Freuen sich über den Geldsegen (v.l.n.r.): Zoodirektorin Gisela von Hagen, Ilse Wadle (Zoofreunde Karlsruhe), Matthias Schürer (Brauerei Hoepfner) und Bürgermeister Michael Obert
Freuen sich über den Geldsegen (v.l.n.r.): Zoodirektorin Gisela von Hagen, Ilse Wadle (Zoofreunde Karlsruhe), Matthias Schürer (Brauerei Hoepfner) und Bürgermeister Michael Obert
Bild: (kas)
Neuer Streichelzoo bis Juli - Spendenaktion bringt fünfstellige Summe
Karlsruhe
08.02.2011 13:00
Ein Euro pro gekauftem Kasten Hoepfner-Bier ging bis Ende des vergangenen Jahres als Spende an den Karlsruher Zoo. Heute nahm Zoodirektorin Gisela von Hegel den Scheck entgegen. Mit dem Geld wird der neue Streichelzoo gebaut, der bis zu Beginn der Sommerferien eröffnen soll.

Bei der Aktion wurde rückwirkend vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2010 für jeden Kasten verkauftes Bier ein Euro für den Wiederaufbau des Streichelgeheges gesammelt. 10.437 Euro kamen so zusammen. Als regional verwurzeltes Unternehmen trage Hoepfner auch eine gewisse Verantwortung für die Region, erklärte Geschäftsführer Mattias Schürer die Motivation zu der Spendenaktion. Deshalb habe man sich entschieden, dem Karlsruher Zoo mit der Aktion unter die Arme zu greifen.

"Der neue Streichelzoo wird größer und schöner als der alte", freute sich Bürgermeister Michael Obert. Er soll in der Nähe der Schwarzwaldhalle gebaut werden. Das sei städtebaulich nicht ganz einfach, weil auf dem Gelände in der Vergangenheit schon viel auf- und umgebaut worden sei. "Unser ehrgeiziges Ziel ist trotzdem der 30. Juni. In so knapper Zeit ist das nicht einfach, denn wir stellen ja nicht einfach nur einen Stall hin." Auf ein genaues Datum könne man sich deshalb nicht offiziell festlegen - man müsse auch sehen, wie die Arbeiten vorangingen.

Insgesamt kamen bisher knapp 650.000 Euro an Spenden bei den Zoofreunden Karlsruhe an. Die Kosten von derzeit geschätzten rund 1,5 Millionen Euro für den Neubau ergäben sich unter anderem aus notwendigen Bodengutachten, erklärte Zoodirektorin Gisela von Hegel. Zudem müssten erst Altlasten beseitigt werden, bevor der Baugrund wieder nutzbar sei. Allerspätestens bis zu Beginn der Sommerferien sollen die Arbeiten aber abgeschlossen sein, "denn es gibt ja auch Kinder in Karlsruhe, die im Sommer nicht wegfahren können", so die Direktorin.



Ende Februar ziehen die ersten Ponys und Schafe ein

Im neuen Streichelzoo soll eine "echte Kontaktzone" für Tier und Mensch entstehen: "Der Streichelzoo wird offen sein, so dass sich die Kinder frei unter den Tieren bewegen können. Deshalb achten wir bei der Auswahl der Tierrassen darauf, dass wir möglichst kleine und friedfertige Tiere bekommen." Nicht alle Haustiere im Streichelzoo sollen in so intensiven Körperkontakt mit den kleinen Zoobesuchern kommen, zumindest aber Schafe und Ziegen. Die kleinen Tierfreunde sollen aktiv eingebunden werden, vor allem durch Streicheln und Anfassen: "Schon im alten Streichelzoo haben wir gesehen, dass das Bedürfnis nach einem haptischen Erlebnis groß ist", meinte von Hegel.

Bereits Ende Februar sollen die ersten Bewohner des neuen Streichelzoos nach  Karlsruhe kommen: In einem provisorischen Streichelzoo soll sich eine besonders kleine Rasse von Shetland-Ponys das Gehege mit einigen Schafen teilen. "Dieses Ziel ist schon in greifbare Nähe gerückt", freute sich die Zoodirektorin. Geld- und Sachspenden von rund 14 Firmen ermöglichten diese Interimslösung. Der Stall aus Fertigbauteilen soll auf der Raubtierhauswiese schräg gegenüber des Elefantenhauses aufgestellt werden.

Die Dickhäuter erholen sich laut Aussage der Zoodirektion prächtig. Beim Brand Anfang November hatten die Flammen auf das Elefantenhaus übergegriffen und den grauen Riesen starke Hautverletzungen zugefügt. Verbrennungen solcher Art seien im Zoobereich nicht bekannt, sagte von Hegel. Die Therapie der flächenhaften Hautzerstörung sei eine echte Herausforderung: "Es sind ungefähr vier Quadratmeter verbrannte Haut pro Elefant."

Dank der tatkräftigen Hilfe diverser Pharmaunternehmen, die Medikamente spendeten, seien die Elefanten aber auf einem guten Weg. Dass sie sich schon so gut erholt haben, sei aber auch ein Verdienst des kalten Winters, gibt die Chefin des Zoos zu: "Im Sommer wären solche Wunden eine Katastrophe gewesen." Jetzt im Winter habe man aber glücklicherweise keine Fliegen gehabt. So seien mögliche Sekundärinfektionen gar nicht erst enstanden.
 


Scheckübergabe Karlsruher Zoo

(v.l.n.r.) Zoodirektorin Gisela von Hegel, Ilse Wadle  (Zoofreunde Karlsruhe),  Matthias Schürer (Privatbrauerei Hoepfner), Michael Obert (Bürgermeister Stadt Karlsruhe) bei der Spendenübergabe

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