhe", heißt es von BAM Sport. Das Tragwerk aus Y-Stützen soll dem Bauwerk ein "markantes, unverwechselbares Äußeres mit hohem Wiedererkennungswert in der Bundesliga" geben.

Geplantes KSC-Stadion aus der Vogelperspektive (Animation). Bild: agn/BAM Sports GmbH

Der Entwurf nutzt die bestehende Topographie für die Geometrie der Tribünen. Dadurch entstehe ein ruhiges und recht selbstverständlich wirkendes optisches Ein-Rang-Stadion, so BAM. "30 Reihen aufwärts und 10 Reihen abwärts aus der zentralen umlaufenden Promenade bilden den zukünftigen Hexenkessel der Arena Karlsruhe", beschreibt das Bauunternehmen den Entwurf für das neue KSC-Stadion.

Rund, licht, kompakt - mehr Platz für Emotionen

Geht es nach BAM Sports soll das neue Stadion seinen Zuschauern eine neue Atmosphäre mit viel Platz für Emotionen bieten: "Es hat keine harten Ecken, es ist sehr rund, und es hat eine lichte Atmosphäre, weil wir versucht haben, das Dach so tief wie möglich zu gestalten, um den Innenraum sehr kompakt zu gestalten", so Eichholtz im Gespräch mit ka-news, "Es wird 34.000 Zuschauer fassen, das ist eine Menge Leute – und die können eine große Emotion erzeugen."

(Noch mehr) Platz für Emotionen soll das neue Stadion bieten. Bild: Thomas Riedel


Die Bauarbeiten für den neuen Stadionkörper starten am 1. Dezember 2019: Die Vorfreude auf Seiten der Bauunternehmer ist groß. Man stellt sich gerne der Herausforderung, während des Spielbetriebs umzubauen und erhofft sich dadurch auch Erkenntnisse für den weiteren Bau von Stadien. "Das ist eine sehr spannende Aufgabe", sagt der Bauunternehmer-Chef, "Wir haben ein Sprichwort im Unternehmen – Bauen für Emotionen – und das trifft es an dieser Stelle zu 100 Prozent."

Das ist der Zeitplan

Bis das Unternehmen im Dezember 2019 loslegen kann, gilt es die Vorbaumaßnahmen abzuschließen. Dazu gehört das Abtragen der neun Meter hohen Wälle - das Erdreich wird sortiert und das wieder verwertbare Material dann in die künftigen, drei Meter hohen Wälle verbaut. Weiterhin werden Ersatztribünen errichtet, um die abgerissenen Wälle zu kompensieren und den Spielbetrieb zu ermöglichen.

Abriss Nordkurve Anfang November 2018. Bild: Tim Carmele

"Draußen am Stadion ist ja schon ordentlich Bautätigkeit", so Mentrup im Gespräch mit ka-news, "und ab 1. Dezember 2019 kommt BAM Sports und baut das neue Stadion. Aber auch BAM braucht das Jahr noch dringend, um die Detailplanungen vorzunehmen um die Baugenehmigungen einzuholen und mit uns den detaillierten Bauablauf zu erstellen."

ka-news Hintergrund

Die BAM Sports GmbH hat sich auf den Bau von Stadien und Arenen spezialisiert. Unter ihrer Leitung entstanden so beispielsweise schon die Opel-Arena in Mainz, das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden und die WWK-Arena in Augsburg.

Offene Fragen können interessierte Bürger am Donnerstag, 22. November, bei einer entsprechenden Veranstaltung im Südwerk stellen. Die Veranstaltung startet um 19.30 Uhr - wer es nicht abwarten kann, sollte sich die Adresse www.karlsruhe.de/stadionneubau vormerken.

Hier werden am Donnerstag bereits ab 18 Uhr Informationen zu Vorabmaßnahmen und Stadionbau verfügbar sein. Die neue Infoseite der Stadt soll aktuelle Pressemeldungen, Verkehrsinformationen und auch Webcams bereit stellen. Fragen können auch an stadionneubau@karlsruhe.de gestellt werden.

Mehr zum Thema:
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
27 Kommentare