Bild: Thomas Riedel
Erster Pop-up-Radweg in der Karlstraße: "Die Stadt darf nicht nur auf Autos ausgelegt sein!"
Karlsruhe
01.08.2020 13:18
Umleitungen und andere Wegführungen, die fast täglich neue Überraschungen bereithalten, sind die Karlsruher Autofahrer spätestens seit Beginn des Baus der Kombilösung gewohnt. So scheint es auch auf den ersten Blick kaum aufsehen erregend, dass einer der beiden Fahrstreifen auf der Karlstraße an diesem Samstag für den Verkehr gesperrt ist. Schaut man genauer hin, wird aber klar: Nur Autos haben auf dieser Spur Fahrverbot.

Während es für Autofahrer an diesem Wochenende auf den Fahrstreifen etwas enger zugeht, heißt es dieses Mal für Radfahrer: Freie Fahrt! Auf dem so genannten "Pop-Up-Radweg", einer temporären Fahrspur für Räder, bekommen die Karlsruher einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie sich die Sicherheit und das Fahrerlebnis für alle, die in der Fächerstadt in die Pedalen treten, künftig anfühlen könnte.

Bild: Thomas Riedel

Ziel der Aktion eines Karlsruher Klimabündnisses ist es, auf einen klimafreundlicheren Verkehr aufmerksam zu machen und gleichzeitig bessere Bedingungen für Fahrradfahrer in Karlsruhe zu fordern. Deshalb funktionieren die Aktivisten in diesem Monat jeden Samstag auf einer mehrspurigen Straße in der Fächerstadt eine Autospur zum Radweg um.

"Neue" Radspur kommt gut an

"Verwundert aber gleichzeitig sehr glücklich", beschreibt Pawel Bechthold von der Bewegung "Fridays for Future Karlsruhe" die Reaktionen der Radfahrer, die sich an diesem Samstagmorgen über den ersten temporären Radweg bewegen und freut sich darüber, wie gut die "neue" Radspur angenommen werde.

Pawel Bechthold von der Bewegung "Fridays For Future Karlsruhe" setzt sich für eine bessere Infrastruktur für Radfahrer ein. Bild: Thomas Riedel

Was ihm besonders auffällt: "Auch die Autos fahren disziplinierter und rasen nicht - wie das normalerweise der Fall ist." Die Aktivisten bedauern, dass die Infrastruktur der Stadt immer noch klar auf Autos ausgelegt sei. "Autos sind laut, brauchen viel Platz und sind klimaschädlich", so Pawel Bechthold. "Gleichzeitig haben wir aber das Fahrrad, das all das nicht ist, aber eine sehr schlechte Infrastruktur vorfindet - das müssen wir ändern!"

Nach vier Stunden werden um 15 Uhr die Verkehrshütchen schon wieder abgebaut und die Fahrbahn für alle Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern freigegeben. Die nächste Aktion wartet aber bereits: Der zweite Pop-Up-Radweg wird kommendes Wochenende auf der Fritz-Erler-Straße aufgebaut.


Pop-Up-Radweg auf Karlstraße


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