Reste-Rampe: Östlich des Ettlinger Tors wird die alte Autorampe abgebrochen. Hier wird die Fahrbahndecke abgefräst.
Reste-Rampe: Östlich des Ettlinger Tors wird die alte Autorampe abgebrochen. Hier wird die Fahrbahndecke abgefräst.
Bild: Kasig
Trotz Personalausfall: Unter dem Asphalt der Stadt Karlsruhe entstehen Stadtbahn- und Autotunnel
Karlsruhe
09.04.2020 15:39
Die Corona-Krise stellt bei Karlsruhes wohl größtem Bauprojekt, der Kombilösung, die Arbeiten zum Teil auf den Kopf. Der Zeitplan wird umgestellt und während manche Schritte vorgezogen werden, werden andere hinten angestellt. Was gerade auf den Baustellen unter der Fächerstadt passiert, gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update bekannt.

Die "Kombilösung" in Karlsruhe soll sowohl den Auto- als auch den Bahnverkehr künftig unter den Asphalt der Stadt verlegen. Ob beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels oder dem Rohbau des Autotunnels: Die Bauarbeiten laufen "oben" und "unten" weiter - trotz Corona-Pandemie.

Mit dem Spachtel: Die Verkleidung in der Haltestelle Europaplatz wird sorgsam verfugt, bevor sie den Akustikputz erhält. Bild: Kasig

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Doch die aktuelle Krise geht nicht spurlos an dem Bauprojekt vorbei: "Bei alledem kommt der Planung der Arbeiten inzwischen eine immens wichtige und täglich neu zu regelnde Aufgabe zu: Die Arbeitsabläufe müssen teilweise überdacht werden", gibt die Kasig in einer Pressemeldung bekannt. Arbeiten werden an der einen Stelle vor-, dafür an anderer Stelle nachgezogen.

Ab 20. April: Bahnverkehr am Karlstor gesperrt

Der Umbau der Kriegsstraße mit einer Gleistrasse oben und einem darunter liegenden Autotunnel kommt immer stärker weg von Erdaushub und Ankerarbeiten und immer mehr zum Ingenieurbau, bei dem in die Baugrube hinein das Tunnelbauwerk errichtet wird. Ein kleiner Teil am Karlstor ist der letzte noch verbliebene Bereich, in dem zunächst noch ein Baugrubenverbau hergestellt werden muss, weil die bisher dort befindliche Straßenkreuzung und Bahnquerung den Einsatz eines Drehbohrgeräts nicht erlaubte.

Strahlende Sache: In der Haltestelle Kongresszentrum entsteht die Deckenverkleidung. Bild: Kasig

Die Autos dürfen seit zwei Wochen nicht mehr auf der Karlstraße die Kriegsstraße queren, Fußgänger werden ab 20. April – also Montag übernächster Woche – eine Hilfsbrücke westlich der Kreuzung benutzen. Ab diesem Tag verkehren über das Karlstor auch keine Bahnen mehr – dann kann der Baugrubenverbau vervollständigt werden und der Abriss der alten Unterführung starten.

Tunnelbau "pur" herrscht derzeit zwischen Staatstheater und Mendelssohnplatz: Die Betonbauer schließen hier die Lücke - sowohl von Osten als auch von Westen reicht der Rohbautunnel an das Baufeld heran. Im schon hergestellten Rohbautunnel unter und östlich vom Mendelssohnplatz läuft mit den Arbeiten an Schlitzrinnen fürs Regenwasser und Notgehwegen der Innenausbau beim Straßentunnel.

Teilweise werden schon die endgültigen Oberflächen gestaltet

An den Oberflächen dieser beiden Baufelder entstehen auf der Nordseite der Kriegsstraße zwischen Kapellenstraße und Mendelssohnplatz die endgültige Fahrbahn sowie Rad- und Gehwege. Zwischen den Rampen des Straßentunnels entstehen in der Ludwig-Erhard-Allee bereits die Gleise der zukünftigen Straßenbahnstrecke in der Kriegsstraße.

Integriert: Notgehwege mit Leerrohren werden im Autotunnel Kriegsstraße östlich des Men-delssohnplatzes hergestellt Bild: Kasig

Der Bau endgültiger Oberflächen ist auch Thema im Bereich der Lammstraße: Für die künftige, höhengleiche Kreuzung mit der Kriegsstraße für Autos, Radfahrer und Fußgänger werden Leitungen verlegt und die Fahrbahn der Lammstraße wird der künftigen Verkehrsführung entsprechend angepasst.

"Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels beherrschen die Handwerker die Haltestellen und die Tunnelabschnitte dazwischen: Verkleidungen für die Haltestellenwände und –decken werden befestigt, Akustikputz aufgetragen, Gerüste auf- und wieder abgebaut", gibt die Kasig bekannt. Nahezu überall präsent seien die Elektriker, die ihre Leitungen ziehen und in den Betriebsräumen anschließen.

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