Grundsätzlich unterliegt eine Abfindung nach Kündigung dem Lohnsteuerabzug. Allerdings kann die Zahlung ermäßigt mit der sogenannten Fünftelregelung besteuert werden.
(Symbolbild)
Bild: CosmosDirekt/CosmosDirekt / Adobe Stock/obs
Steuererklärung wegen Kurzarbeitergeld? Das sagt die Karlsruher Oberfinanzdirektion
Karlsruhe
16.04.2021 12:00
Wer aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld erhalten hat, muss eventuell eine Steuererklärung für das Jahr 2020 abgeben. Das gab jetzt die Oberfinanzendirektion Karlsruhe in einer Pressemitteilung bekannt. Ausschlaggebend dafür sei, ob der Gesamtbetrag des Kurzarbeitergeldes aus dem vergangenen Kalenderjahr, inklusive zusätzlicher Einkünfte, einen gewissen Betrag überschreite.

Im letzten Jahr haben viele Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld erhalten. Der Bezug von Kurzarbeitergeld kann zur Pflicht der Abgabe einer Einkommensteuererklärung führen.

Laut der Oberfinanzdirektion besteht diese, wenn "das im abgelaufenen Kalenderjahr insgesamt erhaltene Kurzarbeitergeld (einschließlich steuerfreier Arbeitgeberzuschüsse) gegebenenfalls zusammen mit anderen Lohnersatzleistungen mehr als 410 Euro betragen hat."

Andere Lohnersatzleistungen seien zum Beispiel Krankengeld oder Elterngeld.

Abgabefrist ist der 2. August

Die Finanzverwaltung empfehle deshalb rechtzeitig zu prüfen, ob für das Jahr 2020 eine Einkommensteuererklärung abzugeben sei. Die Abgabefrist für steuerlich nicht beratene Bürger endet in diesem Jahr am 2. August 2021, da der 31. Juli 2021 auf einen Samstag falle.

Über das Online-Portal "Mein ELSTER“ unter www.elster.de bestehe die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch abzugeben.

"Das Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung zunächst steuerfrei, unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass diese Leistungen bei der Veranlagung der Einkommensteuer bei der Ermittlung des individuellen Steuersatzes einbezogen werden", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

"Dieser Steuersatz wird aber nur auf das tatsächlich steuerpflichtige Einkommen, das heißt ohne Kurzarbeitergeld und andere Lohnersatzleistungen, angewendet".

Einnahmen müssen meist versteuert werden. Allerdings gibt es in bestimmten Fällen auch Freigrenzen.
(Symbolbild) Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Dadurch ergebe sich ein höherer Steuersatz für das restliche Einkommen, wodurch es gegebenenfalls zu Steuernachzahlungen kommen könne. Das gleiche gelte für eventuelle Zuschüsse durch den Arbeitgeber.

Mehr zum Thema:
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
2 Kommentare