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Corona-Countdown in Karlsruhe: Was plant die Stadt, wenn der Inzidenzwert null erreicht?
Karlsruhe
19.06.2021 08:57
Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Inzwischen ist die dritte Welle, ausgelöst durch eine Corona-Mutation, gebrochen und die Infektionszahlen beginnen zu sinken - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz sinkt weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Die Corona-Lage im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bleibt weiterhin angespannt, denn: Die Anzahl der Neuinfektionen befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Dennoch ist in ganz Deutschland ein Abwärtstrend zu beobachten, der auch Karlsruhe erreicht hat. 

Zum Vergleich: Waren am Freitag, den 11. Juni, noch 80 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Mittwoch, den 16. Juni, noch 31. Der 7 Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 3,5 und im Landkreis bei 10,6. 

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Dennoch warnt das Robert Koch Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht: "Seit dem 1. Juni stuft das Robert Koch-Institut aufgrund der anhaltend hohen Fallzahlen die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als hoch ein."

Null-Wert zum Greifen nahe - bekommt Karlsruhe zusätzliche Lockerungen?

7, 6, 5 - Es ist, als würde man einen Countdown beim Herunterzählen beobachten. Was vor einem Jahr noch in weiter Ferne zu sein schien, könnte schon bald Realität werden: Eine Inzidenz von 0 im Karlsruher Stadtgebiet. Aber was kommt dann auf die Stadt zu? Ist bereits etwas in Planung, wenn "Tag X" erreicht wird?

"Open" steht auf einem Banner an einem Biergarten geschrieben.
Banner an einem Biergarten geschrieben. Bild: Christoph Schmidt/dpa

Auf Anfrage von ka-news.de folgt hier jedoch die Enttäuschung. Der Grund: Weder Stadt noch Land werden diesbezüglich irgendetwas planen. "Wir können Ihnen sagen, dass bislang nichts dergleichen geplant ist, um eine solche Momentaufnahme etwa in irgendeiner Form zu zelebrieren", heißt es etwa seitens der Stadt Karlsruhe.

Auch das Land Baden-Württemberg gibt auf Anfrage von ka-news.de zu, dass hierfür keine speziellen Feierlichkeiten, Sonderlockerungen oder ähnliches geplant seien. Auch mit einem Wegfall der Maskenpflicht - wie es zukünftig zum Teil in den Schulen durchgesetzt werden soll - sei in Kreisen mit Null-Werten nicht zu rechnen.

So teilt das Land über eine Stellungnahme an ka-news.de mit: "Wir werden schauen, wo auf das Tragen angesichts der derzeit niedrigen Inzidenzen verzichtet werden kann. Es gilt aber weiter grundsätzlich: Maske tragen ist ein einfaches und effektives Mittel, um die Pandemie zu kontrollieren und gerade auch bei niedrigen Inzidenzen ein erneutes Ansteigen der Fallzahlen zu vermeiden – etwa mit Blick auf die Delta-Variante."

Das gelte vor allem für Kontexte im Innenraum. "Deshalb wird die Maske auch perspektivisch ein wichtiger Bestandteil der Pandemiebekämpfung sein. Mit Maske, 3G-Regel und Abständen sind viele Freiheiten möglich. Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen."

Der Landkreis Rastatt darf sich auf weitere Lockerungen einstellen.
(Symbolbild) Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Kurzum: Selbst wenn Karlsruhe den 0-Wert bald erreichen sollte, stelle das keinen Anlass dar, um mit einer Sonderbehandlung zu rechnen. Aber: "Sollte die Inzidenz Null erreicht werden, so ist es gut möglich, dass die Stadt(-spitze) dies zu gegebener Zeit entsprechend hervorhebt - und einordnet", erklärt die Stadt. 

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen zuletzt im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021. Inzwischen sind die Zahlen deutschlandweit aber wieder am Sinken, was unter anderem der fortschreitenden Impfkampagne zugeschrieben wird.

Es gilt aber weiter grundsätzlich: Maske tragen ist ein einfaches und effektives Mittel, um die Pandemie zu kontrollieren und gerade auch bei niedrigen Inzidenzen ein erneutes Ansteigen der Fallzahlen zu vermeiden – etwa mit Blick auf die Delta-Variante. Das gilt vor allem für Kontexte im Innenraum. Deshalb wird die Maske auch perspektivisch ein wichtiger Bestandteil der Pandemiebekämpfung sein. Mit Maske, 3G-Regel und Abständen sind viele Freiheiten möglich. Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Dennoch sind Infektionsketten oft nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. 

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage. In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

Dateiname : RKI-Lagebericht vom 18. Juni
Dateigröße : 2.74 MBytes.
Datum : 16.06.2021 10:38
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