Die Mauer muss weg: Die alten Rampenwände östlich des Karlstors werden im Zuge des Erdaushubs abgebrochen.
Der Tunnelbau ist am Karlstor angekommen.
Bild: Kasig
Autotunnel wird gebaut, Verkehr steht teilweise still: Kombilösung erreicht das Karlstor
Karlsruhe
13.01.2020 19:00
Die Bauarbeiten für den Autotunnel nehmen nun an die Kreuzung Karlstor in Beschlag. Der Bau geht am fließenden Verkehr nicht spurlos vorbei: Bahn- und Autofahrer müssen sich in diesem Jahr auf Sperrungen einstellen. Ab September rollen die Bahnen über Hilfsbrücken, im Jahr 2021 wird die Kreuzung erneut gesperrt.

Inmitten der Kriegsstraße klafft derzeit eine große Baugrube, denn: Künftig sollen die Autos anstatt oberirdisch unter dem Asphalt durch einen 1,6 Kilometer langen Tunnel fahren. Nun steht der letzte Abschnitt des Umbaus in den Startlöchern - ganz im Westen der Baustelle - genauer gesagt: Am Karlstor.

Änderungen für Bahnfahrer, Autofahrer und Fußgänger 

"Bereits Ende dieses Monats laufen die ersten Arbeiten an", teilt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in einer Pressemeldung mit. Die alte, über 50 Jahre alte Straßenunterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße hindurch wird abgebrochen. Die Rampe westlich des Karlstors bleibt erhalten - sie wird jedoch ertüchtigt.

Die Tage der alten Überführung Kriegsstraße am Karlstor sind gezählt: Straßenbahnen werden ab 20. April nicht mehr von Norden nach Süden und umgekehrt verkehren, für Autofahrer gibt es Umleitungen. Bild: Kasig

Damit die Arbeiten durchgeführt werden können, ist eine zweimalige Sperrung der Stadtbahn- und Straßenbahngleise zwischen Europaplatz und Mathystraße notwendig. "In der Zeit zwischen den beiden Sperrungen werden aber, wie bereits im vergangenen Jahr auf dem Mendelssohnplatz, Hilfsbrücken eingebaut, die die Sperrzeit verkürzen", so die Kasig.

Autofahrer können in der "heißen" Bauphase das Karlstor ebenfalls weder von Norden nach Süden noch umgekehrt queren. Allerdings gibt es ebenfalls nach dem Vorbild Mendelssohnplatz jeweils westlich und östlich vom Karlstor so genannte "Wender", über die Autofahrer dennoch den nördlichen oder südlichen Teil der Karlstraße erreichen können.

Im die Baustelle am Karlstor im September 2019. Heute ist die Baugrube bereits tiefer. Bild: Kasig

Am 20. April geht es los

Gleiches gilt auch für Fußgänger: Für sie wird eine eigene Hilfsbrücke errichtet, die ein Überqueren der Baugrube ermöglicht. Radfahrer werden in Fahrtrichtung Süden ab der Sophienstraße über die Hirschstraße und in Fahrtsichtung Norden ab der Mathystraße über die Ritterstraße an der Baustelle vorbei geleitet.

Los geht es im Frühling: Am 20. April mit der Sperrung der Gleise in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße. Für den Öffentlichen Personennahverkehr bedeutet das eine Vollsperrung, Ziele rund um das Karlstor können per Bahn über die Haltestellen Europaplatz, Mathystraße oder auch Konzerthaus angesteuert werden.

Die alten Überführung der Kriegsstraße am Karlstor. Bild: Kasig

Bis September wird dann mitten auf - oder besser unter - der Kreuzung die Baugrube hergestellt und die alte Unterführung abgebrochen. Anfang September erfolgt dann der Einbau der beiden Hilfsbrücken - für jede Fahrtrichtung ein Element. Ab 13. September gehen die Gleise in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße wieder in Betrieb, die Bahnen rollen über die Hilfsbrücken. 

Mitte 2021: Zweite Sperrung des Bahnverkehrs 

Im zweiten Quartal des nächsten Jahres erfolgt zum zweiten Mal die Sperrung der Gleise. Denn die Hilfsbrücken werden wieder ausgehoben, damit die Wände und die Decke des neuen Autotunnels hergestellt werden können.

Ende 2021 ist es dann endlich so weit: Voraussichtlich im dritten Quartal sollen die Bahnen über die neuen Gleise über das Karlstor rollen. "Zum Jahresende geht dann die komplette Kriegsstraße mit der oberirdischen Gleistrasse und dem darunter liegenden Autotunnel in Betrieb", so die Kasig abschließend.

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