Die Drogeriekette dm führt inzwischen 40 Hanf-Produkte. Bei den aus Hanfsamen hergestellten Artikeln gibt es kein Gesundheitsrisiko.
Die Drogeriekette dm führt inzwischen 40 Hanf-Produkte. Bei den aus Hanfsamen hergestellten Artikeln gibt es kein Gesundheitsrisiko.
Bild: Uli Deck/dpa
Food-Trend: Hanf in Lebensmitteln - jedes zweite Produkt enthält zu viel Rauschgift
Stuttgart
03.08.2020 00:55
Als Bestandteil in Lebensmitteln taugt Hanf nach Ansicht der baden-württembergischen Kontrolleure bislang bei weitem nicht in allen Fällen. Von insgesamt 49 untersuchten Proben ist im vergangenen Jahr mehr als jede zweite als nicht sicher beanstandet worden, wie aus dem neuen Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung hervorgeht.

Grund waren vor allem zu hohe Gehalte am sogenannten D9-Tetrahydrocannabinol (THC). Diese Substanz der Hanfpflanze verleiht Cannabis seine rauschhafte Wirkung. Heute will Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) in Stuttgart weitere Details vorstellen.

Der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU). Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Laut Bericht wurden 29 Proben als Extrakte aus der Hanfpflanze sowie daraus gewonnene cannabinoidhaltige Produkte eingestuft. Sie gelten somit als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel. Bei weiteren 32 Proben war die Kennzeichnung nicht korrekt. "Lediglich zwölf Proben waren nicht zu beanstanden", heißt es im Bericht.

Die Produktpalette hanfhaltiger Lebensmittel reicht von Back- und Teigwaren über Süßwaren und Kräutertees bis hin zu Erfrischungsgetränken, Bieren und Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei unterscheidet man zwischen THC-reichen (Drogenhanf) und THC-armen Hanfsorten (Faserhanf). Hanfpflanzen, die weniger als 0,2 Prozent THC enthalten, gelten als THC-arme Sorten. Das heißt, aus ihnen können Hanfsamen und Hanfsamenöl gewonnen werden.

Ein Mann hält Hanfsamen in seiner Hand. Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Tetrahydrocannabinol kommt in getrockneten Cannabis-Blättern, Blüten und Blütenständen vor. Früh kultivierte Hanf-Sorten sowie die meisten Wildbestände haben einen eher geringen THC-Anteil, während dieser bei speziell für die Haschisch- oder Marihuana-Produktion gezüchteten Pflanzen seit Jahren steigt.

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