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Doch kein "Sorgen-Herbst"? Gesundheitsamt erklärt, warum in Karlsruhe momentan die Corona-Zahlen sinken
Karlsruhe
05.10.2021 15:18
Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Nach drei Corona-Wellen, die letzte im Frühjahr 2021, beginnen die Zahlen aktuell wieder nach oben zu klettern - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis sinkt leicht

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe immer noch auf hohem Niveau bewegen.

Zum Vergleich: Waren am Mittwoch, den 29. September, 394 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, den 5. Oktober, 357. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 62,9 und im Landkreis bei 94,9 (Stand: Montag, 04. Oktober, 16 Uhr). Die 7-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 190 belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 2,2. Damit befindet sich das Land in der Basisstufe.

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Doch kein "Sorgen-Herbst" in Karlsruhe?

Mit diesen Werten wird allerdings auch erkenntlich: Die Inzidenz in Karlsruhe ist zwar hoch, beginnt aber mittlerweile wieder zu sinken. Nur ein vorübergehender Trend? Zu gut sind uns noch die Warnungen vom Gesundheits-Bundesminister, Jens Spahn, in Erinnerung, die einen enormen Anstieg der Corona-Zahlen infolge des "Sorgen-Herbstes" vorhersagten. Da stellt sich doch die Frage: Was sind die Gründe für diese sinkenden Zahlen? Kommen wir womöglich um den "Sorgen-Herbst" herum?

Auf Nachfrage der Redaktion beim Karlsruher Gesundheitsamt fällt hier die Antwort ernüchtern aus, denn: Das Amt sieht die derzeit sinkenden Zahlen unter anderem als Konsequenz des milden Wetters.

Wetter, weniger Reiserückkehrer und mehr geimpfte Personen

"Wenn Sie auf das Wetter der vergangenen Wochen sehen, stellen Sie fest, dass wir einen schönen Spätsommer hatten. Erst jetzt gibt es einen Temperatureinbruch und es wird zunehmend unwirtlich. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Infektionszahlen wieder hochgehen", teilt das Amt in einem Statement mit.

Eine Person fährt Fahrrad vor der untergehenden Sonne im Hintergrund .
Der September war mit milden Temperaturen eher "spätsommerlich" als "herbstlich". Bild: Julian Stratenschulte/Archiv

Weitere Faktoren, die für den Inzidenzen-Rückgang verantwortlich sein könnten, sieht das Amt bei den Durchimpfungen und der rückläufigen Anzahl der Reiserückkehrer. Ob die Inzidenzen auch weiterhin rückläufig sein werden oder der "Sorgen-Herbst" gar glimpflich ausfallen wird, kann das Amt nicht eindeutig beantworten. 

"Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind die Infektionszahlen im Zuge der Reiserückkehrer angestiegen und verweilen seit einiger Zeit auf einem Plateau beziehungsweise gehen aktuell leicht zurück. Die Sorge, dass die Zahlen im Herbst steigen - die auch das Robert-Koch-Institut teilt - rühren daher, dass sich ein Teil des öffentlichen Geschehens wieder auf die Innenräume verlagert, wo sich das Virus leichter verbreiten kann. Insofern können wir heute keine Vorhersage treffen, wie sich die Infektionslage im Stadt- und Landkreis ändert - wir müssen noch abwarten", heißt es abschließend.

Eine Frau wird während einer Impfaktion auf dem Wochenmarkt mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft.
Einer der Gründe, warum die Zahlen in Karlsruhe nicht mehr stark ansteigen: Die Corona-Impfung. Bild: Sebastian Gollnow/dpa

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und erneut im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen."

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

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