(Symbolbild)
(Symbolbild)
Bild: Paul Needham
Endlos-Debatte: KSC-Stadion erneut Thema im Gemeinderat
Karlsruhe
23.05.2017 11:37
Am Dienstag steht das neue Stadion für den Karlsruher SC erneut auf der Tagesordnung der Stadträte. Nach der Grünen-Fraktion legt auch die Linke einen Antrag vor. Sie schließt sich der Forderung nach Reduzierung der Baukosten an und geht noch einen Schritt weiter: Die Bürger sollen über den weiteren Stadionbau entscheiden.

Die Verträge sind unterschrieben, Grundstücke gekauft, der Eigenbetrieb gegründet - doch die Debatte um das KSC-Stadion will nicht abreißen. Jetzt steht das Fußballstadion erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats: Die Grünen beantragen, den Neubau des Wildparkstadion auf das Notwendige zu reduzieren.

Ihr Vorschlag: Zunächst die Gegentribüne neu aufbauen, die Haupttribüne erst nach Wiederaufstieg in Liga 2 anpacken. Eine Option, die laut Stadt bereits 2014 unter den Namen "Generalsanierung" geprüft und von Verwaltung und Gemeinderat abgelehnt worden ist. Weiterhin will die Grünen-Fraktion die Maßnahmen zur Infrastruktur des Wildparkstadions aufgrund der geringeren Zuschaueranzahl in Liga 3 reduziert wissen.

Linke fordern Bürgerentscheid



Die Linken ziehen mit einem Änderungsantrag nach: Die Arbeiten am Wildparkstadion sollen sich nicht nur auf "die zu einem reibungslosen Spielbetrieb in der 3. Liga notwendigen Maßnahmen" beschränken, sondern die Bürger sollen über den Finanzierungsumfang entscheiden. Gefordert wird ein Bürgerentscheid mit der Fragestellung "Soll das neue Wildparkstadion zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanziert werden?"

"Bis auf den Landeszuschuss finanziert die Stadt die Summe und der KSC soll verteilt über 30 Jahre Rückzahlungen leisten", so die Begründung der Linken, "ob und in wie weit der KSC nach dem Abstieg in die 3. Liga in der Lage sein wird, der Stadt die Kosten für den Neubau des Fußballstadion zurückzuerstatten, steht derzeit in den Sternen."

Stadtverwaltung hält an Planung fest

Die Stadtverwaltung lehnt alle Punkte der beiden Anträge ab: "Mit Blick auf die Ligazugehörigkeit ist zu sagen, dass ein umfangreiches, komplexes Infrastrukturprojekt wie das neue Stadion im Wildpark ein langfristig angelegtes Vorhaben ist, welches nicht kurzfristig modifiziert werden kann, je nach sportlichem Erfolg beziehungsweise Misserfolg im Verlauf einer Saison", stellt sie klar. Des Weiteren sei mit Schadensersatzklagen und Mehrkosten bei Unterbrechung des Bauprojekts zu rechnen - das "Gesamtpaket Fußballstadion" sei bereits ausgeschrieben.

Zum Linken-Wunsch über einen Bürgerentscheid stellt die Verwaltung fest: "Der Antrag auf einen Bürgerentscheid zum Thema 'Neues Fußballstadion im Wildpark' wurde zum ersten Mal 2013 im Gemeinderat gestellt, damals von der Grünen-Fraktion. Er wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. 2016 wurde ein entsprechender Antrag noch einmal von der Fraktion Die Linke gestellt – mit dem gleichen Ergebnis. Ein Bestreben, ein Bürgerbegehren zu initiieren, blieb ohne Erfolg." Der Gemeinderat kommt heute ab 16.30 Uhr zusammen und wird über die Anträge entscheiden.

ka-news wird ab 16.30 Uhr vor Ort sein und über die Diskussionen berichten. Die Unterlagen zu Gemeinderatssitzung gibt es unter folgendem Link: http://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/to0040.php?__ksinr=4585

Aktualisierung

Mit zwei Ja-Stimmen, acht Enthaltungen und 35 Nein-Stimmen wurde der Änderungsantrag der Linken (den Neubau des Wildparkstadions auf das Notwendige reduzieren) abgelehnt. Es wird also an den bisherigen Planungen festgehalten.

Der Antrag der Grünen Gemeinderatsfraktion zur Streckung der Baumaßnamen, wurde auf Empfehlung von OB Mentrup, in den Eigenbetriebsausschuss verwiesen. Die Diskussion der Stadträte aus dem Gemeinderat gibt es im Artikel "KSC-Stadion im Gemeinderat: 'Reden hier nicht von einer Hinterhof-Garage'"

Mehr zum Thema:
KSC-Stadion: Aktuelle Nachrichten zum KSC-Stadion und dem geplanten Um- und Neubau im Wildpark. Alle Informationen zu Fläche, Miete und Größe und alle Neuigkeiten zum städtischen Eigenbetrieb und dem Vergabeverfahren.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
67 Kommentare