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Fünf schwere Corona-Fälle behandelt: Städtisches Klinikum erhöht Kapazitäten
Karlsruhe
24.03.2020 14:19
Das Städtische Klinikum rüstet sich: 15 neue Beatmungsplätze sollen entstehen und eine eigens eingerichtete Intesivtation für Corona-Patienten ist in der Umsetzung. Die Ärzte und die Belegschaft stellen sich auf einen immer größeren Anstieg der Corona-Patienten ein. Dezeit werden fünf schwere Covid-19-Fälle am Städtischen Klinikum versorgt.

Unter den fünf Patienten, die am Städtischen Klinikum in Karlsruhe beatmet werden müssen, sind drei aus dem Nachbarland Frankreich. Sie wurden  im Lauf des vergangenen Sonntags jeweils via Hubschrauber eingeflogen. Nachdem die grenznahen französischen Krankenhäuser keine Kapazitäten für die Beatmung mehr haben, das Land Baden-Württembergs Unterstützung angeboten.

Konzentration des Klinikbetriebs auf die Grundversorgung

Wie bereitet sich das Städtische Klinukum auf die weiteren Entwickungen vor? Ein separates Gremium kümmert sich um die Organisation und Umsetzung der Maßnahmen, etwa "die Behandlungs- und Intensivkapazitäten für potentielle Covid-19-Patienten zu erhalten sowie einer möglichen Beeinträchtigung der Personalsituation zu begegnen", gibt das Städtische Klinikum bekannt.

Uwe Spetzger, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikum. Bild: Hammer Photographie

Um die Corona-Krise zu bewältigen, werden verschiebbare Operationen derzeit nach hintern verlegt. Der medizinische Geschäftsführer Uwe Spetzger erklärt: "Wir nutzen die aktuelle Phase, um die neuen Strukturen zu etablieren und einzuüben, so dass sie im Ernstfall in Fleisch und Blut übergehen."

Versorgungsstruktur wie am Wochenende

Patienten, die keinen akuten Behandlungsbedarf haben, können sich auf eine Versorgungsstruktur wie am Wochenende einstellen. "Die Abgrenzung zwischen elektiven Eingriffen und Notfall-Eingriffen erfolgt entsprechend der Vorgaben der jeweiligen Fachgesellschaften, um die Belegungsplanung deutlich zur reduzieren", teilt das Klinikum in einer Pressemeldung mit.

Parallel würden hausintern eine Vielzahl von Vorbereitungen laufen, um sich im Hinblick auf die aktuelle Situation auf einen sukzessiven Anstieg des Patientenaufkommens einzustellen.

Vor der Zentralen Notaufnahme (ZNA) erfolgte zum Wochenende der Aufbau eines Versorgungszeltes mit bis zu elf Behandlungsplätzen.

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"Ziel ist es, Patienten mit Atemwegserkrankungen und damit potentiell an Covid-19 Erkrankte möglichst frühzeitig von anderen Patienten zu separieren" erklärt Harald Proske, Leiter der Zentralen Notaufnahme und der Zentralen Aufnahmestation.

Versorgungszelt geht Mitte der Woche in Betrieb

Voraussichtlich ab Mitte der Woche erfolgt die Einstufung aller Patienten, auch Triagierung genannt, nicht mehr wie zuvor innerhalb des Gebäudes, sondern im neu entstandenen Versorgungszelt.

Hier kümmern sich separate Behandlungsteams um die eintreffenden Patienten. Notfallpatienten, bei denen kein Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus besteht, werden dann regulär zur weiteren Versorgung in den Gebäudetrakt der ZNA gebracht.

Begründete Verdachtsfälle oder bestätigte COVID-19-Patienten kommen, sofern eine stationäre Aufnahme erforderlich ist, auf die Infektstation oder separiert auf eine Intensivstation.


Zeltanlage vor Zentraler Notaufnahme


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