Kombi-News 3. Mai 2019
Gleise geraderücken: Zwischen Europaplatz und der Rampe Mühlburger Tor werden die Gleise auf ihren Einbau vorbereitet.
Bild: Kasig
Über 1,3 Milliarden Euro und die Eröffnung Ende 2020 ist auch in Gefahr: Zeitplan der Kombilösung kaum zu halten
Karlsruhe
09.05.2019 14:23
Es ist eine Jahrhundertaufgabe und ein Milliardenprojekt - die Karlsruher Kombilösung. Sollte zu Beginn der Bauarbeiten 2010 bereits 2016 alles fertig sein und die Bahnen unterirdisch fahren, stand schon lange fest, dass es erst Ende 2020 so weit sein wird. Doch nun verzögert sich die Inbetriebnahme des U-Strab-Tunnels erneut. Um mindestens ein halbes Jahr.

Knapp zwei Kilometer Bahntunnel verlaufen unter der Kaiserstraße, der Südabzweig misst etwa einen Kilometer. Beides sollte nach den ursprünglichen Zeitplänen 2016 in Betrieb gehen, die Innenstadt sollte bahnfrei werden. Mittlerweile steht der Zeitplan bei Ende 2020 und auch das ist in Gefahr. Der Grund: der Bauboom in Deutschland. Da wird es schwer, Firmen für die Bauarbeiten zu bekommen. 

Viele verschiedene Firmen sind mit dem Ausbau des Tunnel beauftragt. (Symbolbild) Bild: Kasig

"Die Wahrscheinlichkeit, dass wir zwar die Fertigstellung im Jahr 2020 hinbekommen, aber auch die Inbetriebnahme noch schaffen, wo wir ein halbes Jahr Versatz für den Probebetrieb brauchen, die ist weiter gesunken", erklär Oberbürgermeister Frank Mentrup gegenüber ka-news. Erst im Herbst dieses Jahres könne man mehr Klarheit haben, wie der weitere Zeitplan für den U-Strab-Tunnel aussieht. 

"Worst-case-Szenario" eingetreten

Auch, dass die Kombilösung teurer wird - ganz zu Beginn waren von Kosten von 500 Millionen Euro die Rede - ist nun bekannt. "Wir müssen zugeben, dass wir unser 'worst case-Szenario' mit 1,3 Milliarden Euro aus dem letzen Jahr erreicht haben. Dazu kommt noch ein Risiko von 30 bis 100 Millionen, die eventuell über diese Obergrenze hinaus gehen", so Mentrup im Gespräch mit ka-news weiter.

Der Ausbau der unteriridischen Haltestellen läuft. Trotzdem kann sich die Inbetriebnahme des Tunnels verzögern. Bild: Kasig

Auch hier führt das Stadtoberhaupt die Baukonjunktur an, beschreibt sie als "überhitzt". Hinzu komme die Menge an Anbietern, etwa 50 Firmen sind am Ausbau der unterirdischen Haltestellen beteiligt. "Außerdem haben wir nicht mehr die günstigen Rahmenbedingungen, wie wir sie vor ein paar Jahren hatten", erklärt Frank Mentrup. 

Trotz aller Widrigkeiten: Der Oberbürgermeister nennt zumindest für die Fertigstellung des Bahntunnels unter der Kaiserstraße und dem Südabzweig das Jahr 2020. Lediglich die Eröffnung und Inbetriebnahme könnte sich aktuell verzögern.

 

Das ka-news-Interview mit Frank Mentrup im Video: 

 

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