Kombilösung, Durlacher Tor
Der Bernhardusplatz am Durlacher Tor im September 2018 (Archivbild).
Bild: Paul Needham
Wenn am Durlacher Tor keine Baustelle mehr ist, was dann? Stadt will erste Entwürfe noch 2019 präsentieren
Karlsruhe
13.05.2019 07:05
Wie soll der neue Platz am Durlacher Tor nach dem Ende der Bauarbeiten zur Kombilösung aussehen? Zahlreiche Ideen wurden von Bürgern bei der Stadtverwaltung im Rahmen einer Veranstaltung im November 2018 eingebracht: Darunter die Wünsche nach viel Grünfläche, einem Kiosk und einem Wochenmarkt. Was wurde aus den Anregungen? ka-news hat mit dem Gartenbauamt über den aktuellen Planungsstand gesprochen.

Der Platz, um den es geht, liegt am östlichen Ende der Kaiserstraße, zwischen Karl-Wilhelm-Straße und Durlacher Allee. Es ist das östliche Ende des künftigen Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße. Wenn die Großbaustelle der Kombilösung beendet ist, werden dort die Bahnen - wahrscheinlich ab Sommer 2021 - in den unterirdischen 2,4 Kilometer langen Tunnel ein- und ausfahren.

Tunnelröhrenabschnitt zwischen Marktplatz und Europaplatz 2017. Bild: Kasig

Seit März 2011 ist am Durlacher Tor Baustelle: 2014 startete dort die Tunnelvortriebsmaschine "Giulia". Jetzt neigen sich die Baumaßnahmen dem Ende zu - die Bauherrin Kasig ist bald fertig, die Stadt Karlsruhe übernimmt dann die Oberflächengestaltung des Platzes. 

Durlacher Tor
So soll das Durlacher Tor nach Beendigung der Bauarbeiten zur Kombilösung aussehen. Bild: Kasig

Wie der Platz gestaltet werden soll, das sollen auch die Karlsruher Bürger mitbestimmen können. Damit die Anregungen für die Stadtplanung auf jeden Fall mitgenommen werden, dafür hat sich die FDP Anfang April im Gemeinderat mit einem entsprechenden Antrag eingesetzt. 

Was wurde aus den Anregungen der Bürger?

"Den Bürgerinnen und Bürgern darf nicht der Eindruck vermittelt werden, dass alles bereits unverrückbar sei", heißt in der schriftlichen Vorlage. Sie fordert eine weitere Information der Bürger über die übernommenen Anregungen. "Der Bernhardusplatz ist ein Ort der großes Interesse in der Bevölkerung trägt und ein sehr wichtiger Platz für unsere Stadt", sagt FDP-Stadtrat Thomas Hock.

Kommunalwahl 2019 FDP
Thomas H. Hock Bild: FDP Karlsruhe

Die Stadt versichert: Der Wunsch der Bürger der Oststadt bei der Neugestaltung des Bernhardusplatzes eingebunden zu werden, wird seitens der Verwaltung sehr ernst genommen. Man befürworte den von der Mehrheit der Beteiligten angeführten Wunsch nach möglichst viel Grün auf dem Platz, auch der zentrale Wochenmarkt sei ein großes Themengebiet bei aktuellen Planungen.

Möglicher Entwurf eines Architektenbüros bei der Infoveranstaltung im November 2018. Bild: Mettler Landschaftsarchitekten

Alle Ideen seien in den Planungsprozess eingeflossen, zusätzlich habe es im Februar 2019 Gespräche mit der Kirchengemeinde St. Bernhardus gegeben. Dort wurde die Platzgestaltung vorgestellt und besprochen. Bereits aufgenommen wurde das Thema Radweg: Die Verkehrsführung wurde durch die neue bereits umgesetzte Straßenführung "stark verbessert", so die Stadtverwaltung.

Entwurf wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 vorgestellt

Ein Wunsch, der ebenfalls auf der Bürgerinformation geäußert wurde, ist der nach einem Kiosk. "Ein möglicher Standort für einen Kiosk ist vorgesehen, inwieweit er realisiert werden kann, ist noch zu prüfen", so Weindel. 

Die Planungen für den Platz sind noch nicht abgeschlossen: "Der überarbeitete Entwurf wird zu gegebener Zeit dem Bürgerverein, den Bürgern sowie im Planungsausschuss vorgestellt", sagt Klaus Weindel vom Gartenbauamt auf ka-news-Anfrage. Geplant ist die Vorstellung des neuen Entwurfs in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Ein Wochenmarkt könnte Areal bereits jetzt aufwerten

Das Areal könnte schon früher aufgewertet werden, ist sich die SPD sicher: In einem Ergänzungsantrag bringt sie das Thema regionaler Wochenmarkt auf den Tisch. Die Wünsche nach einem kleinen Markt wurden gegenüber der SPD mehrfach von engagierten Bürgern geäußert, zuletzt auf einer Informationsveranstaltung am 15. Januar. "Unabhängig weiterer Überlegungen zu einem Gesamtkonzept sollte die Einrichtung eines Wochenmarktes auf dem Bernhardusplatz oberste Priorität haben", fordert die SPD-Fraktion im Gemeinderat.

Hans Pfalzgraf (SPD)
Hans Pfalzgraf (SPD) Bild:

In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde diskutiert, ob der Wochenmarkt schon vor Beendigung der Baumaßnahmen auf dem Bernhardusplatz ein Zuhause finden kann. "Bis das Gesamtkonzept umgesetzt ist gehen Jahre vorbei. Der Markt könnte vorgezogen werden", sagt Hans Pfalzgraf, Stadtrat der SPD, während der Diskussion Anfang April im Gemeinderat. 

Umgestaltung erst 2022

Die Stadtverwaltung antwortet hierzu: Alle Anregungen der Bürger werden derzeit von dem zuständigen Architektenbüro Mettler geprüft - darunter auch die Thematik Wochenmarkt. Die Ämter seien in enger Abstimmung, um einen Markt auf dem Bernhardusplatz zu realisieren, notwendige Infrastruktureinrichtungen würden mitgeplant werden. 

Die konkrete Umsetzung könne allerdings erst ab 2022 erfolgen - vorher wird der Platz für die Baustelleneinrichtungen der Kasig benötigt. "Ein Marktstandort auf einer provisorischen Belagsfläche und umgeben von Bautätigkeit macht absolut keinen Sinn", so Klaus Weindel auf ka-news-Anfrage. "Nach derzeitigem Zeitplan ist vorgesehen, das Projekt im Doppelhaushalt 2021/2022 zu realisieren", so Weindel. 

ka-news-Hintergrund: Die Kombilösung 

Die Karlsruher Kombilösung besteht aus dem Bau eines Bahntunnels in der Innenstadt und eines Autotunnels in der Kriegsstraße. In der Innenstadt werden die Bahnen zukünftig in einem T-förmigen Tunnelsystem fahren: Vom Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor entsteht ein Ost-West Tunnel, ab dem Marktplatz zusätzlich ein Südabzweig bis zur Höhe Augartenstraße. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2021 geplant.

Unter der Kriegsstraße entsteht ein 1,6 Kilometer langer Autotunnel: Vom Karlstor bis zur Ludwig-Erhard-Allee. Darüber sollen eine begrünte Bahntrasse und breite Fußgänger und Radwege angelegt werden. Bauende ist voraussichtlich im Jahr 2021.

Mehr zum Thema:

Das Durlacher Tor: Die lange Geschichte eines Baustellen-Hotspots in Bildern

Bald fahren die Bahnen durch: Tage der provisorischen Haltestelle "Durlacher Tor/KIT Campus Süd" sind gezählt

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 
Weitere Bildergalerien

Karlsruhe
Vor der Kombilösung: Durlacher Tor April 2010
Kombilösung, Durlacher Tor
Karlsruhe
Freie Fahrt am Durlacher Tor, September 2018
Mehr zum Thema:
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
24 Kommentare
Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Hinweis:
Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!