Alles geht: Über Hilfsbrücken können Fußgänger die Kriegsstraße queren, während untendrunter gebaut wird
Alles geht: Über Hilfsbrücken können Fußgänger die Kriegsstraße queren, während untendrunter gebaut wird
Bild: Kasig
Solidarität unter Handwerkern: In Karlsruhes Stadtbahntunnel helfen sich die Firmen aus
Karlsruhe
24.04.2020 08:53
Viele Bauarbeiter sind in und "unter" Karlsruhe am Werk, um am künftigen Auto- und Stadtbahntunnel zu arbeiten. Um corona-bedingte Personalausfälle zu kompensieren, helfen sich Firmen fallweise gegenseitig aus. Über den Baufortschritt informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update.

Oben eine Gleistrasse - darunter ein Autotunnel: So soll die Kriegsstraße künftig aussehen. Jetzt haben auch ganz im Westen - am Karlstor - die Arbeiten richtig begonnen: Seit vier Tagen fahren keine Straßenbahnen mehr über die dortige Kreuzung. Die Gleise im Mittelbereich sind bereits entfernt, Leitungen werden zurückgebaut und an den Kanälen gearbeitet.

Nichts geht mehr: Die Bahngleise am Karlstor werden abgebaut, danach beginnt der Tunnelbau Kriegsstraße auch hier. Bild: Kasig

Dort, wo bisher die Stadtbahnen und Straßenbahnen fuhren, wird eine Bohrpfahlwand hergestellt. "Dafür muss der Untergrund auf eventuell vorhandene Kampfmittel untersucht werden", schreibt die Kasig in einer Pressemeldung.

Am Karlstor müssen Autofahrer einen Umweg fahren

Um trotz der Bauarbeiten über die Kreuzung zu gelangen, können Fußgänger und Radfahrer seit vier Tagen die Hilfsbrücken westlich des Karlstors nutzen. Für sie sind so keine allzu langen Umwege nötig. Autofahrer müssen jedoch eine Schleife fahren, wenn sie von der südlichen in die nördliche Karlstraße gelangen möchten: Die beiden "Wender" auf Höhe der Hirschstraße beziehungsweise der Ritterstraße erlauben allerdings relativ kurze (Um-)Wege.

Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor laufen die Arbeiten "unten" in der Baugrube: Der Rohbau des Autotunnels wächst Meter für Meter auf das Kombi-Bauwerk an der Kreuzung Ettlinger Tor zu. Dort werden Auto- und Straßenbahntunnel aufeinandertreffen. Östlich davon wird der Ingenieurbau erst noch vorbereitet: Die letzten Reste der alten Rampe und Erdreich werden LKW für LKW aus der immer tiefer werdenden Baugrube abgefahren.

Alles geht: Über Hilfsbrücken können Fußgänger die Kriegsstraße queren, während untendrunter gebaut wird Bild: Kasig

Noch weiter in Richtung Osten - vor dem Staatstheater - entstehen derzeit Tunnelsohle, Außen- und Mittelwand. Unterdessen sind nahe des Mendelssohnplatzes die Arbeiten an der endgültigen Oberfläche zu beobachten: Auf der Nordseite der Kriegsstraße zwischen Fritz-Erler-Straße und Kapellenstraße werden Fahrbahnen für Autos und Radler sowie Gehwege angelegt.

Handwerker helfen sich aufgrund Corona gegenseitig aus

Auch die Gleise der Straßenbahntrasse, die über dem fertigen Autotunnel entlangführen soll, sind bereits zu erkennen. Zwischen den Rampen für den Autotunnel, der im Osten der Stadt die Autos in die Tiefe führt, liegen bereits die ersten Schienen. Sie verbinden künftig die noch zu bauende Trasse in der Kriegsstraße mit der schon bestehenden Trasse in der Ludwig-Erhard-Allee.

Einige hundert Meter nördlich des Autotunnels entsteht der parallel verlaufende Stadt- und Straßenbahntunnel. "Beim Innenausbau des führten die Folgen der Corona-Pandemie inzwischen zu einer Solidarisierung der Handwerker untereinander: Firmen helfen sich fallweise gegenseitig, um Personalausfälle zu kompensieren", teilt die Kasig mit. Dadurch werde verhindert, dass nicht nur das direkt betroffene Gewerk stockt, sondern auch die davon abhängigen Folgearbeiten.

Durchblick: Am Europaplatz wird ein gläserner Rauchschutz montiert – dahinter ist die helle Wand- und Deckenverkleidung zu sehen. Bild: Kasig

Deshalb macht auch der Innenausbau Fortschritte – im Maßstab der Handwerker, die die komplette technische Infrastruktur in ihrer ganzen Komplexität Stück für Stück montieren und installieren: Die Haltestellenverkleidung, die inzwischen an den oberen Bereichen der Wände und unter den Decken angekommen sind, sind nur der deutlich sichtbare Teil des Innenausbaus.

Unter die Verkleidungen müssen die elektrischen Leitungen für Licht, Sensoren, Lautsprecher oder Fahrtrichtungsanzeiger verlegt werden. Die Leitungen – auf den 3,6 Tunnel-Kilometern werden etwa 900 Kilometer Kabel verlegt – münden in den Betriebsräumen in Anlagen, die die Endgeräte schalten, überwachen oder koordinieren. "Besonders aufwendig gestalten sich dabei die Installationen der für den sicheren Betrieb der Stadtbahnen und Straßenbahnen notwendigen Technik", so das Verkehrsunternehmen.

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