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Erster Corona-Todesfall im Städtischen Klinikum: So sieht sich das Krankenhaus gerüstet
Karlsruhe
24.03.2020 21:15
Im Städtischen Klinikum Karlsruhe hat es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gegeben. Damit das ein Einzelfall bleibt, haben sich die Karlsruher Kliniken verbündet: Man wolle sich ohne großen Verwaltungsaufwand unterstützen. In einem Videostatement informiert medizinischer Geschäftsführer Uwe Spetzger über die aktuelle Situation im Klinikum.

Bei dem Todesfall habe es sich um eine schwer erkrankte, ältere Patientin mit vielen Risikofaktoren gehandelt. "Sie hat trotz mehrfachen Gesprächen mit den Ärzten auf der Isolierstation ausdrücklich alle intensivmedizinische Maßnahmen abgelehnt", erklärt Spetzger. "Sie ist daher auch nicht intubiert worden und ist schließlich an einer Lungenentzündung gestorben."

"Die Intensivkapazitäten sind hier zwei bis drei Mal höher als in der Lombardei und im Elsass"

Auch die Patienten aus dem Elsass, die das Städtische Klinikum am Wochenende aufgenommen hat, seien schwer erkrankt. "Sie werden beatmet und sind kreislaufstabil, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Wir sind optimistisch, dass wir eine gute Behandlung für sie anbieten können", so der Klinikchef.

Auch die ViDia-Kliniken in Karlsruhe haben ihre Intensivkapazitäten erhöht. (Symbolbild) Bild: tor

Das sei vor allem den ausreichenden Kapazitäten im Intensivbereich geschuldet. "Die Intensivkapazitäten sind zwei bis drei Mal höher als in der Lombardei und im Elsass - das beruhigt mich sehr", sagt Uwe Spetzger. 

Karlsruher Kliniken sagen sich unbürokratische Hilfe zu

Zudem hätten die benachbarte Herzchirurgie und die ViDia-Kliniken zugesagt, sich bei Engpässen - beispielsweise bei der Materialversorgung - gegenseitig intern, ohne großen Verwaltungsaufwand, auszuhelfen. "Im Moment bin ich da daher relativ entspannt."

"Dennoch gilt weiter der Appell: Bleibt zu Hause, sodass die Maßnahmen greifen", meint der Klinik-Geschäftsführer. 10 bis 14 Tage werde es laut Spetzger nach Expertenmeinung dauern, bis ein Effekt sichtbar werde. "Wir hoffen, dass, wenn wir uns daran halten, unser Gesundheitssystem dann gewappnet ist, den Ansturm an Patienten abzuflachen."

"Vielen Dank an all die Helden, die hier im Krankenhaus arbeiten!"

Bis es soweit ist, geht der Alltag im Klinikum aber erst einmal weiter. "Die Stimmung ist gut, alle treten motiviert an und ziehen an einem Strang. Das ist ein sehr solidarisches Miteinander", so Spetzger über die Klinikmitarbeiter.

Bild: ka-news.de

Bedanken wolle er sich aber auch bei allen anderen Helfern: "Wir bekommen Essen, Getränke und kleine Schoko-Osterhasen - vielen Dank an alle, die uns unterstützen! Vielen Dank an all die Helden, die hier im Krankenhaus arbeiten!", so der Klinikchef abschließend.

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