Kombi-News, 20 Juli 2019
Noch ein Stück: In den Ferien wird die Rampe Mühlburger Tor an das oberirdische Gleisnetz angeschlossen.
Bild: Kasig
Am Euro kommt ein Treppenaufgang ans Tageslicht: Arbeiten am Straßen- und Stadtbahntunnel gehen voran
Karlsruhe
21.07.2019 12:35
Zukünftig werden die Bahnen unter der Karlsruher Innenstadt hinduchfahren - dafür entsteht unter der Kaiserstraße ein Straßen- und Stadtbahntunnel. Viel von den unterirdischen Arbeiten ist nicht zu sehen, doch an einigen Stellen kommen die Treppen- und Haltestellenaufgänge langsam aber sicher an die Oberfläche - wie jetzt am Europaplatz. Das gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update bekannt.

Seit Monaten schon laufen die Arbeiten beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels nahezu vollständig unterirdisch und damit im Verborgenen. Zum einen werden unter der Kaiserstraße, zum anderen auch im Südabzweig ab dem Marktplatz, fleißig Gleise verlegt und die Tunnelwände verkleidet.

Treppenaufgang "taucht" am Europaplatz auf

Dennoch heißt es in den anstehenden Sommerferien noch einmal für kurze Zeit: Rohbau zusätzlich zum Innenausbau - und dieser ist sichtbar für alle: Einerseits wird am Europaplatz der bisher noch nicht sichtbare nordwestliche Treppenaufgang an der Douglasstraße nach oben "verlängert": Der bereits unterirdisch im Rohbau hergestellte, aber noch abgedeckte Treppenaufgang, erhält oberirdisch seine Treppeneinfassung - eine ihn an drei Seiten umgebende Stahlbetonwand.

Kombi-News, 20. Juli 2019
Da fehlt noch etwas: Der Treppenaufgang Nordwest der unterirdischen Haltestelle Europaplatz wird ab Ende Juli gebaut. Bild: Kasig

Die unterirdischen Haltestellen werden für den Notfall ausgestattet: Sowohl an der Haltestelle Europaplatz ebenso wie in der Kaiserstraße und unter anderem an den Haltestellen Lammstraße, Kronenplatz und Durlacher Tor werden sogenannte Rauch-Wärme-Abzug-Öffnungen (RWA) installiert.

Rauch entweicht im Notfall durch die Haltestellendecke

Darunter kann man sich Folgendes vorstellen: Es sind massive Metallrahmen mit hydraulisch schwenkbare Abdeckungen, die bei einem Notfall aufklappen und Rauch und Hitze durch die Decke der Haltestelle nach oben entweichen lassen.

Hier sieht man die sogenannten Unterschottermatten, die den Schall der fahrenden Bahnen abfangen sollen. Bild: Kasig

Während diese Arbeiten den Verkehr der Stadtbahnen und Straßenbahnen in der Kaiserstraße nicht beeinträchtigen, haben die Planer die durch den Gleiswechsel der Verkehrsbetriebe Karlsruhe ab Samstag, 27. Juli, erfolgende Sperrung der Strecke zwischen Europaplatz und Mühlburger Tor ausgenutzt: Sowohl der Treppenaufgang wie auch die RWA-Öffnungen liegen im Bereich der beiden oberirdischen Bahnsteige, die deshalb für die Arbeiten in Anspruch genommen werden.

Haltestellenverkleidung geht in den Endspurt

Zumindest von oben "unsichtbar" geht der Gleisbau im Süd-Ast des Stadtbahntunnels der Kombilösung weiter: Zwischen dem Gleisdreieck unter dem Marktplatz, dem Ettlinger Tor und dem Kongresszentrum werden Unterschottermatten verlegt: Sie dämmen den Körperschall, der durch die fahrenden Bahnen verursacht wird. Danach erfolgt die Aufschüttung mit Schotter und schließlich die Montage von Schwellen und Schienen.

Das Anbringen der hellen Betonwerksteine läuft in den letzten drei Haltsetellen: Die Stationen Marktplatz, Ettlinger Tor und zunehmend auch Kongresszentrum stehen ganz im Zeichen der Handwerker, die die Kunststeine auf den Bahnsteigoberflächen verlegen und auf die Unterkonstruktion an den Wänden montieren.

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Anfang vom Ende: Vor der Christuskirche am Mühlburger Tor werden Wege angelegt, danach die Grünflächen Bild: Kasig

Ebenfalls den Arbeiten am Stadtbahn- und Straßentunnel zuzurechnen ist auch das Wiederanlegen der Wege und der Grünflächen auf dem Platz vor der Christuskirche am Mühlburger Tor. Die Wege der seit 2010 als Baueinrichtungsfläche für den Rohbau des Tunnels genutzten Fläche werden derzeit genau so wieder gebaut, wie sie einst durch den Platz verliefen. Danach folgen die Grünflächen.

Tunnelwände werden Stück für Stück betoniert

Ganz anders geartete Arbeiten stehen beim Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem unterirdischen Autotunnel auf dem Programm: Am Mendelssohnplatz sowie westlich und östlich davon werden ebenso wie zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor Tunnelwände und Abschnitte der Tunneldecke betoniert.

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Noch ein Stück: In den Ferien wird die Rampe Mühlburger Tor an das oberirdische Gleisnetz angeschlossen. Bild: Kasig

Einen Einschnitt bei den Arbeiten markiert die Nacht vom 29. auf den 30. Juli: Dann werden die zwei Hilfsbrücken, die die Baugrube unter dem Mendelssohnplatz überspannen und auf denen neun Monate die Stadtbahnen und Straßenbahnen verkehrten, abgebaut. Drei Wochen später folgt der nächste Einschnitt: An der Oberfläche des Mendelssohnplatzes wird das Gleisviereck eingebaut - damit mit den Arbeiten an der endgültigen Gestaltung der Oberfläche der Kriegsstraße begonnen.

Östlich des Ettlinger Tors wird noch der seitliche Baugrubenverbau in der obersten Lage verankert. Außerdem wird die Dichtigkeitsprüfung im Abschnitts von der Kreuzstraße bis zur Meidingerstraße vorbereitet. Unmittelbar westlich des Ettlinger Tors steht die Herstellung der Weichgelsohle zum Schutz der Baugrube gegen von unten eindringendes Grundwasser auf dem Programm der Arbeiter.

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