So sieht es aktuell auf der Baustelle der Kombilösung auf der Kriegsstraße auf Höhe Bundesgerichtshof aus.
Die Kriegsstraße im Januar 2021.
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
Bauherrin Kasig erklärt: Darum wird der Autotunnel der Karlsruher Kombilösung später fertig
Karlsruhe
19.08.2021 17:34
Ende Juli hatte es sich schon angekündigt, nun ist es Gewissheit: Der Autotunnel der Karlsruher Kombilösung wird später fertig als geplant. Woran das liegt und wie es jetzt mit dem Jahrhundertprojekt weitergeht - ka-news.de hat bei der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) nachgefragt.

Der 12. Dezember 2021 war der angesetzte Stichtag. Nach elf Jahren und rund 1,5 Milliarden Euro Baukosten sollte das Projekt Kombilösung in den Verkehrsbetrieb aufgenommen werden. Es liegen auch weitgehend alle Komponenten des Bauprojekts im Zeitplan - weitgehend.

Denn, so bestätigt Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer Pressekonferenz am Dienstag: Der Autotunnel unter der Kriegsstraße wird den ambitionierten Zeitplan nicht ganz halten können.

Lieferengpässe verzögern den Tunnelbau

"Zumindest mit dem ÖPNV-Anteil dürften wir die Bauarbeiten aber fristgerecht abschließen", so Mentrup. Auch die "Erdgeschossebene" in der Kriegsstraße, also die oberirdischen Straßen und Wege, sei im Dezember einsatzbereit.

Frank Mentrup
Frank Mentrup Bild: Carsten Kitter

Allein der Tunnel selbst macht den Verantwortlichen aktuell zeitplantechnische Bauchschmerzen. Der Grund: Lieferschwierigkeiten und damit einhergehender Materialmangel. "Was sich im Moment abzeichnet, ist, dass der Autotunnel unter der Kriegsstraße wohl nicht rechtzeitig fertig wird", so Mentrup. 

"Mal fehlt ein Leerrohr, mal ein Kabel"

Die Ursachen dafür seien vielfältig, erklärt Achim Winkel, Pressesprecher der Kasig, der Bauherrin des Mega-Projekts, auf Nachfrage von ka-news.de. "Natürlich hängt es auch mit Corona zusammen, aber nicht immer direkt. Viele unserer Materialien werden in Fernost produziert und in Containern zu uns verschifft."

Achim Winkel (KASIG) links, führt durch die Kombilösung.
Achim Winkel (KASIG) links, führt durch die Kombilösung. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Nun blieben viele Waren aufgrund von Corona unverkauft und werden in Containern gelagert, die in Europa stehen bleiben. "Und genau diese Container fehlen für den Transport von Fernost hierher, weswegen wir nun Lieferengpässe haben." Dabei seien die fehlenden Materialien oft nur Kleinigkeiten: "Mal ein Leerrohr, mal eine Steckleiste, mal ein Kabel - aber natürlich brauchen wir auch die Kleinigkeiten, um wirklich fertig zu werden", so Winkel.

Fest steht aber: Der Bahntunnel entlang der Kaiserstraße wird pünktlich und wie geplant bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember in Betrieb gehen. "Das werden wir hinkriegen, egal wie", sagt Frank Mentrup.

"Es wird mehrere Eröffnungen geben"

Dass die Verkehrsteilnehmer in Karlsruhe nun noch länger mit der Jahrhundert-Baustelle im Herzen der Stadt leben müssen, sei allerdings dabei kein allzu großes Problem, denn: "Vermutlich werden die Autofahrer sowieso keinen großen Unterschied merken. Immerhin war die Kriegsstraße auch vorher für sie kaum passierbar", so der OB.

Man werde also, wie Mentrup es ausdrückt, "mehrere Eröffnungen" der Kombilösung haben: Zuerst kommt der Bahn-, dann der Autotunnel. Wie lange die Verzögerung der Fertigstellung genau dauern wird, ist bisher noch nicht bekannt.

Und: Auch das Kunstprojekt "Genesis" von Markus Lüpertz werde aufgrund der Dauer der Brennvorgänge der Kunstwerke nach Aussage des Rathauschefs höchstwahrscheinlich separat vorgestellt werden.

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