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Zwischenebene: In der Haltestelle Marktplatz entsteht die Verteilerebene für die Fahrgäste.
Bild: Kasig
Kombi-News: Startschuss für letzte Gleis-Begradigung am Markplatz
Karlsruhe
14.10.2017 06:00
In ihrem wöchentlichen Baustellenbericht informiert die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) über alle Fortschritte an den Baustellen der Kombilösung. So etwa in der Kaiserstraße: Hier haben die Arbeiten zur Beseitigung der letzten oberirdischen Verschwenkung der Gleise begonnen.

Im nordöstlichen Teil vom Marktplatz wurde nach Aussage der Bauherrin ein Baufeld eingerichtet, unter dem ein Hohlraum verfüllt wird, der seit dem Bau des Gleisdreiecks in dessen östlichem Abschnitt als Provisorium entstanden ist. "Mit der Fertigstellung der Schlitzwände des Gleisdreiecks im November 2013 erhielt das Bauwerk einen provisorischen, nah an der Oberfläche liegenden Deckel aus Stahlträgern mit aufgelegten Betondielen", erklärt die Kasig in ihrer Pressemeldung. 

Kasig kündigt Sperrung in den Herbstferien an

Darunter habe man seitdem weitergearbeitet: "Die endgültigen Wände entstanden – und zum Schluss jetzt auch der endgültige, tiefer als das Provisorium liegende Deckel des Gleisdreiecks. Dieser Hohlraum wird verfüllt und verdichtet." Im weiteren Verlauf der Arbeiten werde in den Herbstferien ab 27. Oktober und über die beiden Feiertage 31. Oktober und 1. November hinweg bis zum 6. November frühmorgens der Schienenverkehr in der Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Kronenplatz gesperrt.

Dann erstreckt sich, so die Kasig weiter, zwischen der Lammstraße und der Haltestelle Marktplatz ein weiteres Baufeld. In diesem wird einerseits das Deckelprovisorium über dem Gleisdreieck abgebrochen und der restliche Hohlraum nach oben hin aufgefüllt, und anderseits werden die Schienen in ihre alte Lage "geradeaus" gebracht.

Außerdem würden Fahrgastzugänge für die Haltestelle Lammstraße, die sich jetzt noch unter den Gleisen befinden, freigelegt und betoniert und schließlich auch die Oberfläche der Kaiserstraße im Gleisbereich wieder hergestellt. 

Bahnsteigoberflächen am Durlacher Tor nehmen Gestalt an

Was tut sich unter Tage? Die Kasig informiert auch über diesen Fortschritt: Bei den unterirdischen Rohbauarbeiten in den Haltestellen würden unter dem Europaplatz im östlichen Bereich die Primärstützen, die bisher den Haltestellendeckel mitgetragen haben, abgebrochen. In der Haltestelle würden zudem die Innen- und Zwischenwände hergestellt.

In der Haltestelle Lammstraße werden die Innenwände betoniert: "Hier wie auch im Gleisdreieck, in den Haltestellen Marktplatz und Kronenplatz – werden Zwischendecken für die Verteilung der Fahrgäste auf die von ihnen angesteuerten Bahnsteige eingebaut." In der Haltestelle Durlacher Tor entstünden die Bahnsteigoberflächen. Oben über der künftigen unterirdischen Haltestelle wächst mit jedem Tag die künftige Gleiskreuzung an der Nahtstelle zwischen Durlacher Tor und dem Beginn der Kaiserstraße. 

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Am Durlacher Tor entsteht die künftige Gleiskreuzung östlich vom Beginn der Kaiserstraße. Bild: Kasig

Rondellplatz erhält Oberfläche zurück 

Im Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor würden derweil die endgültigen Stationswände hergestellt. Begonnen hätten ebenfalls die vorbereitenden Arbeiten zur Demontage der Schleusenanlage, da man Luftdruck beim Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße inzwischen auf 0,2 bar habe absenken können.

Im Südkopf der Haltestelle Ettlinger Tor sind die Arbeiter mit der Herstellung der Innenwände und der Zwischendecke beschäftigt. Die Kasig sieht eine Abschluss der Stahlbetonarbeiten noch in diesem Monat vor. Wegen der Länge in den beiden Tunnelröhrenabschnitten zwischen den Haltestellen Europaplatz und Lammstraße und zwischen Gleisdreieck und der Haltestelle Kronenplatz  und im Tunnelabschnitt zwischen den Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum die Arbeiten an den Randwegen noch andauern. 

Unter der Karl-Friedrich-Straße wächst nach Angaben der Bauherrin das Gewölbe der Innenschale des Tunnels abschnittsweise: Jeder Abschnitt des Regelquerschnitts – er ähnelt mit seiner liegend ovalen Form einem Fischmaul – ist zehn Meter lang und wird Stück für Stück mit dem Schalwagen angefahren und anschließend betoniert. "Derzeit schaffen die Arbeiter einen Abschnitt pro Arbeitstag", erklärt die Kasig. 

Oben in der Karl-Friedrich-Straße wird die Oberfläche des Rondellplatzes komplett wiederhergestellt, die kreisrunde Pflasterung um die Verfassungssäule vervollständigt. Deshalb ist die Karl-Friedrich-Straße ab 16. Oktober für etwa drei Wochen für Autos nur von Norden – also von der Hebelstraße und dem Marktplatz aus – erreichbar. Die Zufahrt von Norden ist jedoch auch lediglich drei Meter breit. 

So geht es in der Kriegsstraße voran

Und wie sieht es an der zweiten großen Kombi-Baustelle aus, dem Kriegsstraßentunnel? Laut Kasig laufen in der Ettlinger Straße die Arbeiten an der Oberfläche für den Endzustand von Fahrbahnen, Geh- und Radwegen.  In der Kriegsstraße sei der Schlitzwandgreifer jetzt auf dem Baufeld O1 in der Ludwig-Erhard-Allee zu beobachten: "Er gräbt lange und in diesem Bereich bis zu 18 Meter tiefe Schlitze. In diese werden stählerne Spundwände zum Abdichten der Baugrube eingestellt."

Im Baufeld W 2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße stelle man die Weichgelsohle her, die die Baugrube nach unten abdichtet. Zudem laufe hier der Aushub von Erdreich bis zur ersten (obersten) Lage der Anker. In den bis auf eine Zwischenebene bereits ausgehobenen Teilen erfolgt bereits die Rückverankerung der Spundwände.

Im Bereich der Baufelder O 3 und O 4 zwischen Fritz-Erler-Straße und Ettlinger Tor ist laut Pressemeldung die Verschwenkung der Autofahrbahnen erfolgt, um in den freigewordenen Bereichen die Fahrbahn für den Kfz-Verkehr während der Bauzeit des Straßentunnels in diesen Abschnitten herstellen zu können. Die eigentlichen Straßenbauarbeiten beginnen in der kommenden Woche.

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