Die Lernplattform.
Die Lernplattform.
Bild: Marijan Murat/dpa/Archivbild
Chaos beim Schulstart: Digitale Lernplattform Moodle am Montag abgestürzt
Stuttgart
11.01.2021 11:25
Zum landesweiten Schulstart am heutigen Montagmorgen brach bei zahlreichen Eltern und Lehrern schon der erste Frust aus, denn: Das Comeback des Fernunterrichts nach der Urlaubspause gestaltete sich zumindest beim Start ziemlich holprig. In den ersten Stunden nach dem Unterrichtsbeginn setzte die digitale Lernplattform Moodle in Ton und Bild immer wieder aus. Über Twitter hagelte es Beschwerden.

Nach den Ferien ist vor den Ferien. Zumindest, was den Fernunterricht angeht. Denn wie bereits zum Ende des vergangenen Jahres werden die meisten Schüler auch beim Start ins neue Jahr über den Computer unterrichtet. Vorausgesetzt, die Software funktioniert. 

"Kann es denn wirklich sein, dass es seit März keiner hinbekommen hat, im Kultusministerium Baden-Württemberg eine funktionierende digitale Infrastruktur aufzubauen?", kritisierte eine Nutzerin das Kultusministerium, das sich später äußern will.

"Wir können alles außer Schule und impfen"

Andere zeigten Verständnis: "Plötzlich 'ne halbe Million Schüler (alleine in Baden-Württemberg) auf 'ner Infrastruktur zu haben ist alles außer trivial. Egal ob vom Landeshochschulnetz gehostetes Moodle, Zoom, Teams oder was auch immer", schrieb ein anderer und gab gleich noch einen Tipp: "Einfach ruhig durchatmen. Das wird schon."

Die beißende Kritik von SPD und FDP ließ dagegen nicht lange auf sich warten: "Die Kultusministerin hatte über neun Monate Zeit, um ein funktionierendes Fernlernsystem auf die Beine zu stellen", sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder. "Aber sie war vermutlich einfach zu beschäftigt mit ihren Wahlkampfveranstaltungen."

Hans-Ulrich Rülke, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag von Baden-Württemberg. Bild: Sebastian Gollnow/dpa

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke warf Kultusministerin Susanne Eisenmann und Digitalminister Thomas Strobl (CDU) Totalversagen vor. "Früher hieß es: Wir können alles außer Hochdeutsch! Heute heißt es: Wir können alles außer Schule und impfen!", sagte Rülke in Anlehnung an eine Werbekampagne des Landes.

Land entscheidet am Donnerstag über Schulöffnungen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg frühestens am kommenden Montag flächendeckend Präsenzunterricht anbieten, alle anderen Schularten nehmen diesen dagegen nicht vor Ende Januar wieder auf. Mit der vorsichtigen Öffnung ab dem 18. Januar und abhängig vom Infektionsgeschehen geht Baden-Württemberg einen Sonderweg: Die meisten anderen Bundesländer lassen Schulen wie vereinbart generell geschlossen. Im Südwesten will die Landesregierung am Donnerstag entscheiden.

Ausnahmen von der Regel gab es bereits am Montag. Denn statt Fernunterricht konnten Schulen in den Abschlussklassen auch Präsenzunterricht anbieten, wenn dies unbedingt notwendig ist, um eine Prüfung vorzubereiten. Die Entscheidung liegt jeweils bei den Schulleitungen. 

Kitas bleiben dagegen weiter geschlossen. Dort und für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird eine Notbetreuung angeboten - allerdings nur für Kinder, "deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind", wie das Kultusministerium festgelegt hat. Eltern müssen nachweisen, "dass beide entweder in ihrer beruflichen Tätigkeit unabkömmlich sind oder ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, sofern sie die Abschlussprüfung im Jahr 2021 anstreben".

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