Marktplatz
Der Marktplatz 2015.
Bild: Archiv/Needham
Nach Kombilösung: Bekommt der Marktplatz Wasserspiele?
Karlsruhe
20.09.2017 07:00
Wie soll der Karlsruher Marktplatz nach Fertigstellung der Kombilösung aussehen? Diese Frage beschäftigt erneut die Mitglieder des Karlsruher Gemeinderats. In einem aktuellen Antrag erkundigt sich die FDP-Fraktion nach der Möglichkeit von Wasserspielen auf dem neuen Marktplatz.

Erst kürzlich verkündeten die städtischen Verantwortlichen, dass der Marktplatz im Winter wieder für einen Teil des Karlsruher Christkindlesmarktes zur Verfügung stehen wird - nun kommt der Sommer beim Thema Marktplatz auf den Rathaus-Tisch.

Wasserspiele werden bereits geprüft

"Wenn wir in die Geschichte der Kombilösung zurückschauen, so ist die damalige Ausschreibung im Jahr 2009 zur Gestaltung des Marktplatzes komplett ohne das Wort 'Klima' ausgekommen", so die FDP-Fraktion in ihrem Antrag, "wenn wir aber die Temperaturen im Jahr 2017 bedenken und davon ausgehen können, dass sich das Klima weiter in Richtung heißer Temperaturen entwickelt, sollten wir in der Gestaltung des Marktplatzes dieser absehbaren Entwicklung Rechnung tragen. Wasser wird überall eingesetzt, um durch Verdunstungskälte das Mikroklima zu beeinflussen."

Die Stadtverwaltung ist dem Thema Wasserspiele auf dem Marktplatz nicht abgeneigt: Die Frage der klimagerechten Gestaltung des Marktplatz habe der Planungsausschuss im Juli 2015 untersucht und eine entsprechende Studie zu Wasser und Wasserspielen beim Sieger-Architektenbüro des Wettbewerbs in Auftrag gegeben. Die Studie soll im November 2017 dem Planungsauschuss vorgestellt werden - inklusive der zu erwartenden Kosten.

Metallbänke bekommen Holzauflage

Weiterhin möchte die FDP die geplanten LED-Lampen in "Form, Design und Leistung" und die geplante Möblierung auf die verwendeten Materialien zu prüfen: "Die Möblierung mit Metall führt zu Unmut in der Bevölkerung. Im Sommer sind die Bänke wegen der Bestrahlung durch die Sonne und der damit verbundenen Hitze nicht nutzbar und im Winter sind diese zu kalt."

Bei der Gestaltung der Bänke erhält die FDP positive Zustimmung seitens der Stadt: "Es besteht stadtintern Einvernehmen, dass die Sitzbänke aus Komfortgründen eine Holzauflage bekommen", so die Stadt in der Stellungnahme zum FDP-Antrag, "für die Unterkonstruktion ist Metall vorgesehen. Auf die metallenen Rundbänke, die in der Kaiserstraße um die Platanen punktuell angeordnet sind, wird künftig verzichtet."

20 Lampen für Marktplatz und Teilstück Kaiserstraße

Eine Absage gibt es für den FDP-Vorschlag der "indirekten Beleuchtung" und dem "Rückgriff auf ein historisches Design" bei der geplanten Lampen auf dem Markplatz. "Eine 'indirekte Beleuchtung' ist im Bereich der Straßen- und Platzbeleuchtung weder vorgesehen noch zu empfehlen, da diese Technik im Hinblick auf Lichtausbeute, Energieeffizienz und Ökonomie gegenüber der 'direkten Beleuchtung' klar im Nachteil ist", so die Stadt.



Ein historisches Design würde laut Stadtverwaltung zu stark in die bestehende Planung und den "verbindenden Entwurfsgedanken des Gestaltungswettbewerbs" eingreifen. Die Anzahl der Lampen müsste erhöht werden, da der Leuchtradius durch die - an historische Vorlagen angelehnten - niedrigeren Masten reduziert werden würde. Mehr Lampenmasten würden weiterhin zu Konflikten mit der unterirdischen Infrastruktur auf dem Marktplatz führen, so die Stadt.

20 kegelförmige Beleuchtungsmasten

Konkret geplant sind bislang 20 kegelförmige Beleuchtungsmasten mit etwa neun Meter Höhe für Marktplatz und des zugehörigen Teilstücks der Kaiserstraße. Nahe den Beleuchtungsmasten am Marktplatz sollen später jeweils zwei Leuchten an sogenannten "Doppelauslegern" installiert werden. Mast- und Fundamenttyp sind bereits festgelegt worden, ist der Stellungnahme zu entnehmen, da bereits einige der Fundamente von der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in den endgültigen Standorten eingebracht worden sind.

Alle Maßnahmen wolle man mit den Gewinnern des entsprechenden Gestaltungswettbewerbs absprechen, heißt es im Antragstext: Man sei sich bewusst, dass Änderungen in der Gestaltung des Marktplatzes nach einem durchgeführten Wettbewerb mit entsprechendem Sieger nicht einfach umzusetzen sind. 2010 hatte die Architektengemeinschaft, Mettler und AV1 mit ihrem Entwurf den städtischen Planungsausschuss überzeugt. Die FDP formuliert in ihrem Antrag die Hoffnung, zu einer "gemeinsamen, optimierten Lösung" zu kommen.

Mehr zum Thema:
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
28 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen