Panorama über Daxlanden, im Hintergrund das Rheinhafen Dampfkraftwerk.
Panorama über Daxlanden, im Hintergrund das Rheinhafen Dampfkraftwerk.
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
Karlsruhe von oben: Spektakuläre Ausblicke über Daxlanden - eine Bilderstrecke
Karlsruhe
12.07.2020 06:00
Keine Lust mehr aus dem Fenster zu schauen oder an den immer gleichen Ecken des eigenen Quartiers satt gesehen? In der Sonntags-Reihe "Karlsruhe von oben" bieten wir neue Ausblicke auf die Stadtteile der Fächerstadt. Heute: Vom Fischerdorf zum Karlsruher Stadtteil: Daxlanden ist geprägt von Naturschutzgebieten, Flüssen und Seen.

Zwischen Grünwinkel und dem Rhein liegt, eingebettet in zahlreiche kleine Naturschutzgebiete und Gewässer, der Stadtteil Daxlanden. 1260 fand er als "Villa Daslar" eine erste geschichtliche Erwähnung, Funde aus der Römerzeit deuten allerdings darauf hin, dass der Ort schon damals besiedelt worden war.

Daxlanden wurde mehrmals von Hochwassern zerstört

Im Namen "Daslar" steckt eine Form des Wortes "Deich", mit welchem die u-förmige Umleitung der Alb im Bereich des Entenfangs bewerkstelligt wurde. Er änderte sich dann von "daslar" in "dachslande" oder "dachlanden" zu Daxlanden.

Blick über Rappenwört und das Rheinstrandbad, im Hintergrund das Naturschutzgebiet angrenzend zu Daxlanden. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aufgrund der flussnahen Lage zum Rhein wurde Daxlanden in seiner Geschichte mehrmals von schweren Hochwassern verwüstet. Besonders schlimm war es im Jahr 1651: Nach einem verheerenden Dammbruch, bei dem sogar die Kirche fortgeschwemmt und der Ort größtenteils zerstört wird, wird Daxlanden auf dem Hochgestade, einem etwas erhöht gelegenen Teil der Rheinebene, wieder aufgebaut. 

Mit der Rhein­begradigung durch Johann Gottfried Tulla in den Jahren 1819 bis 1821 verliert der Ort seine Funktion als Schiffs- und Zollsta­tion an Maxau, zugleich wird so die rechtsrheinische Zugehörigkeit der Altrheininsel Rappenwört festgelegt.

Vom Fischerort zum Arbeiterdorf

Mit der Eröffnung des Rheinhafens 1901 im benachbarten  Mühlburg verwandelt sich der ehemalige Fischer- und Bauernort immer stärker in ein Arbeiterdorf. Neun Jahre später, am 1. Januar 1910, wird Daxlanden nach Karlsruhe eingemeindet.

Panorama über Daxlanden. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Heute hat der Stadtteil rund 12.000 Einwohner und ist in vier Stadtviertel untergliedert: Alt-Daxlanden, Neu-Daxlanden, Daxlanden-Ost und die Rheinstrandsiedlung. Das historisch gewachsene Ortsbild mit seinen vielen zum Teil wieder aufgebauten Fachwerkhäusern befindet sich eher im Osten des Stadtteils, im Westen dominieren Naturschutzgebiete wie die Fritschlach und kleinere Gewässer wie die Saumseen, der Federbach und der Ententeich, die vielen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause geben.

Typisches Stadtbild von Daxlanden, Fachwerk. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Strom made in Daxlanden

Ganz im Norden erhebt sich das schon von weitem sichtbare Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) der EnBW in den Himmel. Gebaut in den 1950er-Jahren, besitzt es heute fünf aktive Kraftwerksblöcke und liefert Strom und Fernwärme für die Region Karlsruhe.

Viele Stromtrassen durchziehen das Naturschutzgebiet des Altrheinarms "Fritschlach". Im Hintergrund das RDK am Rheinhafen. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Ein weiterer Stromlieferant in Daxlanden: Die historische Appenmühle an der Alb. Erstmals 1369 urkundlich erwähnt, ist sie lange Zeit Sägewerk und Getreidemühle. Die Besitzerin Stadt Karlsruhe hat sie nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufbauen lassen. Seit 2000 ist die Appenmühle ein Laufwasserkraftwerk und wird von den Stadtwerken Karlsruhe zur Stromerzeugung genutzt. 

Sehenswert: Weltkriegsbunker und Rheinstrandbad Rappenwört

Apropos Zweiter Weltkrieg: In der Rheinhafenstraße 47 in Daxlanden findet man heute ein recht unscheinbares, gelbes Gemäuer. Hier handelt es sich um den Luftschutzbunker "Appenmühle", genauer gesagt einen Hochbunker, der die Bevölkerung in der Nähe des Rheinhafens vor Luftangriffen im Krieg schützen sollte.

Sogar noch älter - aber für einen ganz anderen Zweck erbaut: Das Rheinstrandbad Rappenwört. 1929 eröffnet, ist das "Rappele" heute über 90 Jahre alt und bietet seit Generationen Badespaß und ein beliebtes Ausflugsziel direkt am Rhein. Heute hat das Bad auf einer Gesamtfläche von 16 Hektar eine Wasserfläche von rund 3.500 Quadratmetern, aufgeteilt auf sechs Becken - eines davon ein Naturbecken noch aus den Anfangszeiten des Bades.

Daxlanden bekommt eine neue Wohnsiedlung

Daxlanden lebt trotz seiner vielen historischen Örtlichkeiten aber keineswegs in der Vergangenheit: Der Stadtteil entwickelt sich konstant weiter. Das aktuellste Bauprojekt findet sich im ehemaligen August-Klingler-Stadion.

Baustand Neubebauung des August-Klingler-Areals in Daxlanden. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Hier soll bis zum Jahr 2023 357 neue Wohnungen entstehen, untergliedert in eine Wohnsiedlung mit sieben langen und hohen Gebäuden, grünen Innenhöfen, einer Kita und einer Tagespflege. Der offizielle Spatenstich ist Ende Juni dieses Jahres erfolgt.

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Karlsruhe von oben: Daxlanden

Blick über Rappenwört und das Rheinstrandbad, im Hintergrund das Naturschutzgebiet angrenzend zu Daxlanden. St. Valentin Kirche in Daxlanden. Blick über Rappenwört und das Rheinstrandbad, im Hintergrund das Naturschutzgebiet angrenzend zu Daxlanden. St. Valentin Kirche in Daxlanden.

Die Aufnahmen unseres Fotografen Tim Carmele stammen aus Juli 2020.

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