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Nach rund sieben Jahren Baustelle: Die Karlsruher haben ihren Marktplatz wieder!
Karlsruhe
10.10.2020 16:55
Sieben Jahre mussten sich die Bewohner Karlsruhes gedulden - doch jetzt sind die Wunden im Herzen der Fächerstadt endgültig geschlossen. Nachdem die Kombilösung den Platz seit 2013 immer wieder in eine Baustelle verwandelt hat, wurde er - ganz neu gestaltet - am Samstag, 10. Oktober, von Oberbürgermeister Frank Mentrup offiziell eröffnet. Das Ziel nun: Wieder mehr Besucher in die Karlsruher Innenstadt locken.

Kaum war der Marktplatz von den Bauzäunen der unterirdischen Haltestelle befreit, war er schon erneut in Absperrungen gekleidet - seit Jahren haben die Karlsruher ihre "gute Stube" der Stadt schon nicht mehr ohne Baustelle gesehen. Ein Ende hat das Bohren und Hämmern nun aber endgültig, denn: Der Marktplatz-Umbau ist fertig!

"Heute übernehmen wir als Bürger wieder den Marktplatz", sagt Frank Mentrup bei der Eröffnung am Samstag im Rahmen des Karlsruher Stadtfests. Der eigentliche Umbau der Stadtmitte hatte im April 2019 begonnen - doch schon damals hatte der Platz rund sechs Jahre Kombilösungs-Strapazen hinter sich. "Eine unglaublich lange Zeit geht damit zu Ende und die Erleichterung darüber ist riesig", so Mentrup.

Bild: Thomas Riedel

Neben dem Wasserspiel und dem neuen Bodenbelag aus bunten und weißen Granitsteinplatten zieren den Marktplatz nun neue Lampen, viele Oleanderkübel, Holzbänke und der Ludwigsbrunnen, der zum Beginn der Kombilösungs-Bauarbeiten 2013 abgebaut worden war. Die geplanten Baukosten von 9,2 Millionen Euro habe man laut Mentrup einhalten können, Bund und Land haben das Projekt mit 1,62 Millionen Euro  gefördert.

Nur ein Element der neuen Stadtmitte wurde bisher noch nicht umgesetzt: Die Umrisse der ehemaligen Konkordienkirche werden erst nachträglich in den Bodenbelag des Marktplatzes gefräßt, so Mentrup. Der Grund: Es hätte die Verlegung des Bodenbelags schwieriger gestaltet, hätte man um die Mustersteine des Kirchenumrisses herum arbeiten müssen.

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Generell hatte die Gestaltung des Platzes schon vor dem eigentlichen Umbau für großes Aufsehen - und einiges Kopfschütteln gesorgt: Sind die Bodenbeläge strahlenbelastet? Sollen die Bänke nicht aus einem anderen Holz sein? Warum dürfen eigentlich keine Bäume auf dem Platz gepflanzt werden?

Dass über solche Fragen teils hitzig diskutiert wurde, nimmt der Oberbürgermeister gelassen. "Das war es auf jeden Fall wert", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. "Das zeigt ja, dass der Platz den Menschen nicht egal ist."

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Vor allem den Streitpunkt rund um die Begrünung kann das Stadtoberhaupt nun, nach der Eröffnung, nicht mehr ganz nachvollziehen: "Ich finde, dass der Platz durch die zahlreichen Oleander nicht ungrün ist", meint er. Auch die Bodenbeläge, die zwar "schnell verdrecken und in der Pflege aufwendig sind", würden das durch ihre Größe und Farbigkeit wettmachen. 

Bild: Betsch/Weber

Der Rathauschef erhofft sich durch die Eröffnung der "guten Stube" der Stadt nun vor allem eines: "Dass wir die Menschen - vor allem von außerhalb - wieder in die Innenstadt ziehen können, denn die brauchen wir gerade jetzt." Durch die Corona-Pandemie sei es wichtig, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und durch den Marktplatz als Anziehungspunkt mit Leben zu füllen, so Mentrup.

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Um das "Zentrum wieder richtig zu zelebrieren", sollen hier künftig auch Großveranstaltungen wie Konzerte oder Demonstrationen für rund 5.000 Menschen möglich sein. Auch das Markt-Angebot könnte noch einmal verstärkt werden.

Laut Oberbürgermeister Frank Mentrup gebe es hier schon reges Interesse an Veranstaltungen, allerdings müsse man zuvor eine Art Marktplatz-Intendanz einstellen, um solche Events zu koordinieren. "Das wird uns dann noch einmal ordentlich Hirnschmalz kosten", so der OB abschließend. 


Marktplatzeröffnung und Stadtfest


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