Kombi-News, 6. September 2019
Kreuzen: Die Mitte des künftigen Gleisvierecks auf dem Mendelssohnplatz liegt bereits in der Kreuzung.
Bild: Kasig
Der Kriegsstraße geht es an den Kragen: Abrissarbeiten ebnen den Weg für Neugestaltung
Karlsruhe
07.09.2019 15:33
Am Karlstor sind derzeit die Bagger los: Sie brechen unter anderen die ehemalige Auto-Unterführung ab und machen Platz für die Neugestaltung der Kriegsstraße. Was darüber hinaus auf den Baustellen der Kombilösung passiert, gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update bekannt.

Am Karlstor geht es den letzten Resten der vor etwas mehr als 50 Jahren anlässlich der Bundesgartenschau 1967 gebauten Kriegsstraße mächtig an die Substanz aus Stahlbeton. Denn Abrissbagger mit speziellen Werkzeugen brechen unmittelbar östlich der Kreuzung der Kriegsstraße mit der Karlstraße die früheren Rampenwände sowie einen Teil des Deckels Unterführung ab.

Kombi-News, 6. September 2019
Abgesägt: Am Karlstor ist ein Teil des Deckels der früheren Unterführung bereits abgebrochen worden. Bild: Kasig

Damit verschwindet hier nach dem bereits abgebrochenen Ettlinger Tor die zweite der Unterführungen, die vor einem halben Jahrhundert dafür sorgten, dass Autos ganz im Sinne des damaligen Ideals der "autogerechten Innenstadt" kreuzungsfrei von West nach Ost und umgekehrt rollen konnten. Mit der Inbetriebnahme der Kriegsstraße wird hier der öffentliche Personennahverkehr Vorrang haben. 

Mendelssohnplatz bekommt die letzten Tunneldeckel

Dort, wo jetzt noch die Abrissbagger tätig sind, Erdreich ausgehoben wird und das Herstellen der Weichgelsohle läuft, ist dann ein Gleisdreieck zu finden, dass die neue Straßenbahntrasse Kriegsstraße nach Süden und Norden mit den Gleisen in der Karlstraße verbindet.

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Kreuzen: Die Mitte des künftigen Gleisvierecks auf dem Mendelssohnplatz liegt bereits in der Kreuzung. Bild: Kasig

In den anderen Baufeldern beim Umbau der Kriegsstraße befindet sich der Tunnelbau in offener Bauweise in unterschiedlichen Stadien: Ganz im Osten, am Mendelssohnplatz, werden die letzten Tunneldeckel hergestellt. Oben, in der Mitte der Kreuzung, sind die Gleisbauer am Werk, um das hier später liegende Gleisviereck zu positionieren. Ab voraussichtlich 26. Oktober wird es zunächst in Nord-Süd- beziehungsweise Süd-Nord-Richtung befahrbar sein. 

Erdreich ausgehoben: Tunnel wächst in Länge und Tiefe

Zwischen Meidinger Straße und Ettlinger Tor dauert der Aushub von Erdreich bis zur Endtiefe der Baugrube an. Parallel wird der Baugrubenverbau nach hinten im Erdreich verankert. Im westlichen Teil des Baufelds läuft die Herstellung der Weichgelsohle, die die Baugrube nach unten gegen das Grundwasser abdichtet. Nach erfolgreicher Dichtigkeitsprüfung westlich der Kreuzung Ettlinger Tor wird hier der Erdaushub bis zur endgültigen Tiefe der Baugrube und der weitere Abbruch der Unterführung fortgesetzt.

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Deckeln: Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor wird der Tunnel zusehends länger. Bild: Kasig

Genau wie östlich vom Mendelssohnplatz geht im westlichen Teil zwischen Ritterstraße und Ettlinger Tor der Tunnelbau auf die Zielgerade: Tunnelsohlen, Tunnelaußen- und -mittelwände sowie Tunneldeckenabschnitte werden laufend betoniert. Auf der Südseite dieses Baufeldes entstehen Böden, Wände und Decken der unterirdischen Tunnelbetriebszentrale.

 Die Gleise werden verschweißt

 Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels schließt die Süd-Achse jetzt zur Ost-West-Achse auf. Der Einbau des Schotters und der Gleise ist erfolgt, die Arbeiter verschweißen die Schienenstränge und richten die Gleise exakt aus.

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Ankern: Unter der Südfahrbahn der Kriegsstraße beginnt zwischen Meidinger Straße und Adlerstraße das Verankern des Baugrubenverbaus. Bild: Kasig

Gleichermaßen Fortschritte macht die Innengestaltung der Haltestellen: Die Betonwerksteine sind auf den Bahnsteigoberflächen verlegt und in die Unterkonstruktion aus Metallschienen eingehängt. In den Haltestellen unter der Kaiserstraße, Durlacher Tor, Kronenplatz, Lammstraße und Ettlinger Tor werden auch bereits die Decken mit Platten ausgestattet.

"Absturzsicherung" für Treppe am Europaplatz

Inzwischen deutlich erkennbar ist auch der Treppenaufgang Nordwest der künftigen unterirdischen Haltestelle Europaplatz: Die den Treppenabgang auf drei Seiten umgebende "Absturzsicherung" ist betoniert, so die Kasig in einer Pressemitteilung.

Auf dem südlichen Bahnsteig der oberirdischen Haltestelle Europaplatz nimmt der Einbau der Rauch-Wärme-Abzug-Anlagen (RWA) ebenfalls Formen an. Die in der Bahnsteigoberfläche eingelassenen Klappen sorgen nach der Inbetriebnahme der unterirdischen Haltestelle für die Entrauchung im Notfall.

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