Zahlreiche Stadträte sowie Vertreter von Stadt und Polizei besuchten die Eröffnung des 15. Ditib-Kulturfests in Karlsruhe.
Zahlreiche Stadträte sowie Vertreter von Stadt und Polizei besuchten die Eröffnung des 15. Ditib-Kulturfests in Karlsruhe.
Bild: (feb)
Ein kultureller Austausch zwischen der türkische und deutschen Kultur soll das Fest der Ditib sein.
Ein kultureller Austausch zwischen der türkische und deutschen Kultur soll das Fest der Ditib sein.
Bild: (feb)
Neue Moschee für Karlsruhe: Ditib informiert beim 15. Kulturfest über Pläne
Karlsruhe
17.05.2013 17:49
Durch die Karlsruher Oststadt weht seit Freitag wieder der Geruch von türkischem Essen, Musik aus dem fernen Land wird live auf der Bühne gespielt und türkischer Tee wird gereicht. Für vier Tage steht die türkische und islamische Kultur wieder im Mittelpunkt beim 15. Kulturfest der Karlsruher Ditib-Gemeinde. Doch dieses Jahr gibt es noch mehr zu erfahren: Die Gemeinde informiert an einem Sonderstand über die Pläne einer neuen Zentralmoschee in Karlsruhe. Besonders eingeladen sind dazu die Bürger der Oststadt.

Für Bürgermeister Klaus Stapf war die Begrüßungsrede beim Kulturfest der Ditib-Gemeinde wohl etwas ganz Besonderes: Auf Türkisch begrüßte er in Vertretung von Oberbürgermeister Frank Mentrup die Gäste in der Käppelestraße. Er unterstrich dabei die Wichtigkeit des Festes als Bestandteil des kulturellen Austauschs in Karlsruhe.

Karlsruhern soll Angst vor Moschee genommen werden

"Die kommenden vier Tage sollen ein Fest der Freude und Toleranz auf Augenhöhe sein", sagte Stapf. Und genau für diese Toleranz kämpft die Ditib-Gemeinde derzeit: Wie ka-news Mitte März in einem Artikel bekannt machte, plant die Glaubensgemeinschaft den Bau einer neuen Zentralmoschee in der Fächerstadt. Eine Moschee mit vier Minaretten und ein Gemeindezentrum auf insgesamt 2.000 Quadratmetern sollen den Glauben in Zukunft angemessen repräsentieren.

Auf dem viertägigen Fest stellen die Gläubigen nun ihre Pläne für die Merkez Moschee vor. Dabei sollen die Ditib-Mitglieder wie auch die Bürger der Oststadt und aus ganz Karlsruhe mitwirken am "Bau einer ersten repräsentativen Moschee in Karlsruhe." Dafür liegen an dem Stand Fragebögen aus, auf denen die Besucher ihre Wünsche und Anregungen abgeben können. "Wir wollen unser Vorhaben einer Moschee und eines Gemeindezentrums unseren Mitgliedern und den Gästen aus Karlsruhe erläutern", sagte Ömer Erdönmez, der stellvertretende Gemeindevorsitzende der Ditib, im Gespräch mit ka-news. Seit zwei Jahren plane der Vorstand schon intern das Vorhaben, seit gut einem Jahr sei auch die Stadt daran beteiligt. Nun sollen die Bürger informiert werden - und ihnen soll die Angst genommen werden.

"80 Prozent der Fläche sollen für kulturelle und soziale Bereiche dienen, 20 Prozent werden die Gebetsräume einnehmen", erläuterte Erdönmez weiter. Dabei beharre Ditib nicht auf den gewünschten vier Minaretten: "Zwei Minarette sehen an einem solchen Gebäude besser aus als eines. Aber klar ist: Ohne Minarett geht es nicht." Seit vielen Jahren sei Deutschland an Minarette und Kuppeln gewöhnt, dann solle das auch in Karlsruhe gehen, wünscht er sich. Auch der Ditib-Gemeindevorsitzende bekräftigte die Wichtigkeit der Moschee in seiner Begrüßungsrede: "Wir wollen den Bedürfnissen unserer Mitglieder, vor allem denen der Kinder und Jugendlichen, nachkommen", sagte Lütfü Azal. Die Wichtigkeit des Vorhabens und des Kulturfestes zeigte auch die Anwesenheit zahlreicher Stadträte, Vertreter der Stadt und der Polizei Karlsruhe.

Kulturfest ist "Höhepunkt des Jahres" für Karlsruher Ditib-Gemeinde

Als nächste Schritte plant Ditib nun ein Gespräch mit dem Baubürgermeister Karlsruhes, Michael Obert. Hier wollen die Mitglieder eine Planungsanfrage stellen oder eventuell nach anderen Bauorten in Innenstadtnähe und mit geeigneter Anbindung an den ÖPNV suchen. "Wir planen zudem ein öffentliches Treffen mit den Bürgern der Oststadt, um unsere Informationen an sie weiterzugeben", so Erdönmez, der auf die Unterstützung seiner Nachbarn hofft. "Wir sind bereit zu sprechen, die Stadt ist auch bereit, jetzt wollen wir versuchen, die Bürger mitzunehmen", sagte er im Gespräch mit ka-news. Die vier Tage des Kulturfestes sollen die Bürger nutzen, die Gemeinde und ihre Räumlichkeiten besser kennenzulernen. "Alle Bürger sind herzlich eingeladen zu unserem Fest", so Erdönmez.

Doch nicht nur das Bauvorhaben, das in Karlsruhe für einen großen Wirbel sorgte, soll im Mittelpunkt des 15. Kulturfestes der Ditib stehen. Auch die sonstigen Aktivitäten, Planungen und nicht zuletzt die türkische Küche sollen die Besucher zahlreich in die Käppelestraße locken. "Wir haben das Fest lange vorbereitet, es ist der Höhepunkt des Jahres für unsere Gemeinde", freute sich der stellvertretende Gemeindevorsitzende auf die vier Festtage.

Weitere ka-news-Artikel über die geplante Moschee in Karlsruhe:

Moscheebau in Karlsruhe: SPD-Bundestagskandidat will breiten Dialog

Moschee-Debatte: Was Karlsruhe von Mannheim lernen kann

JU Karlsruhe: Neue Moschee soll sich ins Stadtbild einfügen

Kommentar: Geplante Moschee in der Oststadt: Was soll die Empörung?

Moscheebau in Karlsruher Oststadt: Das sagen die Stadträte

Karlsruher Ditib-Gemeinde will Moschee in Oststadt bauen

Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: In unserem Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe für Sie zusammengefasst. Einfach hier klicken!

Leider ist es bei Artikeln zu diesem Thema in den vergangenen Wochen immer wieder zu zahlreichen Regelverstößen gekommen. Daher haben wir uns entschlossen, die Diskussion in Anbetracht des verlängerten Wochenendes vorerst nicht zuzulassen und erst am Dienstag die Kommentare wieder zuzulassen.

Mehr zum Thema:
Islam in Karlsruhe | ka-news.de: Kopftuch, Koran, Glaube, Irrtümer und Vorurteile: Im ka-news-Dossier "Islam in Karlsruhe" haben wir zahlreiche Artikel über den Islam und Muslime in Karlsruhe sowie einen geplanten Moschee-Bau zusammengefasst.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
6 Kommentare