Das Karlsruher Klinikum bleibt weiter in Pandemiestufe drei.
Das Karlsruher Klinikum bleibt weiter in Pandemiestufe drei.
Bild: Verena Müller-Witt
Trotz langsam sinkender Infektionszahlen: Karlsruher Klinikum bleibt in Pandemiestufe drei
Karlsruhe
30.04.2021 18:25
Trotz sinkender Infektionszahlen in und um Karlsruhe, bleibt die Belastung für das Personal am Städtischen Klinikum Karlsruhe hoch. Denn das Klinikum bleibt vorerst in der höchsten der drei Pandemiestufen. Insgesamt 31 Patienten werden aktuell am Klinikum in folge einer Covid-Erkrankung behandelt.

Bundesweit schätzt das Robert-Koch-Institut (RKI) die anfallenden Infektionszahlen noch immer als sehr hoch und bedrohlich ein. Insbesondere die leichter übertragbaren Virus-Varianten, müssten unter "massiveren Anstrengungen" bekämpft werden, wie das Städtische Klinikum Karlsruhe in einer Pressemitteilung am Freitag erklärt.

Augenmerk liegt auf Kitas und Schulen

Ein spezielles Augenmerk wird dabei die zunehmende Ausbruchsrate, an Kitas, Schulen und beruflichen Umfeldern gelegt. Solche Fälle seien bedenklich und bedürfen die "konsequente Umsetzung kontaktreduzierender Maßnahmen und Schutzmaßnahmen, insbesondere regelmäßige und intensive Lüftung von Innenräumen."

Zusätzlich sei ein Anstieg der britischen und mutmaßlich indischen Virusvarianten zu verzeichnen. Gerade letztere sei dabei jedoch noch nicht recht einzuschätzen. Hinweise darauf, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe bei diesen Mutanten weniger funktional sind, gäbe es jedoch nicht.

Die Werte für Karlsruhe

In Karlsruhe selbst ging der Anstieg der Infektionen während der letzten Tage leicht zurück. Die Sieben-Tage-Inzident sank auf rund 152 in Stadt- und Landkreis. In konkreten Zahlen bedeute dies, dass von 26.603 im Landkreis bestätigten Fällen noch 2.216 infiziert sind, 899 davon in der Stadt Karlsruhe.

Die größten Inzidenzwerte im Landkreis lägen in Stutensee, Phillipsburg und Zaisenhausen mit über zehn Infizierten pro tausend Einwohner (Stand 30. April 2021). Größtenteils halte sich der Landkreis jedoch weiträumig auf einer Inzidenz von fünf pro Tausend.

Klinikum Karlsruhe noch immer stark belastet

Die Ressourcen des städtischen Klinikums Karlsruhe seien begrenzt, so die Pressemitteilung des Karlsruher Klinikum. Auch wenn die Bettenzahl der Intensivstation auf 14 gesteigert wurde, käme es, vor allem durch Ausfälle im Personalbereich, zu Engpässen auf anderen Stationen. Zusätzliche Einschränkungen entstünden durch die Covid-Infektion des Pflegepersonals.

Derzeit befänden sich insgesamt 21 Patienten auf der Covid-Allgemeinstation, zehn bedürfen Intensivbetreuung und nur einer davon wird nicht beatmet. 622 Patienten wurde nach überstandenen Corona-Infektionen entlassen.

Versorgung weiter sicher

Das städtische Klinikum befinde sich noch immer in Pandemiestufe drei. Das bedeutet Maskenpflicht, Besuchsverbot, ständige PCR-Schnelltests, Abstandswahrung und gesonderte Behandlung von Risikopatienten. Diese sei allerdings sichergestellt, wie das Klinikum erklärt. Gerade die Behandlung von Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Krebspatienten wird dabei hervorgehoben.

Viele Krebspatienten entwickeln nach der Therapie eine Herzerkrankung.
Bild: Jörg Carstensen/dpa/dpa-tmn

Größte Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sei aber weiterhin Alter und Adipositas. Zusätzlich wurde bei einigen Patienten eine "obstruktive Schlafopnoe" festgestellt. Dies bezeichne einen unruhigen, von Atembeschwerden begleiteten Schlaf, der zu massiven Ermüdungserscheinungen während des Tages führen kann.

Mehr zum Thema:
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
14 Kommentare