Martina Mettendorf hat die Facebook-Gruppe "Nachbarschaftshilfe Karlsruhe" gegründet.
Martina Mettendorf hat die Facebook-Gruppe "Nachbarschaftshilfe Karlsruhe" gegründet.
Bild: Ingo Rothermund
Nachbarschaftshilfe in Karlsruhe: Martina Mettendorf ist seit der ersten Stunde dabei
Karlsruhe
25.03.2020 13:59
Das soziale Engagement innerhalb der Karlsruher Bevölkerung scheint groß: In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Seiten und Gruppen gegründet, um Hilfsbedürftigen unter die Arme zu greifen. Beispielweise den Einkauf zu erledigen oder andere Unterstützung anzubieten. Eine Helferin der ersten Stunde ist Martina Mettendorf.

Sie hat die Facebook-Gruppe "Nachbarschaftshilfe Karlsruhe" ins Leben gerufen.  "Ich bin am Morgen aufgewacht und hab mich gefragt: 'Gibt es so etwas wie eine Nachbarschaftshilfe?'", sagt Mettendorf im Gespräch mit ka-news.de. "Nachdem ich nichts gefunden hatte, habe ich einfach selbst eine gegründet." 

Innerhalb kurzer Zeit erhält die Gruppe viel Mitglieder-Zuspruch: Knapp 4.000 Mitglieder sind Stand Mittwoch. Mit so einem Ansturm hat auch Mettendorf zu Beginn nicht gerechnet. "Ich saß zwei Tage non-stop am Computer", sagt sie. "Ich bin selbst von der Hilfsbereitschaft der Menschen überwältigt." 

Es wichtig, füreinander da zu sein

Gefragt sind unter den Gruppenmitgliedern vor allem Angebote zum Einkaufen, für Botengänge und zum Gassigehen. Aber auch Angebote von Lehrern, die Nachhilfestunden per Skype anbieten, finden sich darunter. Den Überblick zu behalten ist schwer, deshalb: "Ich habe jetzt ein Adminteam aufgebaut, das mir bei der Pflege der Gruppe hilft", so Mettendorf.

Martina Mettendorf ist Gründerin der Facebook-Gruppe "Nachbarschaftshilfe Karlsruhe". Bild: Ingo Rothermund

Auf die Frage, woher sie ihre Motivation für das Projekt nimmt, meint die Oststädterin: "Es gibt viele ältere Menschen, die alleine zu Hause sind. In diesen Zeiten ist es einfach wichtig, füreinander da zu sein."

Hilfsangebote für Corona-Risikogruppe

Die Hilfsangebote richten sich vor allem an die vom Corona-Virus betroffene Risikogruppe: Ältere Menschen über 65 Jahre sowie immungeschwächte Personen und Menschen mit chronischen und schweren Atemwegserkrankungen.

Wer kein Facebook hat, kann auf weiteren Plattformen seine Hilfe anbieten: ka-news bietet auf www.kanews-verbindet.de eine Möglichkeit Hilfsangebote einzustellen.

Hilfesuchende können die Angebote nach der Postleitzahl und Art (Einkaufen, PC-Hilfe, Gassigehen) filtern und so eine Hilfe in ihrer Nachbarschaft finden. Weitere Hilfsangebote gibt es am Ende des Artikels.

Die Aktion #KANEWSverbindet wurde inzwischen auch auf den Einzelhandel ausgeweitet: Kostenlos können die Leistungen der lokalen Händler auf der Homepage inseriert werden.

Im eigenen Haus aktiv werden? Nachbarschaftszettel zum Ausdrucken

Nachbarschaftshilfe muss nicht digital sein: Wer es lieber analog mag, für den haben wir einen Ausdruck vorbereitet. Laden Sie sich das nachfolgende PDF herunter und verteilen Sie es in Ihrer Nachbarschaft.

Dateiname : Nachbarschaftshilfe kanews Corona
Dateigröße : 175.57 KBytes.
Datum : 19.03.2020 16:30
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ka-news.de-Hintergrund: Nachbarschaftshilfen in Karlsruhe

Neben der Facebook-Gruppe "Nachbarschaftshilfe Karlsruhe" gibt es noch weitere Angebote für Menschen in der Region, die in Zeiten des Corona-Virus Hilfe bei der Bewältigung des Alltags benötigen:

Nebenan.de: Das überregionale Nachbarschafts-Portal "nebenan.de" vermittelt Hilfeleistungen für Personen, die im Umkreis von zirka zehn Gehminuten zum Hilfe-Anbieter leben.

Forum For Future Karlsruhe - Einkaufshilfe: Hier engagieren sich Schüler und Studenten ehrenamtlich. Neben Lebensmittelkäufen können unter "forumforfuture.de" auch Unterstützungen für Apotheken- oder Postgänge angeboten und angenommen werden.

KSC Nachbarschaftshilfe: Einkaufshilfe für Personen aus dem Karlsruher Stadtgebiet an. Sie können sich morgens von 9.30 Uhr bis 12 Uhr telefonisch unter 0721/96434-769 melden und ihre Bestellung aufgeben. Mehr dazu unter www.ka-news.de/2512918

KarlsruheHilft: Die Plattform "kahilft.de" vermittelt zwischen Anbietern und Nachfragen. 

PforzheimHilft: Analog zum Angebot aus Karlsruhe gibt es die Einkaufshilfe-Plattform unter "pforzheimhilft.de" auch für die Goldstadt.
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