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Fasching in der Region Karlsruhe: Welche närrischen Veranstaltungen sind 2022 trotz Corona geplant?
Karlsruhe/Bruchsal
03.12.2021 17:08
Die Stimmung bei den Fastnachtern im Landkreis Karlsruhe ist im Keller und so grau, wie in diesen Tagen das Wetter. Während man beim Faschingsauftakt zur neuen Kampagne am 11.11. bei den Gesellschaften und Vereinen noch vorsichtig optimistisch war, ist angesichts der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie Ernüchterung eingekehrt. Kein Helau und Alaaf, kein Ahoi oder Narri-Narro. Statt Kappen auf, werden weiterhin die Mund-Nasen-Masken übers Gesicht gezogen. ka-news.de hört sich bei den Faschingsvereinen im Landkreis einmal um.

"Schöne Bescherung" heißt es derzeit bei Funktionären und Spaßmachern. Nach dem Ausfall der letztjährigen Kampagne steht hinter vielen Veranstaltungen im kommenden Jahr - Stand jetzt – ein dickes Fragezeichen. Ein kleiner Virus legt großflächig vieles flach. Wieder einmal.

Was passiert an Fasching 2022?

Während man im Februar 2020 gerade noch über die Runden kam und kurz vor Aschermittwoch "Schluss mit lustig" war, wurde ein Jahr später die Fastnacht komplett abgesagt. Angesichts steigender Inzidenzzahlen und durch die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregeln wird es 2022 mit großer Wahrscheinlichkeit keine Prunksitzungen in bekannter Form geben.

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Die Bruchsaler Kultfigur Graf Kuno vom Kraichgauland alias Heimfried Werner aus dem Stadtteil Büchenau ist natürlich auch traurig über die aktuelle Situation, hat jedoch die Hoffnung nicht aufgegeben. "Die heiße Phase der Fastnacht ist im nächsten Jahr wieder relativ spät und der Fastnachtsonntag erst am 27. Februar. Falls sich die Situation zu Beginn des Jahres ändert und zum Guten wendet, sollte man vorbereitet sein."

Der Faschingsumzug in Bruchsal ist zwar abgesagt, doch man will am Fastnachtsonntag zumindest mit einer Abordnung und mit Abstand an einer Umzugsstraße Präsenz zeigen und der Bevölkerung signalisieren; "Wir sind noch da!" Das schöne Brauchtum Karneval und Fastnacht dürfe nicht auf der Strecke bleiben.

Probleme mit dem Nachwuchs

Ein weiterer, wichtiger Aspekt führt Graf Kuno ins Felde: Durch die Pandemie habe man, was auch auf etliche Sportvereine zutrifft, schon viele Kinder und Jugendliche, die mittlerweile andere Interessen entdeckten, verloren. In Karlsruhe sieht man das ähnlich. Michael Maier, Präsident des Festausschuss Karlsruher Fastnacht: "Wir müssen den Nachwuchs bei der Stange halten und im Hintergrund weiter planen."

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Nach derzeitigem Stand findet sowohl der Gaudiwurm am Fastnachtssonntag in Durlach, als auch der Karlsruher Umzug am Fastnachtsdienstag, 1. März, statt. Bei den anberaumten Prunksitzungen der rund zwei Dutzend zusammengeschlossenen Vereine, sieht es hingegen düster aus. "Leider wird im Moment von den Vereinen eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt", teilt Maier mit. Man könne die Vorgaben nicht umsetzen. Alles sei jedoch im Fluss und man arbeite mit einem Plan B, lasse alles offen was gesetzlich und vernünftig machbar sei.

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Das ironische Motto im vergangenen Jahr hatte noch "Wir können net nix machen" geheißen. Wie es wohl dieses Mal enden wird? Falls alle Stricke reißen, gibt es in der Fächerstadt auch die Idee, im Freien, vielleicht auf dem Marktplatz, zumindest einen Narrenbaum zu stellen und Präsenz zu zeigen. Zudem seien die online durchgeführten Sitzungen im Internet vor Jahresfrist sehr gut angenommen worden. "Das wäre erneut eine Option."

Prunksitzungen bleiben in Planung

Mario Decker, Präsident des Narrenkreises Bruchsal, hatte kürzlich eine Versammlung mit allen Mitgliedsvereinen rund um Bruchsal anberaumt. "Jeder Verein hat im Moment die gleichen Sorgen und Probleme", so der langjährige Präsident der Neudorfer KG. Man müsse jetzt die weitere Entwicklung abwarten, wobei die meisten Gesellschaften beim Thema Prunksitzung bereits abgewunken haben.

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"Eine Sitzung ist, was das Hygiene- und Sicherheitskonzept anbetrifft, für einen einzelnen Verein auch aus Kapazitätsgründen nicht zu schultern", heißt es. Trotzdem plant man in Ubstadt, Odenheim oder Östringen im Moment noch eine Prunksitzung. Die Pflege des Brauchtums und die Aufrechterhaltung dieser schönen Tradition ist den Fastnachtern wichtig. Zudem fasst man eine gemeinsame Sitzung aller zusammengeschlossenen Vereine, die am Samstag, 26. Februar 2022 im Bruchsaler Bürgerzentrum über die Bühne gehen soll, ins Auge.

"Wir wollen die Kräfte bündeln, sind natürlich alle abhängig von den politischen Entscheidungen", betont Decker. Noch vor vier Wochen hatte es aus Stuttgart geheißen, dass Fastnacht und Karneval in dieser Saison nicht noch einmal ausfallen solle. Das dortige Sozialministerium hatte sich in einem gemeinsamen Gespräch mit den Narrenverbänden sowie dem Städte- und Gemeindetag zu den Rahmenbedingungen ausgetauscht, die das gesellige Feiern möglich machen könne. Die Grundlage dafür sind die bestehenden Corona-Regelungen und Hygienevorgaben.

2G kam gut an

Das Ministerium hatte mitgeteilt, dass die Verbände bei Saalveranstaltungen auf die 2G-Regelung für Gäste und Beteiligte setzen. Damit könnten die Veranstalter auf Maskenpflicht und Abstandsregeln verzichten und die Räume voll auslasten. Bei Straßenveranstaltungen wie Umzügen oder Narrentreffs werde hingegen ein Hygienekonzept nötig sein.

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Auch die Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalvereine - zweitgrößter Landesverband in Deutschland mit insgesamt 372 Mitgliedsvereinen hatte die Entscheidung des Landes "ganz ausdrücklich" begrüßt und plant die "Feier des Goldenen Löwen" am 8. Januar 2022 nicht wie sonst üblich in Speyer, sondern in Deidesheim, fest ein.

"Durch das klare Signal konnten alle Mitgliedsvereine in die Planungen einsteigen, wobei die 2G-Regelung der richtige Weg war", sagte Sprecher Jochen Willner von der Vereinigung. Verbands-Präsident Jürgen Lesmeister aus Ramstein: "Wir sind optimistisch. Die Fastnacht wird nicht abgesagt. Doch die Löwenfeier wird anders, als bisher ablaufen."

Jeder Verein ist für sich selbst verantwortlich"

Im Verband habe man sich für die Corona-Schutzimpfung stark gemacht. Dietmar Beck aus Mannheim, Vizepräsident der "Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalvereine", hatte zuvor schon mitgeteilt, dass es keine Großveranstaltungen wie bisher geben wird.

"Jeder Verein ist für sich selbst verantwortlich und trifft seine Entscheidungen nach den Vorgaben der Politik." Nun liege es an den Vereinen die Gruppen aufzustellen, die den Anforderungen entsprechen. „Das wird sicher eine große Herausforderung für alle" heißt es abschließend. Die "Fünfte Jahreszeit“ kann also – wenn auch mit Einschränkungen – angegangen werden.

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