Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.
Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.
Bild: Matthias Balk/dpa/Symbolbild
Seit heute: Maskenpflicht fällt im Unterricht - Rückkehr nicht ausgeschlossen
Stuttgart
18.10.2021 06:54
Wenn der Unterricht beginnt, können ab Montag die Masken in den Schulklassen Baden-Württembergs eingepackt werden. Viele im Südwesten können dann buchstäblich aufatmen. Doch es gibt auch Ängste.

Im Südwesten müssen Schüler im Unterricht künftig keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen, wenn sie an ihrem Platz sitzen. Auch Lehrer können im Unterricht auf die Maske verzichten, sofern sie den Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Schülern einhalten.

"So kann die Lehrkraft beispielsweise die Maske ablegen, wenn sie am Pult steht oder an der Tafel etwas erklärt", erläuterte das Kultusministerium vorab. Überall sonst im Schulgebäude muss weiterhin eine Maske getragen werden. In Grundschulen entfällt die Maskenpflicht im Klassenzimmer komplett.

Das Land will nach Angaben des Ministeriums Sicherheitsmechanismen einbauen, falls sich die Corona-Lage zuspitzt. Masken am Platz müssten wieder getragen werden, wenn die Corona-Alarmstufe des Landes greife, hieß es.

Maskenpflicht kehrt ab "Alarmstufe" zurück

Die in der Corona-Verordnung des Landes verankerte Alarmstufe tritt in Kraft, sobald 390 Covid-19-Patienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 12 liegt. Auch wenn es in einer Klasse einen positiven Corona-Fall gibt, müssen die Schüler der jeweiligen Lerngruppe oder Klasse die Masken an ihren Plätzen wieder nutzen.

Gerhard Brand, baden-württembergischer Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE).
Gerhard Brand, baden-württembergischer Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Bild: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

"Masken sind ein Sicherheitszaun, erschweren aber auch die Kommunikation», teilte das Kultusministerium dazu mit. «In Abwägung der Vor- und Nachteile hat sich die Landesregierung zu einer Lockerung entschieden."

"Das ist für uns mehrheitlich in Ordnung, wir tragen das soweit mit", sagte der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand. "Aber wir müssen Acht darauf geben, wie es sich entwickelt. Und wir wollen natürlich wissen, was passiert, sollten die Infektionszahlen wieder steigen, nachdem man sich vom Maskentragen verabschiedet hat."

GEW gegen Aufhebung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) tritt dagegen auf die Bremse. "Warum jetzt unnötig ins Risiko gehen?", fragte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. "Vor einem Jahr haben wir es im Dezember bereut, dass wir im Herbst nicht vorsichtiger waren."

Monika Stein, die Landesvorsitzende der GEW, spricht bei einer Pressekonferenz.
Monika Stein, die Landesvorsitzende der GEW, spricht bei einer Pressekonferenz. Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Die Maskenpflicht sollte bis zu den Herbstferien beibehalten und dann entschieden werden, wie es im November weiter geht. "Mit Blick auf die zu niedrige Impfquote und weiter fehlende Sicherheitsmaßnahmen wie Luftreinigungsgeräte bleibt uns derzeit nichts anderes übrig, als weiterhin Masken zu tragen, wenn wir die Präsenz in Kitas und Schulen nicht gefährden wollen", sagte Stein der dpa. "Wir wissen noch viel zu wenig über Langzeitfolgen einer Covid-Infektion."

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