Die Wendeschleife in Oberreut
Die Wendeschleife in Oberreut
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
Karlsruhe von oben: Spektakuläre Ausblicke über Oberreut - eine Bilderstrecke
Karlsruhe
29.11.2020 06:00
Keine Lust mehr aus dem Fenster zu schauen oder an den immer gleichen Ecken des eigenen Quartiers satt gesehen? In der Sonntags-Reihe "Karlsruhe von oben" bieten wir neue Ausblicke auf die Stadtteile der Fächerstadt. Heute: Oberreut - ein polarisierender Stadtteil.
Oberreut entstand als sogenannte Trabantensiedlung auf ehemaliger Bulacher Germarkung. Grund für die schnelle Bebauung war die Sanierung der Karlsruher Altstadt. Mitte 1964 bezogen die ersten Bewohner preiswerte Wohnungen, welche die Volkswohnung GmbH in Form von vier- bis achtstöckigen Zeilenhäusern errichtete. 
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Die ersten Bewohner hatten allerdings mit einem großen Problem zu kämpfen: Die damals noch unbefestigten Straßen und Wege versanken bei Regen regelmäßig im Schlamm. Das schreckte die Menschen allerdings nicht ab: Schon Ende der 1960er Jahre musste die Bebauung der Feldlage in Angriff genommen werden, da bis 1970 statt der ursprüng­lich geplanten 4.200 nun 5.700 Bewohner in Oberreut lebten - vorzugsweise kinderreiche Familien.

Die Wendeschleife in Oberreut Bild: Carmele/TMC-Fotografie

In diesem Rahmen erfolgte auch der Bau der Straßenbahnlinie, welche den Anschluss zum Karlsruher Stadtzentrum garantierte. Der Stadtteil breitete sich weiter aus und ein neues Viertel, mit Reihenhäusern, Wohnblöcken und Gemeinschaftseinrichtungen, entstand. Außerdem wurde auf die Ansiedlung von Gewerbe und Dienstleistern Wert gelegt. Heute zählt Oberreut auf 242 Hektar rund 9.600 Einwohner. 

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In Oberreut siedelten sich bereits früh Schulen, wie 1965 die Anne-Frank-Schule oder wenig später sie Sophie-Scholl-Realschule, an. Außerdem befindet sich seit 1992 in der Otto-Wels-Straße die Gewerbliche Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik Karlsruhe.

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Fast genauso lange, wie es den Stadtteil im Südwesten Karlsruhes schon gibt, kämpfen die Bewohner auch gegen das schlechte Image an, das Oberreut anhaftet: zu gefährlich, zu unsicher. "Wer den Tod nicht scheut, zieht nach Oberreut", heißt es im Volksmund. Dabei ist die Kriminalitätsrate hier sogar niedriger als in anderen Stadtteilen Karlsruhes. 

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Eine neue Kampagne unter dem Motto "Wer sich des Lebens freut, zieht nach Oberreut" soll das schlechte Image des Stadtteils aufbessern. Das Leben dort ist nämlich nicht von Kriminalität und Missständen geprägt, sondern vielmehr von naturverbundener Gelassenheit. 

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Denn: Oberreut liegt direkt am Hardtwald und ist trotz der großen Wohnsiedlungen von Natur durchzogen. Inmitten des Hardtwaldes gibt es die Ruine einer ehemaligen Turmhügelburg aus dem elften Jahrhundert zu erkunden. Das Grün ist für viele Menschen ein Ort zur Erholung und zum Ausgleich für einen stressigen Alltag. 

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Karlsruhe von oben: Oberreut

Die Wendeschleife in Oberreut

Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Januar 2020.

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